Der Zürcher Hafenkran kommt doch

In Zürich wird ein seit Jahren umstrittenes Kunstprojekt definitiv realisiert: Am Limmatquai, gleich neben dem Rathaus, wird 2014 ein Hochsee-Kran aufgestellt. Ein letzter Rekurs wurde zurückgezogen, die Baubewilligung ist damit rechtskräftig.

Der umstrittene Kran auf einer Bildmontage (Bild: Hochbaudepartement der Stadt Zürich) (Bild: sda)

In Zürich wird ein seit Jahren umstrittenes Kunstprojekt definitiv realisiert: Am Limmatquai, gleich neben dem Rathaus, wird 2014 ein Hochsee-Kran aufgestellt. Ein letzter Rekurs wurde zurückgezogen, die Baubewilligung ist damit rechtskräftig.

Das Projekt sorgt seit 2009 für rote Köpfe. Während es einige als Zeichen für die Weltoffenheit der Stadt ansehen, kritisieren es andere als unnötige Geldverschwendung. Allen voran die SVP, die es im Gemeinderat einst sogar als «Scheissding» bezeichnete.

Das «Scheissding» kommt nun aber definitiv ans Limmatquai. Ein letzter Rekurs gegen die Baubewilligung wurde zurückgezogen, wie die Stadt Zürich am Mittwoch mitteilte. Die Künstler können das Projekt «Zürich Transit Maritim» damit realisieren.

Hafenstimmung und spannende Diskussionen

Weil das Aufstellen des Occasions-Krans mindestens ein Jahr Vorlaufzeit braucht, ist es aber erst 2014 so weit. Wann genau, will die Stadt «aus künstlerischen Überlegungen» nicht bekannt geben. Bis dann sollen kleinere Aktionen die Zürcherinnen und Zürcher schon einmal auf die Hafenstimmung vorbereiten, so etwa die Installation von Schiffspollern und Schiffssirenen.

Die Kunstaktion spielt mit der Fantasie, dass es in Zürich einst einen Hafen gab, der nun allmählich «ausgegraben» wird. Insgesamt kostet das Projekt, das neun Monate lang stehen bleiben wird, 600’000 Franken. Die Stadt erhofft sich davon spannende Diskussionen über Kunst im öffentlichen Raum.

Konversation

  1. Dass es in Zürich tatsächlich gelungen ist, Hafenkräne als etwas Exotisches zu verkaufen, mit dem man ein „interessantes, provozierendes Kunstprojekt“ machen kann, zeigt vor allem den engen Horizont vieler Zürcher Bünzlis (inklusive der Varianten Kultur- und Szeni-Bünzlis). Sie schauen so wenig über ihren Tellerrand, dass sie es sich überhaupt nicht vorstellen können, dass es in der Schweiz sehr wohl Hochseeschiffahrt und Hafenkräne, die tatsächlich im Einsatz sind, gibt. Die ca. 75km Distanz bis zur Hafenstadt Basel übersteigen eben den geistigen Horizont, dieser Möchtegern-Kultur-Zürcher, die deshalb glauben, Hafenkräne seien etwas für die Schweiz ganz Fremdartiges. In erster Linie geben sie sich damit der Lächerlichkeit preis – man sollte vielleicht eine Aktion starten, damit an engstirnige Möchtegern-Kulturzürcher vergünstigte Bahnbillete nach Basel abgegeben werden und sie so ihren allzu engen geistigen Horizont etwas erweitern können.

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