Basler Kantonalbank betrieb Kursmanipulationen

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat die Basler Kantonalbank (BKB) gerügt. Die BKB hat gemäss der Aufsichtsbehörde zwischen 2009 und 2012 «in unzulässiger Weise» den Börsenkurs der eigenen Partizipationsscheine gestützt.

Die BKB wird von der Finanzmarkauftsicht Finma gerügt (Bild: sda)

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat die Basler Kantonalbank (BKB) gerügt. Die BKB hat gemäss der Aufsichtsbehörde zwischen 2009 und 2012 «in unzulässiger Weise» den Börsenkurs der eigenen Partizipationsscheine gestützt.

Der BKB werden Auflagen gemacht und die unrechtmässig erzielte Gewinne von 2,64 Millionen Franken eingezogen.

Im Zuge einer Marktabklärung habe die Finma erhebliche Unregelmässigkeiten im Handel mit Partizipationsscheinen der Basler Kantonalbank festgestellt, heisst es in der Finma-Mitteilung. Im Mai 2013 sei deshalb ein Enforcement-Verfahren eröffnet worden.

Das nun abgeschlossene Verfahren zeigt nach Ansicht der Finma, dass die BKB zwischen Januar 2009 und Ende September 2012 in manipulativer Weise den Börsenkurs der eigenen Partizipationsscheine gesteuert hat.

Die BKB habe aufsichtsrechtliche Bestimmungen zum Marktverhalten verletzt und gegen ihre Gewährs- und Organisationspflichten verstossen, indem sie systematisch marktverzerrende Kaufaufträge für eigene Partizipationsscheine (PS) erteilt habe.

Diese suggerierten eine effektiv nicht vorhandene Nachfrage, die sich kurssteigernd auswirkte. Gleichzeitig verkaufte die Bank Titel aus ihrem Eigenbestand von Frühjahr 2009 bis Sommer 2010 gewinnbringend.

Illegale Stützungskäufe

Nachdem der PS der BKB insbesondere ab Herbst 2011 unter starken Verkaufsdruck geraten waren, nahm die Bank zudem Stützungskäufe vor. Weitere Käufe gegen den Markttrend erfolgten nach Einführung eines internen Eigenhandelsreglements im November 2011.

Die BKB teilte ihrerseits mit, dass sie die Rüge der Finma akzeptiere. Ab Herbst 2011 habe die Bank versucht, den durch die US-Steuerproblematik eingetretenen Kursrückgang durch Marktinterventionen an der Börse aufzuhalten oder zumindest zu dämpfen.

Eingezogene Gewinne fliessen in Bundeskasse

Mit ihrem Vorgehen habe die BKB «in schwerer Weise» gegen ihre Gewährs- und Organisationspflichten verstossen, stellte die Finma fest. Die Finma hat der Bank daher Auflagen gemacht und die von 2009 bis Sommer 2010 unrechtmässig erzielten Gewinne von 2,64 Millionen Franken eingezogen. Dieser Betrag geht, mangels direkt geschädigter Anleger, an den Bund.

Die BKB hält fest, dass die Finma bei der BKB weder strafrechtlich relevante Sachverhalte noch eine Schädigung von Anlegern oder Kunden festgestellt habe.

Die Finma anerkennt, dass sich die BKB im Rahmen des Verfahrens stets kooperativ verhalten und zur raschen Aufklärung beigetragen hat. Die unterdessen von der BKB unter neuer Leitung aus eigener Initiative getroffenen Massnahmen seien zielgerichtet und geeignet, erkannte organisatorische Mängel zu beheben.

Konversation

  1. Nicht nur die uni basel sondern auch immer wieder die bkb zeigen uns, dass in unserer gesellschaft ethisches denken und finanzielle interessen nicht nur unvereinbar sind sondern sogar ausschliessen… Hoffen wir deshalb weiter auf inotiativen wie

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  2. Aus unserer Vernehmlassungsantwort für das neue BKB-Gesetz:

    3. Einschränkung des Eigenhandels mit BKB-Partizipationsscheinen

    […] Da solche Skandale nicht ans Volk überwälzt werden dürfen und damit die Partizipationsscheininhaber vollständig informiert sind, ist dieser Eigenhandel mit dem neuen Gesetz transparent zu machen. Ausserdem müssen zusätzliche Zukäufe unterbunden und die vorhandenen Bestände bestmöglich abgebaut werden. In der aktuellen Situation ist dieser hohe Eigenbestandsanteil eine weitere tickende Zeitbombe bei der Basler Kantonalbank. […]

    http://www.occupybasel.ch/vernehmlassungsantwort-bkb-gesetz-von-occupy-basel/1827

    Die Regierung hat es nicht nötig gefunden, diese Forderung in ihrer Antwort auf die Vernehmlassung zu erwähnen, genau so wenig wie unsere restlichen Forderungen. Dafür wurde im Detail diskutiert, wer den wegschauenden Bankrat wählen soll…

    Die Antwort ging gleichzeitig auch an alle Medien und Grossräte – mit dem gleichen Resultat…

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  3. Wie hat doch Dr. Andreas C. Albrecht immer wieder betont.
    Alles kein Problem, alles i.o. der Bankrat hat keine Fehler gemacht….

    Dazu braucht es keinen weiteren Komentar…

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  4. Ziemlich genau vor einem Jahr haben wir den Artikel „Massive Eigenkäufe bei der BKB“ verfasst und überall versucht einzubringen. Der Artikel war eine Weiterentwicklung eines Cash-Artikels vom Januar 2012!

    Interessiert hat es damals niemanden! Geschweige denn, dass jemand gehandelt hätte. Besser man verdeckt solche Dinge, kann ja nicht sein, dass die BKB immernoch illegale Geschäfte betreibt.

    Nun ist man natürlich wieder das Unschuldslamm und hat schon alles Machbare umgesetzt, dass sowas gar nicht vorkommen kann.

    Wann interessiert man sich endlich mal für den ganzen Dreck bei der BKB und hört auf deren Lügengeschichten zu glauben??? Wir haben da noch einiges aufgedeckt, aber das wurde auch immer fleissig wieder zugedeckt, von der BKB, den Medien und der Politik!

    Schlussendlich muss man bald sagen: Selber schuld falls die BKB in Schieflage gerät und der Kanton ein Loch in seine Finanzen reissen muss! Oder: Wenn die Bank von beiden Seiten der Regierung nicht reguliertn werden WILL, sollte sie wirklich besser privatisiert/verkauft/aufgelöst werden!

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  5. Nein über die Bücher gehen reicht nicht, zurücktreten ist die einzige Option, alles andere ist verantwortungslos.
    Allerdings bin ich nicht so blauäugig dass ich daran glaube…

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  6. Wieviele negative Schlagzeilen will sich die BKB noch leisten? ASE, Probleme in den USA und nun noch diese Kursmanipulationen – und das alles unter dem Slogan „fair banking“?. Die Damen und Herren des Bankrates müssten dringend über Ihre Bücher gehen – oder zurücktreten. Das Institut sonnt sich ja immer noch in „Staatsgarantie“, daher dürfen Regierung und Parlament nicht weiter untätig zuschauen bis die nächste negative Meldung bei Kunden und Steuerzahlern erneutes Stirnrunzeln verursacht.

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