Die Schweiz hat zu viel schlechtes Trinkwasser und zu wenig Impfstoffe

Dieser Sonntag bringt einige schlechte Nachrichten (tiefere Renten, Kinderpornografie und Streit in Politik und Öffentlichem Verkehr) und einer guten Nachricht: Sind die Züge überbelegt, können Passagiere für nur fünf Franken Aufpreis in die erste Klasse wechseln.

Viele Schweizer fordern laut einer repräsentativen Umfrage den Rücktritt von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Archivbild)

Dieser Sonntag bringt einige schlechte Nachrichten (tiefere Renten, Kinderpornografie und Streit in Politik und Öffentlichem Verkehr) und einer guten Nachricht: Sind die Züge überbelegt, können Passagiere für nur fünf Franken Aufpreis in die erste Klasse wechseln.

Burkhalter weg, jetzt soll Schneider-Ammann abtreten

Nach dem angekündigten Rücktritt von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter wünschen sich die viele Schweizer auch den Rücktritt seines freisinnigen Kollegen Johann Schneider-Ammann. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter 1100 Stimmbürgern in der ganzen Schweiz im Auftrag des «SonntagsBlicks». Rund 69 Prozent verlangen demnach, dass nunmehr auch die Zeit für Schneider-Ammann gekommen sei und er den Hut nehmen solle. In der Beliebtheitsskala unterbietet er die SVP-Bundesräte Ueli Maurer und Guy Parmelin. Rund 63 Prozent der Befragten forderten zudem, dass nach Burkhalter eine Frau die Vakanz in der Regierung besetzen solle.

Wir Schweizer haben das beste Trinkwasser? Denkste!

Die Schweizer Wasserversorger schlagen laut der «NZZ am Sonntag» Alarm. An jeder fünften Trinkwassererfassung würden mittlerweile zu hohe Pestizid-Konzentrationen gemessen, schreiben sie in einem neuen Positionspapier, das der Zeitung vorliegt. «Die festgestellte Trendentwicklung ist besorgniserregend.» Laut Martin Sager, dem Direktor des Vereins des Gas- und Wasserfaches, sei es unbedingt zu vermeiden, dass immer mehr sowie neue Schadstoffe ins Wasser gelangten. Man werde sonst künftig kaum mehr naturnahes Trinkwasser zu einem günstigen Preis anbieten können. Als Gegenmassnahme fordern die Fachleute gezielte Verbote von Pestiziden.

Impfstoffe fehlen, Alternativen auch

Bei bestimmten Impfstoffen gibt es derzeit Versorgungsengpässe. So müssten laut einer Meldung des «SonntagsBlicks» viele Ärzte bei Diphtherie, Starrkrampf, Kinderlähmung und Keuchhusten auf weniger geeignete, alternative Impfungen umstellen. Auch der Einzelimpfstoff gegen Polio fehlt offenbar. In Schweizer Praxen und Spitälern sei daher Flexibilität gefragt, erklärte der Kinderarzt und Wissenschaftliche Sekretär der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, Daniel Desgrandchamps. Zum ersten Mal im Verlauf seiner langjährigen Impfexperten-Karriere sieht sich der Experte aufgrund der Lieferschwierigkeiten sogar ausserstande, anfragenden Ärztekollegen valable Alternativen für manche ausdrücklich empfohlene Präventionsmassnahmen aufzuzeigen, sagte Desgrandchamps.

Rentenreform: Die Alten profitieren, die Jungen verlieren

Die älteren Jahrgänge werden bei der Zustimmung des Volkes zur Rentenreform am 24. September als die klaren Gewinner hervorgehen. Das schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf neueste Berechnungen. Demnach verbessert sich für einen Mann mit Jahrgang 1969 das Budget um 9200 Franken. Wurde die Person dagegen im Jahr 1974 geboren, führt die Vorlage zu einer finanziellen Verschlechterung von 20’700 Franken. Fünf Jahre Altersunterschied bedeuten somit eine Differenz von 30’000 Franken. Die Kalkulation basiere auf einem Lohn von 84’600 Franken und einer mittleren Lebenserwartung von 85 Jahren.

Kinderpornografie-Ring aufgedeckt

Computerspezialisten haben laut Meldungen von «Le Matin Dimanche» und der «Sonntagszeitung» mehrere Seiten von Kinderpornografie gehackt und die erbeuteten Daten ins Internet gestellt. Da unter den Nutzern der Seiten auch Schweizer waren, ermitteln nun die Bundespolizei Fedpol sowie die Zürcher Kantonspolizei. «Wir haben klare Hinweise gefunden, dass es sich um pädokriminelles Material handelt», sagte eine Fedpol-Sprecherin gegenüber den Zeitungen. Nur schon durch den Konsum von verbotener Pornografie drohten drei Jahre Gefängnis.

Streit zwischen SBB und Bombardier geht in die nächste Runde

Die Beziehungen der SBB zu Bombardier haben laut einer Meldung von «LeMatin Dimanche» ein neues Krisenniveau erreicht. Die Ursache dafür sind Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen Doppelstockzüge. Ein Insider bezeichnete das Verhältnis als «belastet». Der Chef von Bombardier Schweiz, Stéphane Wettstein, bestreitet jedoch das Ausmass der Spannungen. In einer solchen Phase eines Grossauftrages seien Meinungsunterschiede unvermeidbar. Am neuen Zeitplan, der eine Auslieferung von 62 Züge bis 2019 vorsehe, halte Bombardier fest.

Pensionskassen, investiert in Start-Ups.

Pensionskassen sollten laut einem Interview von Swissmem-Präsident Hans Hess mit dem «SonntagsBlick» mehr Risikobereitschaft zeigen und die Schweizer Industrie helfen. «Es gibt so viel Geld in der Schweiz, aber es fehlt an Risikobereitschaft, dieses Geld innovativen Firmen zur Verfügung zu stellen», sagte Hess. Damit könnten Start-Ups oder KMU finanziell unterstützt werden. Zudem sagte der Swissmem-Präsident in dem Interview, dass es in der Schweiz ein radikales Umdenken beim lebenslangen Lernen brauche. Ein bisschen weiterbilden reiche nämlich heutzutage nicht mehr aus – vor allem die Bereitschaft zu einer kompletten Umschulung sei mittlerweile vielerorts gefragt.

Für fünf Franken Aufpreis 1.Klasse fahren

Seit einiger Zeit können die Kondukteure der SBB den Passagieren während der Fahrt für einen Aufpreis von lediglich 5 Franken einen Klassenwechsel offerieren. «Das Zugpersonal kann in eigener Kompetenz je nach Situation mit einem Klassen-Upgrade Kunden spontan begeistern, einmal erste Klasse zu fahren», bestätigt ein SBB-Sprecher einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Es gebe keine fixen Strecken für das Angebot; das Zugpersonal könne individuell entscheiden. Der Test dieser Vorgehensweise laufe bis Ende des Jahres.

Konversation

  1. Stehe ich wieder mal in der 2. Klasse, dann kann ich mich neuerdings für 5 Franken mehr «spontan begeistern, einmal in der 1. Klasse zu stehen».

    Seldwyla steht (vor lauter Begeisterung).

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. Also für eine halbstündige „Stehparty“ in der SBB, weil halt wieder der Zug zuwenig Platz hat, ist mir eigentlich schon das Zweitklassbillet zu teuer.
    Wieso soll ich da mehr zahlen, wenn man mir im Grundpreis nur einen leicht komfortableren Viehwagentransport anbieten kann?

    Da bekomme ich woanders wesentlich mehr geboten.

    In so einem Fernbus ist Dauerstehen meines Wissens verboten.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten

Nächster Artikel