Bâloise erleidet wegen Griechenland-Krise einen Gewinneinbruch

Der Gewinn des Bâloise-Versicherungskonzerns ist im vergangenen Jahr um 83 Prozent auf 61,3 Mio. Fr. abgesackt. Die europäische Schuldenkrise und die unsteten Finanzmärkte haben das Ergebnis durcheinandergewirbelt.

Bâloise erleidet einen Gewinneinbruch (Archiv) (Bild: sda)

Der Gewinn des Bâloise-Versicherungskonzerns ist im vergangenen Jahr um 83 Prozent auf 61,3 Mio. Fr. abgesackt. Die europäische Schuldenkrise und die unsteten Finanzmärkte haben das Ergebnis durcheinandergewirbelt.

Die Gruppe schreibt den Gewinneinbruch fünf Hauptfaktoren zu. Als eines jener Unternehmen, die im grossen Stil in Staatsanleihen investieren, war Bâloise von der Beinahe-Pleite Griechenlands betroffen. Den Abschreiber wegen der unbrauchbar gewordenen Papiere bezifferte Finanzchef German Egloff am Donnerstag auf 78 Mio. Franken.

Negative Zinseffekte von 89 Mio. Fr. und Wertberichtigungen auf Aktien von 119 Mio. Fr. trugen ebenfalls zur Gewinnerosion bei. Der Firmenwert (Goodwill) der kroatischen Tochter musste tiefer angesetzt werden, was in der Buchhaltung mit 50 Mio. Fr. zubuche schlägt. Schliesslich setzte auch die Frankenstärke der Bâloise zu.

Konzernchef Martin Strobel bekräftigte, die Störfaktoren seien zu einem grossen Teil einmalige Vorgänge. Trotz des Gewinneinbruchs fühlen sich die Basler robust genug, eine unveränderte Dividende von 4,50 Fr. pro Aktie vorzuschlagen, auch wenn dies etwas an der Kapitalbasis knabbert. Bis zum Nachmittag stürzte die Aktie indessen um 6,3 Prozent ab.

Scudo-Effekt verpufft

Im Versicherungsgeschäft sei man gut unterwegs, betonte Strobel. Der Rückgang des Geschäftsvolumens um 14,6 Prozent auf 8,14 Mrd. Fr. liegt vor allem an den reichen Kunden. Die steuergünstigen Versicherungsmäntel, also Geldanlagen in einem speziellen Lebensversicherungsprodukt, waren 2009/2010 bei vermögenden Italienern sehr gefragt. Allerdings zeitlich begrenzt im Rahmen der italienischen Steueramnestie (scudo fiscale).

Der Rückgang bei den einbezahlten Summen sei erwartet worden, sagte Strobel. Die gebuchten Bruttoprämien im Leben- und Sachgeschäft sanken um 0,8 Prozent auf 6,80 Mrd. Franken, wobei der Rückgang durch das klassische Lebensversicherungsgeschäft bedingt war.

Nichtleben legte zu und schaffte eine nur leicht von 95,2 auf 95,5 Prozent verschlechterte Combined Ratio, das heisst, der Anteil von Schadenleistungen und Kosten an den Prämien lag nur leicht höher als 2010. Höhere Schadenbelastungen durch Naturkatastrophen vermochte die Bâloise mit dem höheren Volumen zu absorbieren.$

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