Die Apotheker erobern das Quartier

Am Wochenende hat an der Elsässerstrasse eine neue Apotheke eröffnet. Dabei gäbe es davon bereits mehr als genug. An bester Lage an der Ecke Elsässerstrasse / Wasserstrasse gibt es seit diesem Wochenende ein neues Geschäft: Willkommen «Europa Apotheke»! Ob dieser neuste Pillen-Anbieter auch einem echten Beürfnis entspricht, ist allerdings etwas unklar. Denn die Apohekendichte im […]

Am Samstag eröffnet, die Europa-Apotheke im St. Johann

Am Wochenende hat an der Elsässerstrasse eine neue Apotheke eröffnet. Dabei gäbe es davon bereits mehr als genug.

An bester Lage an der Ecke Elsässerstrasse / Wasserstrasse gibt es seit diesem Wochenende ein neues Geschäft: Willkommen «Europa Apotheke»! Ob dieser neuste Pillen-Anbieter auch einem echten Beürfnis entspricht, ist allerdings etwas unklar. Denn die Apohekendichte im St. Johann ist, gelinde gesagt, ohnehin relativ hoch. Ein kurzer Überblick: Von der Europa-Apotheke bis zur Vogesenapotheke sind es 200 Meter. (2 Minuten zu Fuss). Bis zur Kreuzapotheke sind es 250 Meter (3 Minuten zu Fuss.) Die Drogerie Peter Schneider ist 77 Meter entfernt (55 Sekunden Fussweg). Zugegebenermassen weit entfernt ist die Volta-Apotheke am Vogesenplatz (650 Meter, 8 Minuten Marschdauer) als auch die St. Johannsapotheke bei der Johanniterbrücke (ebenfalls 650 Meter).

Braucht ein Quartier wirklich so viele Apotheker? Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, ob ein paar hundert Meter Fussmarsch beim Kauf einer neuen Packung Kopfschmerztabletten für die Gesundheit der Johanniter nicht förderlicher wären als Medikamente an jeder zweiten Strassenecke. Aber schliesslich wollen Novartis und Co ja auch noch ein bisschen etwas verdienen. Ach ja, eine weitere Apotheke, nicht allen zugänglich, steht ausserdem auf dem Novartis-Campus (600 Meter). 

Konversation

  1. Der Autor hat natürlich grundsätzlich recht: Die Apothekendichte (in ganz Basel!) ist schwindelerregend.

    Aber dann der Satz „…schliesslich wollen Novartis & Co ja auch noch ein bisschen etwas verdienen.“. Ziemlich dümmlich, Herr Jäggi. So wie’s zur Zeit halt Mode ist.

    Sinnvollerweise wäre vielleicht die Frage aufzuwerfen, ob es einen Zusammenhang gebe zwischen Apothekendichte und Medikamentenmarge. Oder anders gesagt: Solange sich die Apotheker nicht nur an den Medis, sondern auch an den staatlich verordneten „Check“-Gebühren dumm und blöd verdienen, so lange ist die Eröffnung einer Apotheke quasi eine Lizenz zum Geld drucken.

    Generell gleicht der paramedizinische Markt bei uns einer Hochburg von Abzockern und Wucherern:

    Bei Orthopädie „Hueskes“ beispielsweise werden neue Armkrücken für 116.- (Occasion 100.-) verkauft, die (in der Schweiz) andernorts per Internet grad mal gut 35.- kosten – und das Beste an diesem Beschiss: Die Patienten werden durch das Unispital an „Hueskes“ verwiesen!

    Oder „ResMed“ bei der Markthalle: Die Nasenmasken für Apnoe-Patienten (lächerliche Dinger, aus etwas Plastik und Latex bestehend) kosten gleich mal über 190.-. Zuträger hier: Die Lungenliga.

    Welche/r Politiker/in wagt es, diese fast schon mafiösen Strukturen aufzubrechen und endlich auszumisten?

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  2. hab ich mir gedacht als ich am Wochenende gesehen hab, dass erneut eine Apotheke im St. Johann eröffnet wird.
    Vielleicht sind aber die Einwohner des St. Johann statistisch gesehen mehr krank als anders wo in Basel und brauchen daher mehr Apotheken..

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  3. Wenn Sie da schon vordringen können, verlangen Sie doch nach einem Weledaprodukt oder sonst etwas, was nicht chemisch hergestellt ist. Es wäre interessant zu erfahren, ob sie sowas auch im Sortiment haben.

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  4. @Andreas Egger: Vielen Dank für Ihren Hinweis zu Hueskes und für ihre Auseinandersetzung mit dem Blog. Die «Analyse» ist zugegebenermassen etwas salopp. Ich mache Sie aber gerne darauf aufmerksam, dass es sich bei dem Beitrag um ein Blog-Posting handelt: Schnell gesehen, schnell geschrieben. Mal verquer, vielleicht auch mal kreuzfalsch aber dafür hält sich der Leser den Bauch vor lachen. Das Blog ist der Tummelplatz des Journalisten, dabei können die journalistischen Kriterien durchaus auch mal etwas auf der Strecke bleiben. Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

    @quoxxer: Vielen Dank. Wir machen bei nächster Gelegenheit die Probe aufs Exempel. Das Resultat können Sie dann hier nachlesen.

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  5. Die Apotheke auf dem Novartis Campus ist sehr wohl allen frei zugänglich. Gesetzlich muss jede Apotheke frei zugänglich sein. Wenn man zur Apotheke möchte kann man sich an der Porte melden und wird von einer Person abgeholt die einem begleitet 😉

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