Bio und weniger süss: Das Magenbrot kommt auf den Zeitgeist

Das altehrwürdige Magenbrot kommt nicht länger an den allgemeinen Food-Trends vorbei. Nach über einem halben Jahrhundert Stillstand erfindet es sich erstmals wieder neu.

Süssigkeit im Wandel: Mit dem ursprünglichen Magenbrot hat das heutige Gebäck fast nur noch die Form gemein.

Fast seit Menschengedenken ist das Magenbrot der eigentliche Star der Basler Herbstmesse. Mit Tradition allein lässt sich solch ein Status freilich nicht auf ewig sichern. Das ist das kleine Einmaleins eines jeden Stars: Man muss sich dann und wann auch dem Zeitgeist anpassen. Fragen Sie Madonna.

Von seinen Ursprüngen hat sich das Magenbrot längst entfernt. Laut dem Verein für Kulinarisches Erbe der Schweiz tauchten die ersten Rezepte nämlich im 19. Jahrhundert in unseren Kochbüchern auf, und zwar als Alpenkräuter-Brot. Diesem wurde eine wohltuende Wirkung auf den Magen zugesprochen, wegen der Kräuter natürlich.

Erst in Kochbüchern nach dem Zweiten Weltkrieg kam der ganze Zucker und Kakao zu Gewürznelken, Zimt, Sternanis, Muskatblüten und dergleichen dazu. Und erst dann war das heutige Lebkuchengebäck auch süss genug, um auf Jahrmärkten wie der Basler Herbstmesse für leuchtende Kinderaugen zu sorgen.

Jetzt steht wieder ein Image-Wandel an: Das erste Bio-Magenbrot nimmt Anlauf in ein neues Zeitalter. Auf die Idee gekommen ist eine Confiserie im Thurgau. Sie will nur noch Rohstoffe und Zutaten in Bio-Qualität verwenden.

Dies kommt gerade bei den urbanen Foodies bestimmt gut an (jedenfalls wenn sie keine Glutenallergie haben). Freuen dürfte sich diese Konsumentengruppe umso mehr, da die Bio-Magenbrot-Hersteller mit Bio-Honig statt Industriezucker bewusst auf weniger Süsse setzen.

Jetzt hat das hippe Magenbrot aus der Ostschweiz nur noch ein Problemchen zu bewältigen: Ihm ist der Zutritt zur Basler Herbstmesse noch nicht vergönnt. Vorgesehen ist das Produkt nämlich bloss für die langweiligen Verkaufsregale im gewöhnlichen Supermarkt.

Noch mehr Herbstmesse?

https://tageswoche.ch/stadtleben/frittierter-hefeteig-gefrorene-kuegeli-und-krasse-bahnen-das-wird-neu-an-der-herbstmesse/

Konversation

  1. Nix da. Magenbrot gibt es nur vom ersten Stand wenn man den Spalengraben herunterkommt. Süss und feucht, wie es sich gehört und kai gruusigi Schoggi drum umme. Aufgepasst: Wenn man nicht Acht gibt, dann ist die ganze Packung an einem Abend weg.
    Früher machten wir den Test und nahmen von einer Portion jeden Tag nur ein Stück, noch eine Woche Später schmeckt es frisch. Länger konnten wir uns nicht zurückhalten…
    Übrigens kann man Magenbrot von diesem Stand auch einfrieren, dann hält es bis Weihnachten, wozu es hervorragend passt. Unbedingt gekühlt/draussen auftauen.

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