Ein Sieg für die Biergiganten

Vom «Basler Bierstreit» war im Frühjahr viel die Rede. Von einem «Bierkrieg» sogar. Nun, die erste Schlacht ist geschlagen und sie ging an die Braugiganten: Die Weko entschied, nicht weiter gegen sie zu ermitteln. Die Wirte kämpfen aber weiter.

Den Durst zu löschen, kostet wohl bald auch den Gast im Restaurant mehr. (Bild: zvg)

Vom «Basler Bierstreit» war im Frühjahr viel die Rede. Von einem «Bierkrieg» sogar. Nun, die erste Schlacht ist geschlagen und sie ging an die Braugiganten: Die Weko entschied, nicht weiter gegen sie zu ermitteln. Die Wirte kämpfen aber weiter.

Der Basler Wirteverband hatte es im Frühjahr vorausgesagt: Nachdem der eine Biergigant im Schweizer Markt seine Preise erhöht hat, zieht der andere bald einmal nach. Vor Kurzem war es soweit: Wie zuvor Feldschlösschen verlangt nun auch Heineken durchschnittlich rund 4 Prozent mehr für seine Biere.

Nach Ansicht von Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband ist das ein weiterer Beweis, dass es zwischen den beiden Biergrössen geheime Absprachen oder zumindest ein stillschweigendes Preiskartell gibt. Es ist ein schwerwiegender Vorwurf. Aber nur einer von vielen, den die Beizer den Brauern machen. Die anderen betreffen unter anderem die Währungsgewinne, welche die Feldschlösschen/Carlsberg-Gruppe einerseits und Heineken andererseits bei den Importen erzielen und die langfristigen Lieferverträge, mit denen sie die Wirte an sich binden (mehr dazu in unserem Themenschwerpunkt: «Es schäumt»).

Alles Gründe, warum das Mass bei den Basler Wirten schon im Frühjahr voll war. Darum reichte ihr Verband bei der Wettbewerbskommission (Weko) und dem Preisüberwacher eine Anzeige ein. Diese beiden Institutionen haben seither den Markt beobachtet, dabei aber keine Anzeichen entdeckt, dass die beiden Biergiganten eine marktbeherrschende Stellung haben könnten, die sie auf eine unzulässige Art ausnützen würden. Womit auch kein Verstoss gegen das Kartellgesetz vorliegt, wie Weko-Vizedirektor Patrik Ducrey auf Anfrage der TagesWoche sagte: «Aller Voraussicht nach werden wir auf eine Untersuchung verzichten.»

Die kleinen Beizer machen den grosen Brauern direkt Konkurrenz

Die Basler Beizer wollen aber nicht aufgeben. In den vergangenen Wochen hätten sie dem Wirteverband «einige weitere interessante Hinweise auf fragwürdige Geschäftspraktiken» gegeben, wie Ebneter sagt: «Diese Fakten wollen wir der Wettbewerbskommission und dem Preisüberwacher noch vorlegen.»

Daneben hat der Basler Wirteverband aber auch noch einen anderen Plan: das Bier im Ausland selbst einkaufen, um es danach containerweise zu importieren und den Wirten – zu ebenfalls günstigen Preisen – weiterzuverkaufen. Ein erster Rampenverkauf dieser Art hat in Basel bereits stattgefunden, weitere sollen folgen, wie Ebneter ankündigt: «Nicht nur hier, sondern auch in anderen Regionen.»

Konversation

  1. Wer hat denn die langfristigen Lieferverträge abgeschlossen? Man kann sich nicht erst Zapfanlage und Theke zahlen lassen und einen langfristigen Liefervertrag abschliessen und dann jammern… Selber schuld.
    Ich persönlich meide möglichst Beizen mit „Monokultur“ – speziell solche mit Heineken oder Feldschlössli…

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