Actelion plant nach Verlust Abbau von bis zu 135 Stellen

Das angeschlagene Baselbieter Biotechnologie-Unternehmen plant den Abbau von bis zu 135 Stellen. Davon könnten etwa 115 Stellen am Sitz in Allschwil betroffen sein. Die Gewerkschaft Unia ist empört.

Vom Stellenabbau wohl auch betroffen: Actelion-Standort in Allschwil BL (Archiv) (Bild: sda)

Das angeschlagene Baselbieter Biotechnologie-Unternehmen plant den Abbau von bis zu 135 Stellen. Davon könnten etwa 115 Stellen am Sitz in Allschwil betroffen sein. Die Gewerkschaft Unia ist empört.

Eingespart werden sollen Arbeitsplätze in Forschung & Entwicklung sowie in der Verwaltung, wie Actelion am Donnerstag mitteilte. Europas Branchenführer zählt weltweit über 2500 Mitarbeitende, davon mehr als 1000 in Allschwil.

Actelion wolle den Abbau möglichst über natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen erreichen. Dennoch seien bis zu 70 Entlassungen möglich, sagte Actelion-Sprecher Roland Haefeli auf Anfrage.

Der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Peter Zwick zeigte sich in einer Mitteilung betroffen vom Stellenabbau. Für das Baselbiet sei dies ein grosser Verlust.

Die Baselbieter Behörden seien jedoch frühzeitig über den Abbau informiert worden und Zwick stehe mit der Actelion-Geschäftsleitung in Kontakt, heisst es im Communiqué weiter. Der Kanton sichert den vom Abbau betroffenen Angestellten seine Unterstützung zu, etwa mit Betreuung und einem Job-Center.

Sozialplan vorgesehen

Actelion hat das Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung eingeleitet. Gewerkschafter sind nicht am Tisch. Bis Ende Jahr solle ein Sozialplan vorliegen, hiess es. Die daraus resultierenden Kosten könnten noch nicht beziffert werden.

Umgekehrt sollen die erwarteten Einsparungen ab Ende Jahr zu greifen beginnen. Dadurch solle sichergestellt werden, dass das Unternehmen ausreichend in die „beträchtlichen Wachstumsmöglichkeiten“ in seinem Kerngeschäft mit Mitteln gegen Lungenbluthochdruck investieren könne.

Mittelfristig soll ein zweites Standbein aufgebaut werden. Forschung und Entwicklung will die Firma auf Medikamenten gegen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose sowie Antibiotika ausrichten.

Schwieriges Umfeld

Zur Begründung für den Abbau verwies die Actelion-Führung auch auf das Umfeld: die Frankenstärke, die wachsende Konkurrenz in den USA und das schwierige Preis- und Rückerstattungsumfeld in Europa. Aus diesen Gründen hatten in letzter Zeit auch Novartis und Merck Serono umfangreiche Stellenkürzungen in der Schweiz verkündet.

Actelion hatte für 2011 einen Verlust von 146,2 Mio. Fr. ausgewiesen. Das Halbjahresergebnis 2012 soll nächsten Donnerstag vorgelegt werden.

Die Gewerkschaft Unia zeigt sich in einer Mitteilung empört, dass es zu diesem Abbau kommt. Dies vor allem, weil der Konzern erst vor zwei Jahren den rund 300 Millionen Franken teuren Neubau von Herzog und de Meuron eingeweiht habe. Die Unia will trotzdem am Konsultationsprozess teilnehmen. Ein entsprechendes Schreiben sei der Konzernleitung zugestellt worden, heisst es.

 

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