Athen erhält Milliarden und begleicht damit Schulden

Griechenland hat die ersten 13 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfsprogramm der Euro-Partner erhalten. Das meiste davon hat Athen gleich wieder ausgegeben, um Schulden bei der Europäischen Zentralbank und beim Internationalen Währungsfonds zu begleichen.

Die Milliarden fliessen wieder: Von Luxemburg (ESM) nach Athen und von dort aus weiter nach Frankfurt (EZB) und Washington (IWF). Doch bis die griechische Staatskasse saniert ist, dürfte es noch Jahrzehnte dauern. (Symbolbild) (Bild: sda)

Griechenland hat die ersten 13 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfsprogramm der Euro-Partner erhalten. Das meiste davon hat Athen gleich wieder ausgegeben, um Schulden bei der Europäischen Zentralbank und beim Internationalen Währungsfonds zu begleichen.

Die 13 Milliarden Euro seien am Donnerstagmorgen überwiesen worden, teilte der Eurorettungsfonds ESM in Luxemburg mit. Es soll dem Land ermöglichen, rechtzeitig seinen dringenden finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Athen habe der Europäischen Zentralbank (EZB) 3,4 Milliarden Euro zurückgezahlt, verlautete aus Regierungskreisen in Athen. Die Rückzahlung von 3,2 Milliarden Euro Schulden und 200 Millionen Euro Zinsen wurde damit fristgerecht geleistet. Hätte Griechenland diese Zahlung nicht bezahlt, hätte die EZB dem Land wohl den Geldhahn zugedreht.

Zudem zahlte Athen den Angaben zufolge auch ein im vergangenen Monat gewährtes Überbrückungsdarlehen von 7,16 Milliarden Euro zurück. Mit diesem hatte Griechenland eine erste fällige Zahlung an die EZB und Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) begleichen können.

Noch nicht überwiesene zehn Milliarden Euro aus der ersten Kreditrate sind für die Bankensanierung reserviert. Drei Milliarden Euro sollen erst im Herbst fliessen.

Die Euro-Finanzminister hatten am Mittwochabend eine Kreditrate in Höhe von insgesamt 26 Milliarden Euro freigegeben. Das neue Paket zur Rettung des Krisenlandes vor der Staatspleite hat einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro und ist auf drei Jahre angelegt. Im Gegenzug verpflichtet sich die griechische Regierung zu Reformen und Einsparungen.

Konversation

  1. Es gab einst einen Journalismus, der die Abkürzung “DDR” bewusst in Anführungszeichen setzte, vor allem um den Etikettenschwindel im zweiten D für “demokratisch” zu entlarven.

    Heute fehlt offensichtlich die Zeit, der Mut oder die Redlichkeit, um die manipulierten Wörthülsen der Politiker und Institutionen zu hinterfragen. Copy-paste geht ja auch einfacher.

    “Griechenlandhilfe” ist ein Beispiel dafür. Mich nervt ungemein, wenn dieses Wort andauernd nachgeplappert wird, wo der Inhalt zu etwa 90% Bankenhilfe, aka Bail-out heissen müsste.

    Vorschlag, liebe Journis:
    Macht mal eine Liste der Unwörter und stellt den Klartext daneben. Schreibt dann z.B.

    “Europäische Bankenhife (aka “Griechenlandhilfe”) vom Deutschen Parlament bewilligt”.

    Damit ist man noch lange kein Linker, Kommunist oder Dumm-Sozi! Die Zahlen liegen schliesslich vor, härtere Fakten gibt es wohl kaum …

    Mir reicht es, wenn ich von der Werbung der Banken, Versicherung und des ganzen Konsumismus systematisch angelogen werde.

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  2. So langsam frage ich mich, ob es nicht einfacher wäre, wenn sie das Geld statt an Griechenland direkt an sich selber überweisen würden…

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