Die reformierte Kirche schrumpft unaufhaltsam

Die reformierte Kirche verliert jedes Jahr fast 30’000 Mitglieder. Derweil fallen immer mehr Menschen vom Glauben ab. Bald jeder vierte Erwachsene bezeichnet sich als konfessionslos.

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer kehren der reformierten Kirche den Rücken. (Symbolbild)

(Bild: sda)

Die reformierte Kirche verliert jedes Jahr fast 30’000 Mitglieder. Derweil fallen immer mehr Menschen vom Glauben ab. Bald jeder vierte Erwachsene bezeichnet sich als konfessionslos.

2014 zählte die evangelisch-reformierte Kirche noch 1,74 Millionen Mitglieder ab 15 Jahren, rund 87’000 weniger als 2011. Der Anteil der Reformierten an der Bevölkerung sank gleichzeitig von 27,8 auf 25,5 Prozent. Das zeigt eine Befragung im Rahmen der Volkszählung, deren Ergebnisse das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag veröffentlicht hat.

Mit dem jüngsten Rückgang der protestantischen Gläubigen setzt sich ein langjähriger Trend fort. Seit 1970, als sich noch fast jede zweite Person in der Schweiz zur reformierten Kirche bekannte, nahm der Anteil stetig ab: 1990 betrug er noch fast 40 Prozent, 2000 noch rund 34 Prozent.

Immer mehr Konfessionslose

Auch die römisch-katholische Kirche, heute die grösste Konfessionsgemeinschaft der Schweiz, verliert relativ gesehen an Boden. Der Anteil der Katholiken an den über 15-Jährigen ging zwischen 2011 und 2014 von 38,4 Prozent auf 37,9 Prozent zurück. Die absolute Mitgliederzahl erhöhte sich leicht um rund 53’000 auf 2,59 Millionen.

Marktanteile verloren die beiden grossen Landeskirchen in den vergangenen Jahren an andere Glaubensgemeinschaften und insbesondere an die Konfessionslosen. Beinahe jede vierte Person (23 Prozent) gehörte 2014 keiner Kirche an. Das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2000.

Zu anderen christlichen Glaubensgemeinschaften bekannten sich 2014 gemäss BFS 5,7 Prozent, zur jüdischen Gemeinde 0,2 Prozent. Der Anteil der islamischen Glaubensgemeinschaft wuchs von 3,6 Prozent im Jahr 2000 auf 5,1 Prozent.

Konversation

  1. Kleiner Aber wichtiger Hinweis. Religion hat nichts mit Glauben zu tun! Jemand, der aus der Kirche ausgetreten ist muss nicht zwingend vom Glauben abgefallen sein. Und jemand, der in die Kirche geht ist nicht zwingend gläubig. Ich meine an Gott gläubig.

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  2. Es ist ein himmelweiter Unterschied zum Abendmahl, das Leonardo da Vinci gemalt hat und dem, was heute in der Kirche als das bezeichnet wird. Vorher bekommt McDonalds noch fünf Sterne!
    … vielleicht auch, weil es da mehr für die Kinder gibt, als in so mancher Kirche.

    Es muss ja nicht unbedingt ein Besäufnis sein, aber gefeiert haben die damals tatsächlich!

    Wer hat eigentlich verboten, aus Freude in der Kirche zu tanzen?

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  3. In Holland gibt es reformierte Gemeindepfärrer, die nicht an Gott glauben, dafür das Miteinander-unterwegs-sein als gott-äquivalent betrachten. So ist man immerhin nicht allein, muss aber nicht den Dogmen-Unsinn übernehmen.. Schade, dass es so Pfärrer hier nicht gibt.. Die Kirche würde weniger schrumpfen..

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    1. @Piet Westdijk
      Also bitte, was hat dann Miteinander-unterwegs-sein ohne Gott mit der Kirche zu tun? Was sagt denn so ein Pfarrer zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes?

      Unsere Welt ist ja säkularisiert. Was diese Pfarrer machen, ist die Kirche zu säkularisieren.
      Möglich ist auch, dass diese Pfarrer einfach den Humanismus pflegen wollen. Es wäre gut, da ehrlich zu sein, weil das nun wirklich nichts mehr mit Kirche und Religion zu tun hat.

      Allerdings, da gehe ich mit ihnen einig, die Dogmen sind eben nicht dazugehörig, beim ursprünglichen. Die Dogmen sind von Menschen gemacht, von den Führenden in den Kirchen und Religionen, um die Menschen gefügig zu machen.

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  4. Das heisst noch lange nicht, dass man dem Christentum den Rücken gekehrt hat, wenn man, aus der Kirche ausgetreten sich keiner anderen Glaubensrichtung angeschlossen hat.
    Es lässt sich sehr gut als Christ leben ohne einer dieser Kirchengemeinschaften. Die Kirche dreht und wendet die Heilige Schrift so mit der Auslegung, dass sie dazu dient die Menschen gefügig zu machen. Das ist gut, das ist böse.

    Ich trage für mich die Verantwortung ganz alleine. Keine Kirche, kein Pfarrer, kein Priester kann mir das abnehmen, indem er für mich entscheidet, was für mich der richtige Weg ist. Ich bin ganz allein dafür verantwortlich und brauche deshalb keine dieser Institutionen.

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