Der deutsche Öl- und Gasproduzent Wintershall fördert nach dem Regimewechsel in Libyen wieder deutlich mehr Öl aus seinen Feldern in der Wüste. Gemäss Angaben seines Chefs Rainer Seele hat der Konzern die Produktion seit dem Herbst verdreifachen können.
„Wir sind im Oktober mit einer Produktion von 20’000 Barrel pro Tag gestartet und haben uns nun im Durchschnitt bei 60’000 Barrel pro Tag stabilisiert“, sagte Seele der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Oslo.
Aus seinen Ölfeldern in der libyschen Wüste könne das Unternehmen derzeit maximal 90’000 Barrel pro Tag fördern. Das veraltete Pipeline-System hindere das Unternehmen aber, die gewünschten Mengen von der Wüste zur Küste zu transportieren. „Wir diskutieren jetzt mit der staatlichen Ölgesellschaft eine langfristige Lösung“, so Seele. Die Pipelines seien mehr als 50 Jahre alt.
Die Tochter des Chemiekonzerns BASF hatte vor dem Bürgerkrieg in Libyen bis zu 100’000 Barrel Öl pro Tag gefördert. Vor dem Sturz des Gaddafi-Regimes war Wintershall unter den ausländischen Ölfirmen die Nummer zwei nach der italienischen ENI. Aus Libyen stammten fast drei Viertel der Ölproduktion des Konzerns.