Der Ball liegt bei: Ivica Osim

Die Schweiz braucht einen neuen Fussball-Nationaltrainer. Die TagesWoche hilft bei der Suche. Wie hiess es so schön in einer Wasserstandsmeldung des SFV vom 24. Oktober: «Der Ball liegt nun bei Marcel Koller». Nun, da Koller Wahl-Österreicher bleibt, steht der Verband mit abgesägter Hose da, ist guter Rat teuer. Der Kreis der üblichen Verdächtigen reicht aktuell […]

Ivica Osim – hier als Nationaltrainer Japans im Jahr 2007.

Die Schweiz braucht einen neuen Fussball-Nationaltrainer. Die TagesWoche hilft bei der Suche.

Wie hiess es so schön in einer Wasserstandsmeldung des SFV vom 24. Oktober: «Der Ball liegt nun bei Marcel Koller». Nun, da Koller Wahl-Österreicher bleibt, steht der Verband mit abgesägter Hose da, ist guter Rat teuer.

Der Kreis der üblichen Verdächtigen reicht aktuell von Christian Gross (dürfte sich betupft fühlen, nicht als erste Wahl gegolten zu haben), Michel Pont (der ewige Assistent), Pierluigi Tami (glamourfreier U21-Nationaltrainer), Murat Yakin (fühlt sich zu jung für den Job), Roberto Di Matteo (wahrscheinlich, weil er gerade ohne Job ist), Thorsten Fink (dito) und Lucien Favre (obwohl er bereits dezidiert abgesagt hat).

Wir reichen den Ball weiter an: Ivica Osim.

Gut, der Mann hat ein gewisses Alter (72) und hat einen Schlaganfall wegstecken müssen, aber es sind nicht nur die wunderbaren Jahre bei Sturm Graz, die den aus Sarajevo stammenden Osim zu einer hoch angesehenen Trainerpersönlichkeit gemacht haben.

Auf seine alten Tage hat sich Osim in der Heimat noch einmal einspannen lassen, im Komitee zur Normalisierung der Zustände im Nationalverband von Bosnien-Herzegowina. Mit Erfolg: Die Suspendierung durch die Fifa ist abgewendet, die Spannungen zwischen Bosniaken, Kroaten und Serben sind abgebaut, und die WM-Endrunde ist erreicht.

So ein Mann wie Osim schafft es auch in einer Schweizer Nationalmannschaft zwischen Deutschschweizern, Romands, Tessinern und den Vertretern anderer Landesteile (Kosovo, Mazedonien) sinnstiftend zu wirken.

Peter Stadelmann, der nach Kollers Absage düpierte Delegierte der Nationalmannschaft, hat das Anforderungsprofil noch einmal umrissen. Der neue Mann soll…

…international erfahren sein, Akzeptanz und Ausstrahlung besitzen -> erfüllt Osim zu 100 Prozent.
…den Weg weiter führen mit den jungen Spielern -> kein Problem, siehe Interview in der «Kleine Zeitung» von 2011.
…den Schweizer Fussball aus eigener Anschauung kennen -> vielleicht reicht auch der österreichische?
…und ins Gehaltsgefüge des SFV passen -> wird man irgendwie hinkriegen.

Konversation

  1. … Herr Kieslich, schön.

    Ich möchte mitmischen und bringe jetzt folgende Namen ins Spiel:

    Fatih Terim – das wäre ebenfalls im Sinne der Völkerverständigung (Barrage 2006 …) und würde über Monate hinweg Schlagzeilen generieren.

    Günter Netzer – Trainer war er zwar noch nie, aber wir wissen alle, dass er es könnte, wenn er nur wollte.

    Jupp Heynckes – einfach, weil das die logische Traditionslinie nach Othmar Hitzfeld wäre.

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  2. wie Gilbert Gress. Jüngere wären zu haben. Guy Mathez oder Artur Jorge (!) sind 67, Didi Andrey erst 62. Dann wären wir schon bei der siebten Wahl… Trappatoni (74) erst anfragen, wenn Flasche leer!

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