Axpo will 4,1 Milliarden Franken bei frühzeitigem Atomausstieg

Sollte das Stimmvolk den frühzeitigen Atomausstieg beschliessen, dann würde der AKW-Betreiber Axpo als Entschädigung 4,1 Milliarden Franken von der Eidgenossenschaft fordern. Das liegt deutlich über der Schätzung des Bundesrates für solche Zahlungen.

Axpo-Kernkraftwerk Beznau: Sollte das Volk die frühzeitige Abschaltung beschliessen, würde der Stromkonzern Axpo eine Entschädigung in Milliardenhöhe verlangen. (Archivbild) (Bild: sda)

Sollte das Stimmvolk den frühzeitigen Atomausstieg beschliessen, dann würde der AKW-Betreiber Axpo als Entschädigung 4,1 Milliarden Franken von der Eidgenossenschaft fordern. Das liegt deutlich über der Schätzung des Bundesrates für solche Zahlungen.

«Selbstverständlich», sagte Axpo-Chef Andrew Walo im Interview mit der «NZZ am Sonntag» auf die Frage, ob er bei einem Ja zur Atomausstiegsinitiative am 27. November Schadenersatz fordern werde. «Alle Rechtsgutachten, die wir bis jetzt zu dieser Frage gesehen haben, zeigen klar, dass die Grundlage für Entschädigungen vom Bund bei einem Ja gegeben sind.»

Der Bundesrat, der die Volksinitiative ablehnt, fürchtet Entschädigungsforderungen bei einem vorzeitigen Atomausstieg. Allerdings beziffert er diese deutlich tiefer auf einen dreistelligen Millionenbetrag pro Atomkraftwerk. Axpo betreibt die Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt. Für die Initianten liegt indes angesichts des heutigen AKW-Verlustgeschäfts gar kein Schaden vor.

Weniger Einnahmen

Den Betrag von 4,1 Milliarden Franken hat Axpo laut Walo aufgrund einer Preiskurve des Bundesamtes für Energie berechnet, das mittelfristig wieder mit steigenden Strompreisen rechnet. «Das heisst, es werden uns Einnahmen wegfallen», sagte er. Durch die frühzeitige Stilllegung entstünden zudem Mehrkosten und fehlten Zinseinnahmen vom Geld aus dem dafür vorgesehenen Fonds.

«Wir haben für eine Laufzeit von 60 Jahren investiert. Wenn die AKW nun aus politischen Gründen nach 45 Jahren abgeschaltet werden, dann fehlen uns Erträge», fasste Walo seine Forderung zusammen.

Walo weist ferner Vorwürfe von Atomgegnern zurück, das Unternehmen wolle Beznau aus mangelnder Rentabilität eh abschalten, spekuliere nun aber noch auf eine satte Entschädigung. «Wir haben immer gesagt, Beznau werde deutlich über 2020 hinaus laufen, sofern es uns gelingt, den nötigen Sicherheitsnachweis zu erbringen.» Das Unternehmen habe hunderte Millionen investiert.

Subventionen für Atomkraft

Über weitere «Unterstützungsmassnahmen» für die Stromwirtschaft gilt es seiner Meinung nach aber tatsächlich nachzudenken. Bei den heute tiefen Strompreise investiere niemand mehr in Wasser- oder Atomkraft, sagte er. Beide seien aber für die Versorgungssicherheit in der Schweiz wichtig.

Auf die Frage, ob er Subventionen für die Atomkraft fordere, sagte Walo: «Nein, aber ich schliesse heute keine Option aus.» Er verweist dabei auf Deutschland. Dort kämen die AKW-Betreiber für die Kosten der Stilllegung auf, der Staat für die Kosten und Risiken der Entsorgung.

Konversation

  1. Doch, kann ich mir schon:
    Aus so einer undichten Ritze von Mühleberg kommt irgendwas heraus, was man weder sehen noch fühlen kann.
    Ritzen hat das Ding genug und spröde genug ist es von der Strahlung auch.

    P.S.: Die anderen dürften ähnlich aussehen.

    Weil man die Bevölkerung nicht beunruhigen will, wird natürlich kein Strahlenalarm ausgelöst.

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  2. @ M Fischer
    sie suchen zu weit, wir haben noch so ein Teil wo funktioniert:
    http://www.henkermuseum.ch/geschichte/die-guillotine/die-letzte-hinrichtung-in-der-schweiz.html
    Die Guillotine von Luzern war eine Schweizer Hinrichtungsmaschine und befindet sich heute im Foyer des Historischen Museums Luzern. Diese Guillotine wurde zuletzt Mitte Oktober 1940 eingesetzt und war damit mehr als 100 Jahre im Einsatz. Auf diesem «Präzisionsinstrument»[1] wurden seit der Wiedereinführung der zivilen Todesstrafe 1879 bis zu ihrer Abschaffung 1942 alle neun zivilen Hinrichtungen in der Schweiz vollstreckt, so auch die letzte am 18. Oktober 1940 an Hans Vollenweider im Kanton Obwalden.[1]

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  3. Wenn ich die Kommentare hier lese, dann verstehe ich endlich den Begriff “ gegen den Strom“ schwimmen.

    Unermüdlich: Allerdings nur mit dem Mundwerk.

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  4. Kläglich diese Stromkonzerne.

    Zuerst hinken sie mit ihren milliardenschweren Abschreibern der Realität des Strommarktes Jahrzehnte hinterher, dann versuchen sie mit komplett unwahrscheinlichen Prognosen eine Rentabilität der AKWs vorzugaukeln, die es so nicht gibt, nie gegeben hat und nie geben wird. Das ganze garnieren sie indem sie von einem entgangenen Zins fabulieren, der sich im heutigen Zinsumfeld im Minusbereich befinden müsste. Derweil sie jegliche Risiken, Gefahren und die daraus resultierenden Kosten komplett ignoriert. Jeder Manager einer KMU der unter solchen Wahrnehmungsstörungen leidet würde fristlos freigestellt.

    Aber solange Frau Leuthard ihre schützende Hand über sie hält, erstaunt es nicht, dass auch total inkompetente Leute ans Ruder unserer Stromproduzenten gelassen werden.

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    1. An einer Demo gegen Kaiseraugst dort auf dem Areal war ich, das muss Anfang der 80er Jahre gewesen sein. Das war meine erste Demonstration, aber längst nicht die letzte.

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  5. Es ist blauäugig zu glauben, dass die Axpo die Kosten übernimmt resp. übernehmen kann.
    Jede Wette wir (das Volk) wird die Zeche bezahlen müssen wie immer.
    Und noch schlimmer unsere Kinder, Kindeskinder, kindeskindeskinder etc. für x Generationen müssen die dafür ( nicht nur materiell) bezahlen müssen.

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