Der Pilot des abgestürzten F/A-18-Kampfjets ist tot

Die Luftwaffe hat einen vierten F/A-18-Kampfjet verloren. Am Tag nach ihrem Verschwinden wurde die Maschine im Sustengebiet zerschellt lokalisiert. Seit Mittwoch Morgen besteht jetzt auch traurige Gewissheit über das Schicksal des Piloten.

Ein im Sustengebiet seit Montag vermisster F/A-18-Kampfjet ist abgestürzt. Fast 24 Stunden haben die Suchtrupps nach dem verschollenen Jet gesucht – darunter mit Helikoptern.

(Bild: sda)

Die Luftwaffe hat einen vierten F/A-18-Kampfjet verloren. Am Tag nach ihrem Verschwinden wurde die Maschine im Sustengebiet zerschellt lokalisiert. Seit Mittwoch Morgen besteht jetzt auch traurige Gewissheit über das Schicksal des Piloten.

Die Suche nach dem vermissten Piloten wurde am Dienstagabend gegen 20 Uhr eingestellt und am Mittwochmorgen wieder aufgenommen. Schliesslich wurden die sterblichen Überresten des 27-Jährigen unter den Trümmern des Kampfjets gefunden, wie das VBS mitteilt

Wetter erschwert Suche

Bereits am Dienstag erschwerten die Wetterbedingungen die Suche nach dem abgestürzten F/A-18-Kampfjet stark, wie Vertreter der Luftwaffe am Abend an einer Medienkonferenz berichteten. Mehrere Helikopter hatten vom frühen Dienstagmorgen an das Gebiet rund um den Sustenpass abgesucht. Der Unfallort war auf über 3000 Metern über Meer vermutet worden.

Bis Dienstagmittag habe die vermutete Unfallstelle in Wolken gelegen, sagte Felix Stoffel, Oberst im Generalstab, Chef des Berufsfliegerkorps und ehemaliger F/A-18-Pilot, am frühen Dienstagabend in Bern vor den Medien. Weder im Sichtflug noch mit Infrarotlicht habe deshalb gesucht werden können.

Das Flugzeug, der Schleudersitz und der Pilot selbst waren mit Notsendern ausgestattet. Von diesen Sendern seien lediglich am Montagabend nach dem Verschwinden des Flugzeugs noch Signale empfangen worden, sagte Stoffel. «Das war zu kurz für eine genaue Lokalisation und die Identifikation des Flugzeugs.»

«Schwer zu ertragen»

Zum Verstummen der Sender ergänzte F/A-18 Pilot Pierre Goumoëns, dass diese Sender dazu dienten, nach einem Abschuss des Kampfjets den Piloten zu orten und in Sicherheit zu bringen. «Um einen Aufprall an einer Felswand zu überleben, sind sie nicht gebaut.»

Stoffel beschrieb den Unfallort: Es handle sich um einen relativ grossen Bergkessel mit Schnee- und Gletscherflächen und steilen Felswänden darüber.

Unterhalb der Krete sei an der Felswand eine geschwärzte Fläche vom Durchmesser einer Lastwagenlänge zu erkennen. Vor der Krete, aber vor allem dahinter, in Flugrichtung gesehen, habe er auf Schnee und Gletscher sehr kleine Trümmerteile ausmachen können.

«Als Kamerad und als Fachmann sind diese Bilder schwer zu verstehen und zu ertragen», sagte Stoffel. Er und Goumoëns drückten der Familie ihres verunglückten Kameraden ihr Mitgefühl und ihre Betroffenheit aus. Dessen Familienangehörige würden «nach Möglichkeit» zum Absturzort geflogen, um sich ein Bild der Situation machen zu können, hiess es am Abend in einem Communiqué.

Militärjustiz an der Arbeit

Zum Unfallhergang machten die Vertreter der Luftwaffe mit Verweis auf die Untersuchung der Militärjustiz keine Angaben. Militärjustiz-Sprecher Tobias Kühne sagte auf Anfrage, die Untersuchungen seien am Montag nach dem Verschwinden der Maschine aufgenommen worden. Sie würden viel Zeit beanspruchen. Gemäss Reist sind dabei die hochaufgelösten Luftbilder sehr hilfreich.

Das verunglückte Kampfflugzeug war am Montag um 16.01 Uhr in Meiringen BE zu einem Trainingsflug gestartet. Zunächst verlief der Funkverkehr normal. Um 16.05 Uhr verlor die Einsatzzentrale dann den Kontakt zum Piloten.

Die abgestürzte Maschine hätte zusammen mit einer weiteren F/A-18 den Luftkampf gegen einen F-5-Tiger üben sollen. Wegen Wolken hatten die Piloten keinen Sichtkontakt und flogen nach Instrumentenflugregeln.

Vierte F/A-18 verloren

Den jüngsten Absturz mitgerechnet hat die Schweizer Luftwaffe nun vier ihrer 1997 in Betrieb genommenen 34 F/A-18-Kampfjets verloren, drei Zweisitzer und einen Einsitzer. Von den zunächst beschafften 26 Einsitzern und 8 Zweisitzern stehen nun noch 25 Einsitzer und fünf Zweisitzer zur Verfügung.

Der Verlust einer weiteren Maschine sei schmerzhaft, sagte Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg schon am Montag vor den Medien. Zwar sei der Luftpolizeidienst sichergestellt, und auch am geplanten Aufbau eines Polizeidienstes rund um die Uhr ändere sich nichts. Die Durchhaltefähigkeit sei aber zusätzlich eingeschränkt worden.

Die Häufung von Unfällen stimme ihn nachdenklich, sagte Schellenberg zudem. «Ich erkenne kein Muster.» Ob es einen versteckten Zusammenhang zwischen den Unfällen gebe, müsse analysiert werden. Über die gesamte Zeitperiode von 19 Jahren sei die Ausfallquote bei den F/A-18 indes nicht überdurchschnittlich.

Konversation

  1. @ Sullivan Fisch – das gibt Ihnen jetzt wohl zu denken. Hat hier aber auch grad gar nichts zur Sache der zum Thema. Aber weil es Sie so brennend interessiert, ich ehe mich als weder/noch und verbinde einen Grossteil meines Alltags in der Stadt – eher als Vagabund über Stadt/Kantons- und Landesgrenzen weg. Das ist ja das Schöne in dieser REGIO

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  2. Liebe Miss, dieser Artikel ist mir nicht fremd. Sollte sich an dieser Analyse jedoch was ändern so ist es schon zu spät. Genau so gut könnten wir darüber diskutieren ob die Feuerwehr aus ökologischer Sicht nicht lieber mit leeren Löschfahrzeugen herumfahren sollte um Sprit zu sparen, bei denn Meisten einsätzen brennt es ja auch nicht.
    Ich bin der Meinung eine Armee ist nötig, vorallem unsere Milizarmee, denn eine Armee ist die letzte Instanz und in der Schweiz besteht die Armee aus uns, dem Volk. Das Volk hat sich bisher auch immer für das System ausgesprochen und aktuelle Umfragen erweisen dass die Armee wieder mehr zuspruch erhält als auch schon. Sehen Sie mal über Ihren Tellerrand hinaus und erkennen Sie dass sich dir Welt zur Zeit in einem beunruihgenden Zustand befindet. Hoffen wir mal dass wir nicht auf unsere lezte Instanz zurückgreifen müssen.

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  3. Lieber Realist, ich kenne Sie nicht, Sie sehen aber auf dem Photo trotz Sonnenbrille noch jung aus. Sie wollen mich belehren wie die Schweiz tickt. Ich kann aber mit Ihren Worten nichts anfangen. Ich bin ein Pazifist mit Schweizer Nationalität, habe meine Gründe aus dem Lebenslauf für diese Haltung. Von Ihnen lese ich nur Worte, die eher an einen verbohrten Grossvater erinnern als an einen jungen Mann, der nicht aufhören sollte, ans Leben zu glauben. Herzlich, Piet Westdijk

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    1. Lieber Piet Westdijk
      Der Realist ist ein Frühreifer. Laut seinem Account geboren am 17. 10.2013. Also noch nicht mal ganz drei Jahre alt.
      Vielleicht hilft ja ihm sein Vater oder sein Mami beim Formulieren.

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    2. Der „Realist“ hat recht!
      – Der Wohlstand der Schweiz kommt tatsächlich woanders her. Wenn die Decken der Tresore der Schweizer Banken einmal zusammenbrechen würden, wäre die Schweiz ein tiefes goldenes Loch.
      – „Menschen haben ihr Leben gelassen damit wir es gut haben“ Auch damit hat er recht: Den Gotthardtunnel haben die Italiener und den NEAT-Tunnel auch die Ausländer gebuddelt. unter dem Gasterntal dürften auch 25 zumeist Ausländer noch drin liegen.
      …und die hiesigen industriellen Grössen kamen des öfteren auch aus dem Ausland (Brown & Boveri, ein Teil der Basler Ober-Etage….)
      … und wenn hier nicht die Ausländer die Strassen asphaltiert hätten, bestände das Land wohl immer noch aus Karrenwegen.

      Ob er sich selber auch so versteht?

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  4. @ s chröttli.. RICHTIG- durs Nachtigallewäldeli, aber vorher im Teifflug übers Bruederholzquartier aaschliiche nit vergässe- säll isch ganz wichtig- suscht fählt d Überraschig !

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  5. Piet, du wirst nie verstehen wie die Schweiz funktioniert und weshalb sie ist was sie ist. Auf jedenfall kommt der Wohlstand nicht durch liebäugeln und Billaterale Verträge.
    Menschen haben ihr Leben gelassen damit wir es gut haben. Deine Einstellung ist Gift, denn so machen wir es den Unterdrückern leicht.

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  6. @huber

    was soll denn das?

    nie hab ich so etwas absurdes verlangt – und sei’s als patriotisches heldentum konzipiert.

    persönlich halt ich’s auch nicht für luftraumsicherung – ganz im gegenteil: erfahrbar wird nur die anhaltende luftraum-verunsicherung, ob nun show-mässig oder im «ernstfall».

    lesen Sie @cesna! (das abwehr-ritual)

    für diese «helden» würde basejumping zu lauterbrunnen vorig genügen – das hinterlässt worstcase auch die kleinere sauerei.

    nutzen würd’s etwa gleichviel, aber kosten einen bruchteil.

    (im zweifelsfall fühle ich mich bei einer grenzübergreifenden luftraumüberwachung eh wesentlich ruhiger – sonst knallen die sich übungshalber noch mal gegenseitig ab)

    im übrigen: gegen gripen wurde in der schweiz bekanntlich geimpft – man sollte auch rabies in betracht ziehen

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