Bestellt, gedruckt – aber nicht abgeholt

Gleich stapelweise liegen Plakate des Regierungsratskandidaten Anton Lauber neben einem Abfallcontainer auf dem Gelände einer Druckerei. Sein Wahlkampfteam beteuert, dass diese dort nur zwischengelagert und nicht etwa entsorgt werden. Mehrere hundert Plakate des Regierungsratskandidaten Anton Lauber liegen neben einem Abfallcontainer. Dies meldet ein Leser der Tages­Woche inklusive Beweisfoto vom Gelände einer Druckerei. Ausgerechnet das Plakat […]

Bestellt, aber nicht abgeholt.

Gleich stapelweise liegen Plakate des Regierungsratskandidaten Anton Lauber neben einem Abfallcontainer auf dem Gelände einer Druckerei. Sein Wahlkampfteam beteuert, dass diese dort nur zwischengelagert und nicht etwa entsorgt werden.

Mehrere hundert Plakate des Regierungsratskandidaten Anton Lauber liegen neben einem Abfallcontainer. Dies meldet ein Leser der Tages­Woche inklusive Beweisfoto vom Gelände einer Druckerei.
Ausgerechnet das Plakat mit dem Slogan «Dynamik in die Regierung» soll verschwinden? Jenes Bild, auf dem Lauber diese Dynamik mit ganzem Körpereinsatz unterstreicht, in dem er auf den Fotografen zuschreitet.

Gut, genau genommen, tut er nur so, als ob. Das beweist die dynamisch kurz geschnittene Krawatte, die kerzengerade vom Hals baumelt. Die zusammengekniffenen Augen hingegen belegen, dass ihm Ironie nicht fremd sein kann: Da schleppt sich einer mühsam durch den Alltag mit prallgefülltem Terminkalender. «Dynamik in die Regierung.» Diese Ironie schien Laubers Wahlkampfteam offenbar doch zu gewagt zu sein. «Denen gefällt das Sujet nicht mehr. Deshalb haben sie die Plakate gar nie abgeholt», habe ihm ein Druckereiangestellter erklärt, so der TagesWoche-Leser.

«Falsch», sagt Laubers Wahl­kampf­leiter Marc Scherrer. Die Plakate würden zwar tatsächlich nicht mehr aufgehängt, aber nicht weil sie schlecht seien, sondern nur weil Lauber darauf schlecht erkennbar sei. Für Standaktionen, bei welchen die Leute näher ans Plakat herankommen, werde das Sujet weiter ­benutzt. Dazu brauche es noch rund 80 Stück. Da ist der Stapel neben dem Abfallcontainer mit geschätzt ein paar hundert Plakaten grosszügig bemessen.

Konversation

  1. Der Kandidat Lauber scheint seiner Sache soo sicher zu sein! Keine Zeit für Wahlveranstaltungen, keine Plakate nötig.
    Jetzt erst recht den anderen wählen!

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  2. Kindertagesstätten sind froh um grosse Bildträger!
    Die Pappen haben bestimmt eine hohe Grammzahl, dies bedeutet Stabilität beim Basteln. Nützliches aus der Politik ziehen kann man, indem man mit Kindern aufs Land geht, Blumen sammelt, Sorten bestimmt, presst und hinterher eine Blumenwiese klebt. Mehrwert statt Müllabfuhr 😉

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  3. Bei manchen Wahlplakaten ist es ja vielleicht tatsächlich besser, wenn sie nach dem Drucken gleich entsorgt werden. Was mich wirklich daran stört, ist dass ich als Mitglied eines Baselbieter Gewerbeverbandes diese Leerläufe mitbezahlen muss, zwangsweise. Die Wahlspenden der Wirtschaftkammer werden durch die Zwangsabgaben an den Aktionsfonds finanziert. Wenn Wahlkomitees diese Gelder derart verschleudern können, stellt sich mir wie schon so oft die Frage, warum wir diese Zwangsabgaben leisten müssen? Aber offenbar bin ich ja das einzige KMU-Mitglied im ganzen Kanton, das sich diese Frage stellt.

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