Der grosse Wurf: Eine Spital-Holding für beide Basel

Das Universitätsspital Basel (USB) und die Baselbieter Kantonsspitäler (KSBL) sollen in einer Spitalgruppe zusammengelegt werden, wie die beiden Regierungen vorschlagen. Das marode Bruderholzspital soll von einem Stationär-Spital zur Tagesklinik werden.

Nr. 45, Bruderholz, 23.09.2013. Das Spital an einem sonnigen Herbsttag

(Bild: Stefan Auf der Maur)

Das Universitätsspital Basel (USB) und die Baselbieter Kantonsspitäler (KSBL) sollen in einer Spitalgruppe zusammengelegt werden, wie die beiden Regierungen vorschlagen. Das marode Bruderholzspital soll von einem Stationär-Spital zur Tagesklinik werden.

Die Gesundheitsdirektoren prüften eine «vertiefte Kooperation in der Gesundheitsversorgung», teilten die Regierungen am Montagmorgen mit. Im März hatten sie eine gemeinsame Spitalstrategie angekündigt und dabei auch eine Spitalfusion nicht ausgeschlossen.

Bereits am Samstag hatte die «Basler Zeitung» über die Pläne berichtet, die öffentlichen Spitäler beider Basel unter einem Dach zusammenzuführen. Heute Montag titelte die «Basellandschaftliche Zeitung»: «Das Bruderholzspital wird es so bald nicht mehr geben.»

Hintergrund ist steigender Kostendruck, ein Ziel auch die Sicherung der Hochschulmedizin in der Region Basel. Zusammenrücken und Fokussierung auf Kernkompetenzen soll nun Synergien und Skaleneffekte ermöglichen. Die Spitalgruppe sei «offen für eine spätere Beteiligung weiterer Partner in der Region», hiess es.

Vor Investitionsentscheiden

Auf dem Tisch liegt jetzt erst ein «Strategiepapier» mit zu prüfenden Stossrichtungen. Definitive Entscheide oder verbindliche Zahlen stehen noch aus. Die Verwaltungsräte von USB und KSBL sollen bis im dritten Quartal 2016 konkretere Umsetzungsvorschläge liefern. Die Rede ist von einem «unvermeidbaren Veränderungsprozess».

Die Zeit drängt, ist doch in Basel ein teurer und wegen eines 60-Meter-Turms in der Altstadt umstrittener Neubau für das USB-Klinkum 2 aufgegleist. Der Grosse Rat hat dem Projekt mit Kosten zwischen 550 und 900 Millionen Franken zugestimmt; Denkmalschutzkreise ziehen jedoch vor Gericht.

Mit einer gemeinsamen Leistungsvereinbarung sollen die ausgelagerten öffentlichen Spitäler der beiden Kantone an eine Leine genommen werden. Diese Leistungsvereinbarung soll Investitionen bündeln und Überkapazitäten abbauen. Letztere werden insbesondere im stationären Bereich geortet, weshalb der ambulante ausgebaut werden soll.

Bruderholzspital degradiert

Markantestes Projekt dabei ist die Verwandlung des maroden Baselbieter Kantonsspitals Bruderholz, bisher mit stationärem Vollangebot, in eine «Tagesklinik für operative und interventionelle Eingriffe» (TOP). Dazu soll ein neues Gebäude erstellt und das alte Spitalhochhaus abgerissen werden.

Angenehmer Nebeneffekt für die leeren Baselbieter Staatskassen: Anstelle des alten Spitalturmes können hochpreisige Wohnungen entstehen. Zum kleinen Laufener Spital, über dessen Schliessung seit langem spekuliert wird, heisst es, dort solle ein «bedarfsorientiertes Gesundheitsnetzwerk entstehen.»

Die Zusammenarbeit von Baselland und Basel-Stadt ist in den letzten Jahrzehnten nicht spannungsfrei verlaufen. Zwar besteht seit 1999 ein Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), hingegen scheiterte 2012 ein gemeinsames Geriatriezentrum. Auf Abgrenzung bedacht war in der Regel Baselland.

Konversation

  1. Bitte mit allen andern Verträgen (Theater etc) verknüpfen und für Baselland einen saftigen Penalty einbauen im Falle eines Nichteinhaltens der Vertäge.

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