529 Mursi-Anhänger in Ägypten zum Tode verurteilt

Ein ägyptisches Gericht hat 529 Mitglieder der Muslimbruderschaft zum Tod verurteilt. Die Verurteilten waren Anhänger des vom Militär abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi.

Der geistliche Führer der Muslimbrüder, Mohammed Badie (Mitte) (Bild: sda)

Ein ägyptisches Gericht hat 529 Mitglieder der Muslimbruderschaft zum Tod verurteilt. Die Verurteilten waren Anhänger des vom Militär abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi.

Ein ägyptisches Gericht hat 529 Mitglieder der Muslimbruderschaft zum Tod verurteilt. Das teilte ein Anwalt der Angeklagten am Montag mit. Die Anhänger des vom Militär abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi waren unter anderem wegen Mordes angeklagt.

16 seien freigesprochen worden, hiess es. Angeklagt waren zahlreiche Führungsmitglieder der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft, darunter auch ihr geistlicher Führer Mohammed Badie.

Angaben aus Justizkreisen zufolge sind 153 der Verurteilten in Haft, die anderen auf der Flucht. Der Prozess gegen die Mursi-Anhänger hatte am Samstag in Minja südlich von Kairo begonnen. Die Staatsanwaltschaft hatte den Islamisten die Teilnahme an gewalttätigen Protesten vorgeworfen.

Konversation

  1. … Sie mit meinem zugegebenermassen sehr kurzen Einwurf dermassen überfordert zu haben.

    Ich gehörte einst zu den naiv hoffenden Fans der so genannten Revolution des Arabischen Frühlings. Sah, wie sich endlich der Volkswille fokussiert. Dann das Vakuum nach dem Umsturz: Man hatte gewusst, was man NICHT will – ohne jede Ahnung, wie man die Vision einer westliche Demokratie implementieren könnte.
    (Parallelen zur MEI-Abstimmung würde Sie gewiss an dieser Stelle sicherlich nochmals überforden).
    Doch was „man“ wollte blieb ein Traum; die Landbevölkerung hatte kein Verständnis für Demokratie, daher sollte doch wieder ein „Gottesstaat“ her; bei Allah sind wir zu Hause.
    Kam was kommen musste: Die Militärs ergriffen die Macht, setzten Mursi ab, der eigentlich demokratisch gewählt worden war. Und verurteilen 529 dessen Anhänger zum Tode. Das hilft! Zeigen wir denen wo Gott hockt! Die Familie der Betroffenen haben den Verlust in ein paar Wochen sicher cool weggesteckt und verschmerzt.
    Ich gebe zu, dass ich keine Ahnung habe, wie in diesem wahrhaftig chaotischen Kräftespiel eine friedliche Demokratie entstehen könnte. Mittelalter vs. Militärfilz vs. „religiöse“, machtgeile Fundis vs. die Mehrzahl der friedlichen Bürger .

    Alles kein Drama, so ist sie halt, die Welt. Demokratie haben ja auch nur die, die sie sich wie wir verdient haben. Lächerlich, zu hoffen, es gelänge mit weniger Blut, Angst und Hass.

    Ebenso klar: Dass Sie überfordert werden, wenn einer wie ich allergisch auf eine Partei bin, deren Hauptwerkzeuge in der Verbreitung von Angst und Hass besteht, während unsere Aufgabe darin besteht, Menschen aus immer grösseren Kulturen friedlich zu vereinen – nicht etwa gleich zumachen.
    Auch innerhalb, unter uns echten CH-Schweizern, gibt es riesige Kulturunterschiede, das nebenbei.
    Nur das macht aus der Schweiz ein gesundes und starkes Land, nicht die 1D- Heidiland-Gotthelf- Monokultur der Käseproduzenten.

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  2. Von sich auf andere Kulturen zu schliessen.

    Nur liegt es in der Natur der anderen Kultur, dass sie eigene Massstäbe hat.

    Sonst wäre sie ja keine andere Kultur.

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  3. sieht der so aus?
    Nach der Euphorie über die Frühlingsrevolution? Für wieviele Generationen wurde damit Angst, Hass und neue Gewalt gesät?
    Fragen ohne Antworten. Ein Drama als Randnotiz.

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