BAG will mehr Menschen zum Nachdenken über Organspenden bewegen

Mehr Menschen sollten sich mit der Organspende auseinandersetzen. Das ist das Ziel einer Kampagne des Bundesamts für Gesundheit. In einem Kurzfilm stürzen zwei Freunde mit dem Auto beinahe über eine Klippe – und denken über Sterben und Spenden nach.

(Bild: Printscreen «Die Entscheidung»)

Mehr Menschen sollten sich mit der Organspende auseinandersetzen. Das ist das Ziel einer Kampagne des Bundesamts für Gesundheit. In einem Kurzfilm stürzen zwei Freunde mit dem Auto beinahe über eine Klippe – und denken über Sterben und Spenden nach.

Wer sich rechtzeitig informiere und einen Entscheid für oder gegen eine Spende fälle, bewahre Angehörige vor einer schwierigen Situation und helfe mit, das Leben schwer kranker Menschen zu retten. Dies schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung vom Montag. Gemäss Umfragen stehe eine Mehrheit einer Organspende nach dem Tod grundsätzlich positiv gegenüber.

Müssten indes Angehörige anstelle der verstorbenen Person entscheiden, lehnten sie dies in vielen Fällen ab. Als Grund erachtet das Bundesamt den Umstand, dass viele Angehörige den Willen der verstorbenen Person nicht kennen und einer Organspende im Zweifelsfall nicht zustimmen würden.

Mit einem Kurzfilm will das BAG nun herausstreichen, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig für oder gegen eine Organspende zu entscheiden und dies den Angehörigen mitzuteilen. Dabei soll der Film auf spielerische Art den Zugang zum ernsten Hintergrund erleichtern.

Bundesrat gegen automatische Organspende

In der Tat ist der Film eher unkonventionell ausgefallen. Er zeigt zwei Freunde in einer aussichtslosen Situation: In einem Auto über dem Abgrund fragt einer den anderen, ob er nach einem allfälligen Sturz ins Meer seine Organe spenden würde. Sein Freund möchte gerne spenden, hat aber seinen Willen niemandem mitgeteilt. Daraus entspinnt sich ein heiterer Dialog.

Die Kampagne kommt nur eine Woche nach der Publikation des Jahresberichts der Stiftung Swisstransplant. Demnach hat die Zahl der Organspenden in der Schweiz im vergangenen Jahr gegenüber 2011 um sechs Prozent abgenommen. 53 Menschen starben in diesem Zeitraum während der Wartezeit auf ein Spendeorgan.

Bereits im März hatte der Bundesrat einen Aktionsplan lanciert, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Allerdings will er von der automatischen Organspende nichts wissen. Mit der sogenannten Widerspruchslösung werden Organe nach dem Tod automatisch entnommen, sofern es der Patient nicht ausdrücklich anders gewünscht hat.

Konversation

  1. Sollte ich mit meinen 22 Jahren sterben, dann laut Statistik höchstwahrscheinlich wegen einem Verkehrsunfall oder Gewalt. Meine Organe sind dann noch zu gebrauchen (sofern es nicht gerade ein 40-Tonnen-Lastwagen war), und das Einzige, was einem dermassen sinnlosen Tod noch einen Hauch von Sinn geben könnte, wäre, da ich weder an Gott noch an Reinkarnation glaube, das Überleben eines todkranken Menschen.

    Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel