Chancen für GSoA-Initiative stehen laut SRG-Umfrage schlecht

Die Chancen der GSoA-Initiative zur Aufhebung der Wehrpflicht hingegen stehen gemäss einer SRG-Trendumfrage schlecht: Wäre letztes Wochenende abgestimmt worden, hätten ihr nur 35 Prozent zugestimmt.

Rekruten beim Appell (Archiv) (Bild: sda)

Die Chancen der GSoA-Initiative zur Aufhebung der Wehrpflicht hingegen stehen gemäss einer SRG-Trendumfrage schlecht: Wäre letztes Wochenende abgestimmt worden, hätten ihr nur 35 Prozent zugestimmt.

Die Chancen der GSoA-Initiative stehen schlecht: 57 Prozent der Stimmberechtigten lehnen die Initiative ab, 8 Prozent sind noch unentschlossen. Populär ist das Anliegen vor allem im links-grünen Lager, aus dem die Initiative auch stammt. Die Basis von FDP, CVP und SVP lehnen diese jedoch wuchtig ab – bei der SVP beträgt der Nein-Anteil ganze 78 Prozent.

Dass sich an den Mehrheitsverhältnissen bis zum Abstimmungssonntag am 22. September viel ändert, ist nicht zu erwarten. Gemäss den Wissenschaftlern des Forschungsinstituts gfs.bern, welches die Umfrage im Auftrag der SRG durchgeführt hat, ist die Meinungsbildung weit fortgeschritten.

Populäres Milizprinzip

70 Prozent der Befragten teilten die Ansicht, das Miliz-Prinzip sei ein wichtiger Pfeiler in der Schweizer Gesellschaft. Dies könnte sich jedoch in Zukunft ändern: Die Umfrage ergab nämlich, dass die Stimmberechtigten unter 40 Jahren die Initiative mehrheitlich befürworten.

Unentschieden steht es derzeit um die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops, gegen welche die Gewerkschaften das Referendum ergriffen haben. 46 Prozent der Befragten stimmen der Änderung des Arbeitsgesetzes und damit der Liberalisierung zu, 47 lehnen sie ab, 7 Prozent sind unentschlossen.

Klar sind die Mehrheitsverhältnisse nur bei der SP-Basis, welche die Vorlage mit 57 Prozent ablehnt, und bei der FDP, die mit 63 Prozent Ja sagt. Bei allen anderen Parteien ist die Basis in ähnlich grosse Lager gespalten. Entscheidend könnten in dieser Situation die parteiungebundenen Stimmberechtigten sein, die die Revision gemäss Umfrage mehrheitlich ablehnen.

Tiefe Gräben

Mehr noch als die Parteibindungen spielt jedoch laut gfs.bern der Wohnort eine Rolle. Ländliche Gegenden stehen der Vorlage mehrheitlich skeptisch gegenüber, während in den Städten die Liberalisierung grössere Sympathien geniesst. Neben dem Stadt-Land-Gefälle zeigt sich auch ein Röstigraben: Die Deutschschweiz stimmt der Vorlage zu, die Romandie dagegen sagt deutlich Nein.

Zustimmung zu Epidemiegesetz

Klare Verhältnisse herrschen bei der dritten Vorlage: Die Befürworter des neuen Epidemiengesetzes liegen mit 49 Prozent Ja- gegen 39 Prozent Nein-Stimmen im Vorsprung. 12 Prozent konnten sich noch nicht festlegen. Weil die Meinungsbildung aber noch schwach ausgebildet ist, könnte es laut GfS Bern noch zu substanziellen Verschiebungen kommen.

Die Umfrage basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1209 stimmberechtigten Personen in den drei hauptsächlichen Sprachregionen. Sie wurde zwischen dem 5. und 9. August 2013 durchgeführt. Der statistische Fehlerbereich bei der gesamten Stichprobe beträgt +/- 2,9 Prozent.

Konversation

  1. „70 Prozent der Befragten teilten die Ansicht, das Miliz-Prinzip sei ein wichtiger Pfeiler in der Schweizer Gesellschaft. Dies könnte sich jedoch in Zukunft ändern: Die Umfrage ergab nämlich, dass die Stimmberechtigten unter 40 Jahren die Initiative mehrheitlich befürworten.“

    Wenn nicht mal die Umfrage-Gestalter der SRG wissen, dass das Miliz-Prinzip auch nach Annahme der Initiative am 22. September so oder so bestehen bleibt, liegt die heilige direkte Demokratie definitiv im Argen.

    Die Abstimmung entscheidet, ob das Zwangsmilizsystem beibehalten wird, oder – wie in Feuerwehr, Politik etc. – nach Schweizer Tradition auf ein Freiwilliges Milizsystem umgestellt wird. Also NICHT über eine Berufsarmee und ebenso NICHT über die Abschaffung der Armee.

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  2. Eindrücklich, wie aufrechte Mitbürger im Diest gelernt haben, Aufzählungen zu gestalten, erhabene Gefühle auszuformulieren und Negatives auszublenden.

    Nun, mag ein jeder von seiner Lebensgestaltung profitieren. Erhabene Gefühle und Kameradschaft (wie abgedroschen dieses Wort schon klingt…) ergeben sich in vielen anderen Lebensbereichen auf extrem sinnvollere Weise.

    Wer will, soll den Dienst absolvieren. Wer nicht will, der soll nicht zu anderen Alibiübungen und Zwangskaffepausen verdonnert werden.

    Mir ist es ausserdem schleierhaft, wie liberale Wirtschafts-Parteien stets für weniger Staat plädieren und immer noch die Dienstpflicht stützen. Der Steigerung des BIP sind untätige Rekruten ja auch nicht gerade dienlich…

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  3. Ah, jetzt begreife ich, wieso wir Männer den Frauen so überlegen sind. Weil wir im Militär waren. Das rechtfertigt dann sicher auch die noch immer herrschende Lohndiskrepanz.
    Denn nur dank uns hält der Staat zusammen, gibt es noch Moral und Mitgefühl für das schwächste Glied. Wären wir alle wie die Frauen nie im Militär gewesen, dann gute Nacht Schweiz…?

    An alle Frauen, welche gegen die Initiative stimmen wollen:
    Lesen Sie in den online Foren die Kommentare der Gegner genau durch. Vielleicht erbarmt Ihr Euch danach den aufgeschlossenen Männern, denjenigen welche die Gleichstellung der Frauen schätzen und erlöst sie von der Wehrpflicht.

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  4. In Deutschland spielen zur Zeit wegen der bevorstehenden Bundestagswahlen am 22. September 2013 Umfragen eine hervorgehobene Rolle – in den redaktionell betreuten Medien.
    „Umfrageergebnisse“ ersetzen weitgehend die Auseinandersetzung um politische Inhalte, welche die Parteien in ihren Wahlprogrammen vorstellen.
    Zu bemerken ist allerdings, dass die „Umfrageergebnisse“ der letzten Jahre bei sämtlichen stattgefundenen Landtags -und Bürgermeisterwahlen weit neben den realen Wahlergebnissen lagen.
    Man sollte, was Kommentare und Rückschlüsse über und aus Umfrage“Ergebnissen“ betrifft, etwas vorsichtig sein, was deren Projektion auf ein Wahl- oder ein Abstimmungsergebnis betrifft.

    Dies gilt zur Zeit auch für die SRG-Umfrage zur GSoA-Initiative. Das „Ergebnis“ nützt scheinbar den Intiativgegnern. Zitat aus dem sda-Artikel:

    „Die Basis von FDP, CVP und SVP lehnen diese jedoch wuchtig ab – bei der SVP beträgt der Nein-Anteil ganze 78 Prozent.“

    Ach ja. Wenn ich – nur mal nur so nebenbei – die Frage stelle, welche Basis denn CVP und FDP haben, dann dürfte der Begriff „wuchtig“, bezogen auf alle Stimmberechtigten eher eine vielleicht gutgemeinte Übertreibung darstellen.
    „Wuchtig“ kann sich für diese Initiative wohl nur das Ständemehr einstellen,wenn es denn überhaupt „Wuchtiges“ zu kommentieren gibt – am Abend des 22. September 2013.

    Mit anderen Worten:
    Heute habe ich – als Auslandschweizer bin ich für eidgenössische Abstimmungen stimmberechtigt – die Stimmunterlagen erhalten. Ich hatte eigentlich nicht die Absicht, mich an dieser Abstimmung zu beteiligen, weil ich schliesslich nicht in der Schweiz lebe, sondern meine „Sicherheit“ von der Freiwilligenarmee der Bundesrepublik Deutschland garantieren lasse.
    Weil ich aber sehe, dass Freiwilligenarmeen durchaus funktionieren und selber als Armeeangehöriger in der Schweiz in meinen unfreiwillig geleisteten unzähligen Diensttagen praktisch nichts irgendwo noch Sinnvolles erlebt habe, werde ich nun dem angeblich aussichtslosen Initiativunterfangen der GSoA eine JA-Stimme beisteuern. Die Armeeverherrlicher und Manneszuchtbefürworter bringe ich dadurch – siehe SRG-Umfrage – natürlich keineswegs in Bedrängnis. Ist mir schon klar.
    Aber ich mag Übertreibungen nicht. Und Heiligsprechungen reizen mich zum Widerwort.

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  5. Offiziere alter Schule mehr. Die wurden nämlich als erste ausgemustert.

    Vielleicht gibt es Offiziere der neuen Schule. Aber die haben ihr Rüstzeug von ihren Mentoren aus den Wirtschaftliberalismus-Kaderschmieden und nicht vom Dienst am Vaterland.

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  6. Die Aussagen von Serena Fischer kann ich nur bejahen und unterstützen. Es ist schon zu lesen und zu hören, dass sich Frauen nicht nur für den Militärdienst interessieren, sondern diesen auch geleistet und ihre Vorteile aus diesem Lebensabschnitt gezogen haben. Besonders wichtig ist mir, dass darüber gesprochen wird. Wer mitmacht, kann verändern. Wer nicht mitmacht, kann eigentlich weder verändern noch mitreden.

    Ein weiterer Punkt neben der Führung ist die fachliche Qualifikation. Die Wehrpflicht erlaubt, aus allen Bevölkerungsschichten, Landesteilen und politischer Gesinnung auch die fachliche Qualifikation auzuwählen.

    Für den Bestand der Genietruppen sind handwerklich ausgebildete Milizsoldaten und auch Kader nicht wegzudenken. Falls diese Handwerker bei einer freiwilligen Miliz fehlen, müssen die vorhandenen „unqualifizierten“ Freiwilligen zuerst auch fachlich, und nicht nur militärisch ausgebildet werden. Dies ist nicht bezahlbar. Ausser, wir führen eine Spezialisten- bzw. Berufsarmee ein. Doch diese muss dann auch beschäftigt werden. 365 Tage im Jahr. Nicht nur 20 Tage (1 WK / Jahr).

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  7. Klar, es gibt viele Bereiche im Leben der Frauen, wo ihnen wertvolle Erfahrungen fehlen im Teambuilding. Die Ladies hören früher auf mit dem Mannschaftssport. Da bleiben höchstens noch Pfadis, Jungparteien oder Fasnachtscliquen übrig für solche wichtigen Schritte in der Persönlichkeitsentwicklung. Es hat zwar viel mehr Frauen in den Kommunikationsabteilungen als Männer, aber in der Krise fehlt den Frauen häufig eine ausgeklügelte Strategie. Das Nervenkostüm ist dünner, Kritik wird persönlicher aufgefasst. Ich spreche hier von der Mehrheit, nicht von Einzelfällen. In Vereinen motzen die Frauen häufig und fühlen sich benachteiligt. Aber in den Vorstand wollen sie trotzdem nicht. Die Mehrheit scheut einfach die Verantwortung, da ändern auch Quoten nichts. Eine Wehrpflicht für Frauen ist aber auch der falsche Weg. Wir mögen die Frauen auch ohne Tarnanzug.

    Wisst ihr, was volkswirtschaftlich schädlich ist? Weniger, wenn ein aufrichtiger Mitarbeiter pro Jahr 3-4 Wochen fehlt (Ausnahme in der Gastronomie oder der Landwirtschaft). Der könnte in dieser Zeit ja auch krank sein. Volkswirtschaftlich schädlich ist, wenn wir niemanden mehr haben, der sich durchbeissen kann in der Krise, der strategisch überfordert ist im Stress und der nie gelernt hat, was Teamspirit und Kameradschaft sind. Die Verweichlichung der Gesellschaft, die Konsumkultur, das „komm ich heut nicht, komme ich morgen“ sind Zeitbomben.
    Auf einen Offizier alter Schule kann man sich verlassen. Wenn es kriselt, stehen die vor ihre Leuten hin und nehmen Einfluss, wenn etwas aus dem Ruder läuft. In der heutigen Manager-Kultur verschwinden die Verantwortlichen mit einer dicken Abfindung. Da fehlt es an Verantwortungsgefühl für die Truppe! Das lernt man nicht im MBA-Kürsli.

    Wer einen Verein, eine Clique oder was auch immer leitet, kennt das Problem: Heutzutage ist es schwierig Leute zu finden, die Verantwortung übernehmen wollen und können. Die Gefahr des Schlendrians und Laueri-Betriebs ist virulent. Das hat ganz sicher mit der niedrigen Wehrquote zu tun.
    Die Jungen erhalten im Militär die Chance, bereits als 20-Jährige Führungserfahrung zu sammeln. Fehler gehören dazu – daraus lernt man. Ganz sicher funktioniert Führen nicht mit Brüllen oder als Kompensation eines Minderwertigkeitskomplexes. Nur Leute, die nie im Dienst waren oder noch nie irgendwo Verantwortung übernommen haben behaupten, militärisches Führungspersonal sei in der Privatwirtschaft nicht zu gebrauchen. Brüllen als Motivationsschub („Los! Los! Los!“) oder als Element einer klaren Befehlsausgabe hat nichts mit einer Schikane zu tun. Wer seine Leute nur unnötig schikaniert, hat seine Führungsaufgabe nicht erfüllt. Das ist im Militär genau gleich wie in der Privatwirtschaft. Als 19-Jähriger habe ich in der RS hervorragende Führungspersönlichkeiten erlebt, die waren keine zwei Jahre älter als ich. In der Privatwirtschaft habe ich mehrfach eklatante Führungsschwächen bei 50-Jährigen festgestellt, die schon das eine oder andere extrem teure Managementseminar besucht haben. Was die dort gelernt haben, ist mir bis heute schleierhaft. Führen lernt man im Feld (Sport, Militär, Pfadi, Clique), nicht im MBA-Kürsli.

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  8. Da begleiten wir unsere „Brut“ über 18 Jahre lang durchs Leben, mit dem Ziel, dass sie zu eigenständigen, aufrechten Männer und Frauen, mit gesundem Menschenverstand werden. Kaum flügge, sollen sie als Soldaten und Soldatinnen fürs Vaterland verbogen, verlogen und erniedrigt werden. MÜTTER, VÄTER UND KINDERLOSE dieses Landes helft am 22. September mit, dass dieser Unfug ein Ende nimmt, dass aus diesen 35%, 53% werden. Denn es geht um die Volksgesundheit! Und um die Sicherheit der Schweiz, sollen sich diejenigen kümmern, die sich dazu berufen fühlen.

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  9. Eine liberale Gesellschaft funktioniert nur, wenn die Mehrheit ein Pflichtgefühl hat für das Allgemeinwohl (Werte Familie Dürr, Hüter der einzig wahren liberalen Werte in Reinform). Nur mit Rumhängen, kreativen Lebensentwürfen oder dem Fokus auf die eigene steile Berufskarriere, funktioniert keine Gesellschaft nachhaltig.
    Genauso wie Ueli Maurer wäre ich freiwillig wohl auch nicht eingerückt. Aber im Nachhinein bin ich extrem froh um diese Lebenserfahrung. Mann lernt:
    a) Einfluss zu nehmen, wenn etwas aus dem Ruder läuft.
    b) dass die Gruppe nur so stark ist wie das schwächste Glied.
    c) Verantwortung übernehmen.
    d) Kameradschaft, Teamgeist, Disziplin, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, sich durchzubeissen. Negativerfahrungen gehören dazu.
    Im Nachhinein bleibt nur das Positive. Rhythmisch in Reih und Glied zu defilieren, der Fahnenmarsch und zum Abschluss die Hymne vom Militärspiel – da läuft es einem kalt den Rücken runter. Das Gefühl, total übermüdet nach einem 40km-Marsch ins Bett zu huschen. Das Gefühl, etwas erreicht und sauber abgeschlossen zu haben. Diese Erlebnisse kann einem niemand mehr nehmen. Im Militär muss der Studierte mit dem Handwerker anpacken, der urbane Intellektuelle mit dem einfachen Gemüt vom Hinterland, der Millionärssohn mit dem Sozialhilfeempfänger. Genau dies ist typisch für die Schweiz und stärkt den nationalen Zusammenhalt.
    Es gibt viele 30-Jährige, die nie in einem Sportverein waren, in der Musik, Pfadi, Feuerwehr oder Militär. Denen fehlen einfach gewisse Kapitel einer ausgereiften Persönlichkeitsentwicklung mit entsprechenden negativen Auswirkungen für die Volkswirtschaft.
    Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Chef alter Schule mit Offizierslaufbahn oder einem geschniegelten Absolventen eines internationalen Elite-Instituts mit aalglatter Manager-Sprache, ich würde mich klar für Ersteres entscheiden. Wir brauchen auch in der Wirtschaft wieder mehr militärische Führungsprinzipien.
    Was mich am meisten nervt, sind diese Hipster mit der avantgardistischen Zurschaustellung ihrer intellektuellen Fähigkeiten. Was reden die über Wehrpflicht ? Etwas, dass diese Individualisten gar nicht aus eigener Erfahrung kennen? Die sollte man alle mal in Vollpackung durch die Nato-Kampfbahn jagen und ordentlich im Dreck robben lassen.

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  10. Man sollte die Frauen-Wehrpflicht einführen, bei der folgenden Abstimmung würde dann das Militär bestimmt abgeschaft.

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