Erfolg des griechischen Schuldenschnitts weiterhin ungewiss

Wenige Tage vor Ablauf der Tauschfrist ist der Erfolg des Schuldenschnitts in Griechenland weiter ungewiss. Während der Internationale Bankenverband (IIF) Zuversicht verbreitet, zeigt sich die Europäische Zentralbank (EZB) skeptisch.

Griechische 1-Euro-Münze in Frankfurt (Symbolbild) (Bild: sda)

Wenige Tage vor Ablauf der Tauschfrist ist der Erfolg des Schuldenschnitts in Griechenland weiter ungewiss. Während der Internationale Bankenverband (IIF) Zuversicht verbreitet, zeigt sich die Europäische Zentralbank (EZB) skeptisch.

Laut einem Bericht im deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ geht die EZB inzwischen davon aus, dass die Teilnahme der Banken, Versicherer und Hedgefonds am Schuldenschnitt gering bleibt und deshalb erzwungen werden muss. Dies wiederum würde die Fälligkeit von Kreditausfallversicherungen in Milliardenhöhe nach sich ziehen.

IIF-Geschäftsführer Charles Dallara sagte dagegen am Samstag im griechischen Fernsehen, die Verhandlungen mit den Investoren machten gute Fortschritte. Er sei deshalb optimistisch, dass eine ausreichende Zahl von Finanzinstituten freiwillig auf einen Grossteil ihrer Forderungen verzichten wird.

Umtausch

Bedingung für das zweite, 130 Mrd. Euro schwere Rettungspaket für Griechenland ist, dass Banken auf 107 Mrd. Euro ihrer Forderungen verzichten. Insgesamt würden sie auf knapp 74 Prozent der Forderungen verzichten, indem sie ihre griechischen Staatsanleihen in neue Papiere mit geringerem Nominalwert, längerer Laufzeit und niedrigeren Zinsen tauschen.

Die Investoren müssen sich bis Donnerstag entscheiden, weil am 20. März griechische Anleihe-Tilgungen in Höhe von fast 15 Mrd. Euro fällig werden. Falls nicht genügend Gläubiger mitmachen, will die griechische Regierung die Investoren mit der Aktivierung rückwirkender Klauseln zur Teilnahme zwingen.

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