Basel hat ein neues Musikfestival: So klingt Museum

An der Museumsnacht gibt es von Rock’n’Roll auf Wänden über maskierte Tänze bis zu radikalem Klezmer viel zu hören und selber zu dirigieren.

Wo Frequenzen nicht nur hör-, sondern auch sichtbar werden und das Instrument zur Installation wird: Biblioteq Mdulair + Synkie sind an der Museumsnacht im Austellungsraum Klingental.

Die Stadt Basel bietet drinnen wie draussen eine Vielzahl an Musikfestivals für Liebhaber lokaler und internationaler Musik und von Klangexperimenten aller Couleur. Doch keines bietet ein so breites Spektrum an Musik und Veranstaltungsorten wie die diesjährige Museumsnacht. Von mittelalterlichen Gassenhauern zu kybernetischem Gesang werden mehr als 30 verschiedene Konzerte, Vor- und Aufführungen musikalischer Art geboten – da wird sogar die Stille zum besonderen Sinneserlebnis.

Eine kleine Festivalrunde:

18 Uhr, Rhythm and Dance – Historisches Museum, Musikmuseum

Im Lohnhof können Sie ihren individuellen Dirigierstab gestalten und bekommen eine Einführung in die verschiedenen Taktschläge. Zwei Musikerinnen spielen ab 19.30 Uhr in einer Art «Dirig-aoke» Wunschstücke von Pop bis Klassik zu Ihren Stabkünsten.

18.10 Uhr, Glockenglanz und Gloria – Basler Münster

Erst vertont das Sinfonieorchester live den «Schellen-Ursli»-Film von 1964, dann kann man die Musiker in unterschiedlichen Besetzungen im grossen Haus und in der Niklauskapelle hören. Und wenn die Maria-Magdalena-Kapelle nicht gerade mit Jazz, Irish Folk und Glühwein zum Verweilen lockt, ist der Kreuzgang ein Rückzugsort für überforderte Ohren mit wunderbarer Stille.

18.15 Uhr, Bewegter Musiksaal – Museum Kleines Klingental

Hier erlebt man nicht nur die Geschichte, sondern auch den Klang des Musiksaals. So kann man Werken von Mozart, Smetana, Huber und Levy lauschen, mit Kindern wunderliche Instrumente entdecken oder mit dem Partner den Walzerschritt lernen. Ab 22 Uhr gibt es einen Wettstreit zwischen einem Boxer und einem Musiker – ein spannender Schlagabtausch.

19 Uhr, Let’s Rock’n’Roll – Fondation Fernet Branca (Saint Louis)

Robert Combas zeigt nicht nur seine Werke in der Ausstellung, wo auch Fotos von David Bowie und Nico hängen. Er stürmt als Sänger von «Les sans pattes» mit absurden Songs und entsprechender Show auch die Bühne.

20 Uhr, Daniel Kahn & The Painted Bird – Kunstmuseum 
Wer wissen will, wie «radikaler Klezmer» klingt, kann gleich drei Sets von Daniel Kahn & The Painted Bird im Kunstmuseum erleben. Der in den USA aufgewachsene Bandleader mit Punk-Attitüde und politischem Gewissen tauft mit seiner Berliner Band das fünfte Abum «The Butcher’s Share».
Zwischen den Live-Sets und danach gibt es Balkan Beats von DJ KimSka.

20.30 Uhr, Feels Like Heidi! – Spielzeugmuseum Riehen

Nachdem Heidi, Peter und Klara ihre Lieblingsmusik vorgestellt haben, gibt Thomas-Maria Reck einen Crashkurs im Zauren, Juchzen und Jodeln. Später treffen beim Alpin Project klassische Hornklänge auf elektronische Beats von DJ Flink und die Maultrommel von David Studer.

20.30 Uhr, Hypnotischer Lärm & Maskenball – Ausstellungsraum Klingental
Verhüllung oder Verbot: Wer keine Maske trägt, kommt weder an die «It’s Just About We»-Ausstellung – beschallt von Biblioteq Mdulair & Synkie mit primitiven analogen Elektronik-Klängen an der Grenzen von Wissenschaft, Musik und Nervensystem – noch an den anschliessenden Maskenball mit DJ Marcelle und DJ Donattt. Material für Masken gibt es vor Ort.

22 Uhr, Arthur Gepting, Drama Rock’n’Roll – Kunst Raum Riehen

Gewappnet mit Gitarre verspricht Arthur Gepting «Drama Rock’n’Roll». Ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist: Hauptsache es wird nachgeschenkt. Denn Geptings Stunde schlägt zu jeder vollen Zeigerrunde.

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