Feinheit-Küche im Rauch?

Die Lungenliga ist gerüstet für den Abstimmungskampf gegen das Rauchen. Mit einem Plakat aus der Kreativküche der Zücher Agentur Feinheit – bei genauem Hinsehen eine kleine Überraschung. Meine derzeitige Lieblingsvereinigung, die Lungenliga Schweiz, schickt uns in ihrem Dauerkrieg gegen das allerschlimmste Übel auf unserer Welt bekanntlich wieder einmal an die Urne. Logischerweise setzt sie auf […]

Die Lungenliga ist gerüstet für den Abstimmungskampf gegen das Rauchen. Mit einem Plakat aus der Kreativküche der Zücher Agentur Feinheit – bei genauem Hinsehen eine kleine Überraschung.

Meine derzeitige Lieblingsvereinigung, die Lungenliga Schweiz, schickt uns in ihrem Dauerkrieg gegen das allerschlimmste Übel auf unserer Welt bekanntlich wieder einmal an die Urne. Logischerweise setzt sie auf die Nichtraucher als Soldaten, denn die anderen sind ja unbelehrbar. Die Aufdrucke wie «Rauchen schadet der Potenz» oder «Rauchen ist tödlich» auf den Zigipäckli sehen diese durch den Nebel gar nicht mehr.

Und wie bringt man an sich friedliche Menschen an die Waffen? Indem man ihnen schildert, was ihnen der (qualmende) Feind antut. Der Slogan für die bevorstehende Abstimmungsschlacht ist folglich der altbekannte «Passivrauchen schadet». Aber der wurde selbstverständlich neu munitioniert, von einer Agentur mit einem ziemlich coolen Image – jung, frech, frisch und erst noch aus Züri. Feinheit heisst die Firma und der CEO Moritz Zumbühl.

Ein sympathischer Kerl, der dem Genuss nicht ganz abgeneigt zu sein scheint. Er sei immer für ein Bier (im Helsinki-Club) zu haben, schreibt er. Okay, eine Bierfahne kann ein Nichttrinker vielleicht eklig finden oder so, aber seine eigene Leber bleibt sauber.

Doch was sehen wir denn da auf dem Bild? CEO Zumbühl mit einer dicken, mächtigen Zigarre im Mund! Ob das die gestrengen Lungenligisten gesehen haben, bevor sie ihm den Auftrag gaben? Denn: Auch wenn der junge Mann in Wirklichkeit nie an einem solchen Ding saugen sollte – damit darf man doch keinen Spass machen.

Konversation

  1. Liebe Frau Zech, Rauch habe ich noch keinen entdeckt in der Feinheit-Küche, dafür aber umsomehr Feines, Feinheitliches, jeden Mittag erneut zu kosten. Vielleicht wagen Sie ja mal eine Reise nach Züri und lassen sich inspirieren bei dieser Agentur mit dem coolen Image: Gemeinsames Essen gehört zum jungen, frechen und frischen Ambiente… Grüsse aus dem Fricktal!

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  2. Immerhin habe ich jetzt endlich herausgefunden, dass sich CEOs an dicken Stumpen erkennen lassen, und dass CEOs jemanden haben, der für sie Kommentare schreibt und dass die Lungenliga trotz alledem an solche Firmen Aufträge vergibt. Ich wusste nicht, dass die nicht ganz so verbohrt sind, wie sie sich geben. Ein Wunder so zu sagen.
    Allerdings, was Monika Zech nun nicht richtig recherchiert haben soll, bleibt für mich weiterhin ein Geheimnis.

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  3. Okay, Asche auf mein Haupt. Beim einem allfälligen Besuch in Basel spendier ich Zumbühl eine Zigi und dann lade ich ihn in eine Fümoir-Beiz zum Bier ein…

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