Bohnensalat mit Safran und Speck

Safran macht diesen Bohnensalat besonders. Ein typisches Gericht aus der sucrésalé-Küche: frisch und unkompliziert. Nach dem 10. Blogeintrag ist es allerhöchste Zeit für ein Geständnis. Haben Sie’s gemerkt, liebe Leserinnen und Leser? Ja, es ist wahr: Ich bin keine begnadete Köchin. Sorry, die Offenbarung kommt eventuell ein bisschen spät. Ich gebe zu, es gibt andere […]

Safran gibt dem Bohnensalat mit Speckscheiben das gewisse Etwas

Safran macht diesen Bohnensalat besonders. Ein typisches Gericht aus der sucrésalé-Küche: frisch und unkompliziert.

Nach dem 10. Blogeintrag ist es allerhöchste Zeit für ein Geständnis. Haben Sie’s gemerkt, liebe Leserinnen und Leser? Ja, es ist wahr: Ich bin keine begnadete Köchin. Sorry, die Offenbarung kommt eventuell ein bisschen spät. Ich gebe zu, es gibt andere mit weitaus mehr Kreativität und Talent in Kochdingen. Von den Profis ganz zu schweigen. Es liegt mir fern, mich mit ihnen zu messen. Aber da ich nun mal, wie andere Familienfrauen und -männer auch, gefühlte hundert Stunden pro Woche am Herd verbringe und dort hin und wieder etwas einigermassen Akzeptables zustande kommt, hat diese Rezeptsammlung irgendwie ihre Berechtigung.

Oje, ganz einfach

«Ich kenne den Blog», hat mir kürzlich ein lieber Basler erklärt, «das sind diese ganz einfachen Rezepte.» Hoppla, dachte ich, gar nicht gut. «Ganz einfach» tönt ungemein ähnlich wie simpel, bescheiden, gewöhnlich, harmlos, unbedarft oder sogar minderbemittelt. In der Werbung, das habe ich mal gelesen, solle man auf den Ausdruck gänzlich verzichten, sei er doch in Zusammenhang mit der Beschreibung eines Produkts negativ behaftet.

Manchmal aber sind es gerade diese ganz einfachen Dinge, die uns ansprechen. An der Kasse eines Grossverteilers hatte ich vor ein paar Tagen wieder einmal reichlich Zeit, in die Einkaufswagen fremder Leute zu gucken. Ich liebe es, in die Einkaufswagen fremder Leute zu gucken. Gut, man kann es auch Voyeurismus nennen, aber es ist gleichermassen eine Art Sozialstudie. Bei Madame hinter mir türmten sich die Tüten mit Tiefgefrorenem. Am meisten schockiert haben mich die Plastiksäcke mit fertig panierten Pouletschnitzeln. Die Frage bleibt: Hat die Konsumentin keine Zeit, selber zu panieren? Oder weiss sie nicht, wie man ein Schnitzel paniert? Oder ist sie Vegetarierin und kocht Fleisch für die Familie, dabei hasst sie es, tote Tiere anzufassen?

Ungesundes aus dem Tiefkühlregal

Da sich noch allerlei Fertig- und Halbfertigprodukte im Wagen befanden, tippe ich auf den Zeitfaktor. Und mutmasse ausserdem, dass es ihr egal sein muss, wie gesund oder ungesund sie sich und die Ihren ernährt. Den Aspekt Budget und Umweltverträglichkeit lassen wir mal ganz aus dem Spiel. Ich wäre mit Madame sehr gerne ins Gespräch gekommen. «Schaufeln Sie das alles in die Tiefkühlregale zurück», hätte ich ihr gesagt. «Kaufen Sie etwas Käse, ein bisschen Rohkost und ein gutes Brot, damit haben sie besser gegessen und es macht auch keine Arbeit.»

Vielleicht hätte ich ihr auch von diesem Bohnensalat erzählt. Er ist nicht schwierig in der Zubereitung und damit habe ich den Ausdruck «ganz einfach» erfolgreich vermieden. Frische Bohnen aus der Region gibt es beim Gemüsehändler in Uzès erst seit ein paar Tagen, bislang kam die Ware aus Marokko. Die Speckscheiben, das versteht sich von selbst, kann man natürlich auch weglassen.

Bohnensalat

Ein halbes Kilo Bohnen rüsten und im Salzwasser bissfest kochen. Abschütten und kurz mit kaltem Wasser abschrecken. In der Zwischenzeit an zwei Tomaten den Stielansatz entfernen und die Tomaten in kochend heisses Wasser tauchen, bis sich die Haut löst. Herausnehmen und enthäuten. Die Tomaten halbieren und das Innere mit den Kernen vorsichtig entfernen. Die Tomaten in kleine Würfel schneiden, beiseite stellen. Eine Schalotte fein hacken. Etwas Peterli und Schnittlauch hacken. Eine Sauce anrühren mit etwas Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und drei Esslöffeln Weissweinessig. Ein halbes Briefchen Safran oder einige Safranfäden oder beides dazugeben und mit dem Schwingbesen gut verrühren. Danach sechs Esslöffel bestes Olivenöl dazugeben, verrühren. Die Schalotten, Tomaten, Schnittlauch, Peterli und Bohnen in die Sauce geben, mischen und zum Durchziehen kurz stehen lassen. Mit gebratenen Speckscheiben garnieren.

Konversation

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