Amazon am Pranger wegen „schmutzigem Strom“ – Apple gelobt

Dienste in der Internet-Wolke (Cloud) verbrauchen mehr Strom als Länder wie Deutschland oder Frankreich. Während Apple mittlerweile diese Energie komplett aus sauberen Quellen bezieht, wird die Cloud bei Amazon und Twitter laut Greenpeace mit „schmutzigem Strom“ gespeist.

Der verstorbene Apple-CEO Steve Jobs spricht über iCloud (Archiv) (Bild: sda)

Dienste in der Internet-Wolke (Cloud) verbrauchen mehr Strom als Länder wie Deutschland oder Frankreich. Während Apple mittlerweile diese Energie komplett aus sauberen Quellen bezieht, wird die Cloud bei Amazon und Twitter laut Greenpeace mit „schmutzigem Strom“ gespeist.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat dem Online-Händler Amazon den grossflächigen Einsatz von „schmutziger Energie“ vorgeworfen. Beim Betrieb der Amazon Web Services (AWS), einem der grössten Cloud-Services weltweit, komme vor allem Atomstrom und Energie aus Kohlekraftwerken zum Einsatz.

Damit würden auch Clouddienste wie Netflix, Pinterest, Spotify und Vine, die technisch auf AWS aufsetzen, mit „schmutzigem Strom gespeist“, heisst es in einem Greenpeace-Bericht. Ähnlich schlechte Noten wie Amazon erhält der Kurznachrichtendienst Twitter, der im Vergleich zu AWS allerdings deutlich weniger Strom verbraucht.

Als Vorbild für die Branche lobt Greenpeace den US-Konzern Apple. Der Anbieter von iCloud betreibe alle seine Rechenzentren zu 100 Prozent mit Solarenergie oder anderen „grünen“ Energiequellen und sei damit einer der grössten Verbraucher von erneuerbarer Energie in den USA. Vor zwei Jahren hatte Greenpeace Apple noch an den Pranger gestellt, weil damals ein Teil der Rechenzentren mit Strom aus Kohle- und Atomanlagen lief.

Clouddienste

international auf Platz sechs

Fast so gute Noten wie für Apple verteilte Greenpeace an Facebook und Google. Zwar können die beiden Internet-Riesen im Gegensatz zu Apple nicht komplett auf Atom- und Kohlestrom verzichten. Sie hätten aber enorme Anstrengungen unternommen, um auf saubere Energiequellen umzusteigen.

Etwas schlechter schnitt Yahoo in dem Vergleich ab. Auch Microsoft landete nur im unteren Mittelfeld, weil die Clouddienste rund um Windows und Xbox nur zu rund 25 Prozent aus „grünen Quellen“ gespeist werden.

Schlechter als Microsoft schneiden in dem Greenpeace-Vergleich eBay, IBM sowie die Cloudanbieter Equinix, Telecity, Dupont Fabros und Digital Reality ab. Neben Amazon und Twitter steckten Dupont Fabros und Digital Reality in der „dreckigen Energie-Vergangenheit“ fest und unternähmen zu wenige Schritte, um auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Würden die weltweit angebotenen Clouddienste wie eine Nation behandelt, stünden sie mit 684 Milliarden Kilowattstunden hinter China, USA, Japan, Indien und Russland auf Platz sechs der Energieverbraucher – noch vor Deutschland, Kanada, Brasilien, Frankreich und Grossbritannien.

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