7 Aufreger von Sarah Wyss

Sarah Wyss tritt als Chefin der Juso Basel-Stadt zurück. In ihrer Amtszeit zog sie Ärger und Peinlichkeiten magisch an. Wir haben sie zusammengefasst. Nach rund dreieinhalb Jahren an der Spitze der Basler Juso gibt Sarah Wyss ihr Amt Anfang März 2013 ab. Wegen beruflichen und politischen Veränderungen sei es ihr nicht mehr möglich, das Amt […]

Sarah Wyss tritt als Chefin der Juso Basel-Stadt zurück. In ihrer Amtszeit zog sie Ärger und Peinlichkeiten magisch an. Wir haben sie zusammengefasst.

Nach rund dreieinhalb Jahren an der Spitze der Basler Juso gibt Sarah Wyss ihr Amt Anfang März 2013 ab. Wegen beruflichen und politischen Veränderungen sei es ihr nicht mehr möglich, das Amt weiter auszuüben, teilen die Jungsozialisten mit (siehe Hintergrund des Artikels). Die 24-Jährige wird im Februar in den Grossen Rat einziehen und nach ihrem Studium im Juni einen Job in Bern in der Forschung antreten. «Es ist zeitlich nicht mehr möglich, das Amt zu meiner Zufriedenheit auszuüben», sagt Wyss. Dass ihr Rücktritt auch mit ihren Ambitionen fürs Präsidium der SP zu tun haben könnte, bestreitet sie.

Sarah Wyss trat als Juso-Präsidentin immer wieder ins Fettnäpfchen. Wo Ärger und Peinlichkeiten drohten, war auch sie nicht weit. Wer auch immer ihr Nachfolger wird (Entscheid im März): Es ist nach all diesen Vorfällen sehr, sehr, sehr schwierig, in Wyss‘ Fussstapfen zu treten. Eine Zusammenfassung.

1. Ab ins Lager mit Toni Brunner!

(Bild: Twitter)

Dass Twittern gefährlich ist, bekommt Wyss derzeit heftig zu spüren. Als Antwort auf einen Eintrag, «wer wohl die nächste Minderheit sei, die ins Lager gesteckt werden soll?», antwortete sie vor Weihnachten: «Ich hoffe, solche rassistische und menschenverachtende Leute wie Brunner.» Die Konsequenzen: Wyss erlangte dadurch nationale Bekanntheit, die SVP forderte ihren Rücktritt und sie erhält Drohungen – und zwar so heftige, dass sie ihren Twitter-Account vorübergehend deaktiviert hat. «Es wurde mir mit einigen Leuten zu doof», sagt sie. Ihr Rücktritt habe aber gar nichts mit diesem ungeschickten Tweet zu tun, er sei schon vor Jahresende thematisiert worden.

2. Nährboden für Extremisten

Sarah Wyss wettert über die SVP

(Bild: Screenshot »Telebasel»)

Letzten Sommer veranstaltete ihre Partei auf dem Markpatz eine Gedenkfeier für die Opfer von Utoya. Und dann passierte es: In einem Interview mit «Telebasel» bezeichnete sie die SVP als «Nährboden für Extremisten». Die Junge SVP war über die Aussage so entsetzt und schockiert, dass sie rechtliche Schritte gegen Wyss in Erwägung zog. Sarah Wyss hatte Glück: Es blieb bei dieser Drohung.

3. Strafanzeige 1

(Bild: Juso Basel-Stadt)

Zwei Wochen vor den Gesamterneuerungswahlen in Basel-Stadt verteilte Wyss Plakate, um junge Menschen zum Wählen zu motivieren. Zu sehen auf den Flyern war ein Glatzkopf mit Bomberjacke und einer Sonne auf dem linken Oberarm, die ausssieht wie das SVP-Sünneli im Parteilogo. Wyss hatte das Bild mit dem Titel «Banker und Nazi» in einer Medienmitteilung verschickt. Die Konsequenz: Dieses Mal reichte die Basler SVP, namentlich Sekretär Joël Thüring, tatsächlich Strafanzeige gegen Wyss ein. Sie muss sich nun vor Gericht dafür verantworten.

4. Strafanzeige 2

(Bild: Juso Basel-Stadt)

Ebenfalls im Spätherbst erhielt die Juso-Chefin dicke Post von der Allmendverwaltung. Das Departement ihres Parteikollegen Hans-Peter Wessels reichte Strafanzeige gegen die Juso ein. Grund: Illegale Sprayereien und wildes Plakatieren während des Wahlkampfes. Die Juso muss für ihre Aktion – das Baudepartement sprach gegenüber «Onlinereports» von über 30 Fällen auf der Achse Wettsteinplatz, Wettsteinbrücke, Aeschenvorstadt und Aeschenplatz – eine Busse von 2300 Franken bezahlen. Ob die Strafanzeige zurückgezogen wird, ist unklar.

5. Die Metzgerin

(Bild: Juso Basel-Stadt )

Immer wieder schimpfte die Juso über die Geschehnisse bei der «Basler Zeitung». Wyss‘ Empörung war im April 2011 so gross, dass sie sich dazu veranlasst sah, sich als Metzgerin zu verkleiden und am Aeschenplatz auf die Salami-Taktik bei der BaZ aufmerksam zu machen.

6. «Wir müssen auch pinkeln»

(Bild: Juso Basel-Stadt )

Nachdem das Basler Bau- und Verkehrsdepartement im Sommer angekündigt hatte, gegen das Wildpinkeln am Rhein und anderen «Hotspots» Pissoirs aufzustellen, forderte die Juso-Chefin umgehend auch Gratis-Pissoirs für Frauen. Sie rief sogar zu einer «Pinkel-Demo» bei der Kaserne-Buvette auf. «Wir müssen auch pinkeln», sagte Wyss damals gegenüber «20 Minuten».

7. …

(Bild: zvg)

Wird bei Gelegenheit ergänzt. Wir sind sicher: Sarah Wyss wird den Gutschein schnell einlösen. Es wird nicht lange dauern und sie wird auch als Grossrätin für Furore sorgen. Ganz nach dem Juso-Motto: Fight for your right!

Konversation

  1. Ihr enttäuscht mich… Dieser Artikel ist ein sehr schwacher Versuch Sarah Wyss zu kritisieren. Die meissten, von euch sogenannten, Peinlichkeiten sind gute und wirksame Aktionen. Sie haben ihren zweck erfüllt und auch keine negative Folgen für sie oder ihre Partei.

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  2. Ich begrüsse das herzhafte Engagement junger Leute für die Politik mit viel Witz. Ein Problem mit den Jusos habe ich nur bei illegalen Sprayereien. Dagegen muss härtestens vorgegangen werden mit saftigen Geldbussen oder Arbeitseinsätzen für die Stadtreinigung. Auch die Rassismus-Keule gegen die SVP ist langweilig und sachlich nicht korrekt. Ich bin gespannt, wie sich Sarahs Kleiderstil weiterentwickelt. Sehen wir bald eine Salon-Cüpli-Sozialistin im Hosenanzug? Das Studium ist fertig, Grossratsmandat kommt, gut dotierte Arbeitsstelle in Bern. Jetzt fliesst richtig viel Kohle! Das verändert jeden Menschen, egal ob man will.

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  3. Wirklich schlimm ist diese junge Sarah ja nicht. Sie regt höchstens die jungen SVP-ler auf. Jeder Teenager zu hause ist mindestens so frech, wie Sarah. Es ist amüsant zuzusehen, was alles noch kommt.

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  4. Ihr enttäuscht mich nicht. Gerade weil die sogenannten Peinlichkeiten gute und wirksame Aktionen sind und ihren Zweck erfüllen. Das zeigt der Artikel auf und lässt die wirklichen Kritiker im Regen stehen. Ich habe Respekt vor dieser jungen Frau und freue mich über Ihre Aktionsbereitschaft. Ahoi Sarah Wyss. Weiter so.

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  5. Was denn für ein rauher Wind? Das ist doch nur noch ein Windchen was in kurzer Zeit zu einem Windchen, um nicht zu sagen zu einem lauen Fürzchen von dannen zieht. Der Zenit der modernen, zukunftsorientierten Neosozialisten ist längst erreicht. Die Früchte der EU-Grossreich-Utopie liegen ja bereits halbnackt nackt vor unseren Toren. Gebrechliches Gebein, im Süden ohne Schiene, im Norden ohne Landebahn … aber dafür mit viel, viel Grössenwahn 🙂

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  6. Das ist ganz nach meinem Geschmack. Gratulation! Ich rieche da saumässig Bahnerthmässige Poesie Duftmarken. Leute wie du sind verkannte Frauenhelden, pardonn, Fräuleinhelden, gell Kamerad. Aber der heilige Vater Christoph lindert den Schmerz von allen Verkannten wie wir einer sind. Tapfer trotzen wir dem linken Meinstream, das Haupt im rauen Wind, und eines Tages… ja, auch ich habe ein Sinn für Poesie. Höre gerne Wagner… Herzlich: Walter

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  7. Frau Duong hat offensichtlich ein Problem mit Sarah Wyss, denn dass sie nicht bis 7 zählen könnte, ist wohl ausgeschlossen.
    Mir gefällt die Art von Sarah Wyss auch nicht, ist mir meist zu „vorwitzig“. Aber inhaltlich muss ich ihr weitgehend Recht geben, leider ritzt sie mehrmals die Grenze des Erlaubten. Zählen wir trotzdem mal ganz nüchtern:
    5) finde ich total witzig, habe ich damals nicht mitbekommen. Und v.a. hatte sie einen äusserst guten Riecher für die Entwicklung der BAZ, das ist inzwischen sonnenklar.
    6) Bingo! Was soll hier das Fettnäpfchen sein?
    7) Haha, schlechter Witz
    Fazit: da waren’s nur noch 4. Q.e.d.

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  8. Wyss wurde als Neu-Grossrätin eine Etage nach oben gespült. Sie wird nun versuchen das Image der frech, vulgären JUSO-Schnauze abzulegen und krampfhaft die konziliante Neosozialistin mimen. Ob aus der öden Sponti-Wüste aber je einmal ernstzunehmende politische Substanz wachsen mag, darf bezweifelt werden.

    Unter uns, in dem pubertierenden Basler JUSO-Grüppchen war „Rotmäntelchen“ doch ohne ernstzunehmende Konkurrenz. Im Haifischbecken der Großen ist nun aber Schluss mit lustig! Das eine oder andere Raunen auf die eine oder andere Doofheit wird nicht lange auf sich warten lassen.

    Wyss kann sich jetzt schon mit dem Spruch trösten. „Die Sardelle ist ein Walfisch, der alle Phasen des sozialistischen Aufbaus durchgemacht hat.“ Ich bin froh, dass dieses Kapitel zu Ende ist.

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