Bund bewilligt Freisetzungsversuch mit Gen-Weizen

Die eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope darf am Standort Reckenholz in Zürich einen Feldversuch mit gentechnisch verändertem Weizen durchführen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat ein entsprechendes Gesuch bewilligt.

In Reckenholz haben schon mehrere Versuche mit genverändertem Getreide stattgefunden. Als nächstes soll Weizen angebaut werden, der dank einem veränderten Gen aus Gerste ertragreicher sein soll. (Archiv) (Bild: sda)

Die eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope darf am Standort Reckenholz in Zürich einen Feldversuch mit gentechnisch verändertem Weizen durchführen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat ein entsprechendes Gesuch bewilligt.

Die Forschenden wollen transgenen Winterweizen anbauen, der über ein aus Gerste stammendes zusätzliches Transport-Protein für Saccharose (Haushaltszucker) verfügt. Ziel des Versuchs ist es, herauszufinden, wie sich die Pflanzen auf freiem Feld verhalten und ob sie einen besseren Ertrag bringen, wie das BAFU am Freitag mitteilte.

Wie Agroscope im Juni anlässlich der Einreichung des Gesuchs mitteilte, handelt es sich bei dem Winterweizen um die Sorte Certo. Das eingefügte Gen verändert den Zuckertransport im sich entwickelnden Korn und erhöht dort die Aufnahmekapazität für Zucker. Die Körner werden dadurch besser gefüllt, also dicker.

In Gewächshausversuchen habe der transgene Weizen bereits eine Ertragssteigerung von durchschnittlich fünf Prozent gezeigt. Nun soll geklärt werden, ob sich dieser Mehrertrag auch im Feld und mit gleichem Einsatz von Nährstoffen erreichen lässt.

Übliche Sicherheitsauflagen

Der Versuch dauert maximal sechs Anbauperioden vom Herbst 2016 bis zum Herbst 2022. Agroscope muss dem BAFU jedes Jahr vor der Aussaht die Grösse der Versuchsflächen sowie weitere Detailinformationen mitteilen.

Zudem müssen die Forscher die üblichen Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass sich gentechnisch verändertes Material ausserhalb des Versuchsgeländes verbreitet. Dies geschieht beispielsweise mithilfe von Zäunen und der Schulung der Mitarbeitenden. Eine Begleitgruppe überwacht den Versuch vor Ort und erstattet dem BAFU Bericht.

Während die landwirtschaftliche Produktion von gentechnisch veränderten Pflanzen wegen eines Moratoriums bis Ende 2017 verboten ist, ist der Anbau zu wissenschaftlichen Zwecken möglich. Allerdings müssen alle Versuche bewilligt werden. Diese finden auf einem geschützten Versuchsstandort in Reckenholz, der sogenannten «Protected Site», statt. Derzeit sind mehrere Feldversuche mit transgenen Pflanzen im Gang.

Konversation

  1. @Thomas 57
    bleiben da noch die Bienen, Fliegen, Mücken, Läuse und Mäuse
    und sonstiger Getier, wie z.B vegetarische Wölfe, Luchse und Rehe.
    Der Totentanz kann amtlich Bewilligt beginnen.
    Und weil der grosse Kanton dieses Zeug nicht haben will, dürfen
    wir die Versuchskaninchen sein.

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  2. Man könnte fast denken, „es macht alles keinen Sinn, sie machen ja doch, was sie wollen“…ja, es braucht schon immer und immer wieder Kraft, dem entgegen zu halten und den Mut nicht zu verlieren.
    Diese Nachricht hier stimmt mich ganz einfach tief traurig! Wie naturverachtend die vielen Mächtigen doch sind, naturverachtend ist überigens auch menschenverachtend. Ach ja, grad bemerke ich, neben der Trauer spüre ich auch Entsetzen!

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  3. „Zudem müssen die Forscher die üblichen Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass sich gentechnisch verändertes Material ausserhalb des Versuchsgeländes verbreitet. Dies geschieht beispielsweise mithilfe von Zäunen und der Schulung der Mitarbeitenden. “

    Der Gen-Weizen stoppt also bei den Zäunen? Und wenn jemand das Gatter offen lässt?

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  4. Ach?! Und wem gehört der Weizen, falls er das Gen an anderen Weizen weitergibt? Solche Gerichtsprozesse finden bereits statt und gewinnen tut die Gentech Firma… Nicht der ahnungslose Bauer von neben an… Also muss man vielleicht vorher mal überlegen bevor man Labor Prozente in die Umwelt entlässt und nur den Geldhunger stillen will… Kein Bock auf Gen Weizenmaistomatenfisch…

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