Franko-Algerier zahlt Tessiner Burka-Strafgelder aus eigener Tasche

Das im November im Tessin verabschiedete «Anti-Burka-Gesetz» droht wirkungslos zu werden, noch bevor es wirklich in Kraft treten kann. Der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz kündigte am Donnerstag in Locarno an, alle anfallenden Bussen zu bezahlen.

Will alle künftigen Burka-Bussen im Tessin bezahlen: Der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz vor den Medien in Locarno

(Bild: sda)

Das im November im Tessin verabschiedete «Anti-Burka-Gesetz» droht wirkungslos zu werden, noch bevor es wirklich in Kraft treten kann. Der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz kündigte am Donnerstag in Locarno an, alle anfallenden Bussen zu bezahlen.

Ende November hatte er es im Radio bereits angekündigt, nun bekräftigte Rachid Nekkaz seine Aussage vor Ort. Am Donnerstag erklärte der algerische Unternehmer auf der Piazza Grande in Locarno, dass er künftig alle Strafen im Zusammenhang mit einem Verhüllungsverbot im Tessin bezahlen werde.

Begleitet wurde er von Nora Illi, die beim Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) für Frauenangelegenheiten zuständig ist – sie trug am Medienanlass einen Gesichtsschleier (Niqab).

Das im Tessiner Grossen Rat verabschiedete Gesetz sieht unter anderem vor, dass Frauen, die einen Ganzkörperschleier (Burka) oder einen Gesichtsschleier im öffentlichen Raum tragen, künftig mit Bussen von 100 bis 10‘000 Franken belegt werden können. Wann die Regelung in Kraft tritt, wurde noch nicht festgelegt.

«Ich werde alle Strafen bezahlen und so das Gesetz neutralisieren», sagte Nekkaz am Donnerstag. Er wolle so das Recht auf freie Ausübung der Religion verteidigen.

Sobald es eine Strafe von 10’000 Franken gebe, werde er Einspruch erheben und damit bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg ziehen. Er wolle so erreichen, dass die Schweiz für ein «exzessives Strafmass» verurteilt werde.

Voltaire als Vorbild

Nach Inkrafttreten des französischen Burkaverbots 2010 hatte Nekkaz einen Millionen-Fonds zur Verteidigung der «Freiheit und der religiösen Neutralität des Staates» gegründet – in Frankreich habe er mittlerweile mehr als tausend Bussen bezahlt, sagte er am Donnerstag.

Persönlich sei er gegen Verschleierungen; sein Anliegen begründe sich auf den Ausspruch Voltaires: «Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen», zitierte Nekkaz den französischen Philosophen.

Nora Illi warnte davor, dass das Tessiner Gesetz auch national umgesetzt werde. Politiker um den Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann hatten Ende September ihre Volksinitiative für ein schweizweites Verhüllungsverbot den Medien vorgestellt.

Sie wolle ihre Religion frei leben und weiterhin im Tessin Ferien machen und «auf der Piazza Grande Glacé essen», sagte die IZRS-Verantwortliche.

Nekkaz hatte bereits 2013 angekündigt alle «Burka-Bussen» im Tessin zu zahlen, als das Tessiner Stimmvolk eine entsprechende Initiative an der Urne annahm.

Konversation

  1. Es geht ihm also um die persönliche Freiheit, das muss auch ich anerkennen. Warum er sich dann aber gleichzeitig mit dieser unsäglichen Nora Illi vom IZRS gemein machen muss, erschliesst sich mir nicht unbedingt.

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    1. @huber

      was dieses grüppli mit «zentral»,«islam» oder gar «rat» zu tun hat, ist mir sowieso schleier-haft …

      bezeichnender:

      «die fümf radikal-konvertiten»

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    2. @ Chröttli & Huber:
      Was nicht gepflegt und unterhalten wird, verwildert.
      So ist es auch eigentlich Aufgabe des Staates, sich darum zu kümmern, ob da nicht eine religiöse Richtung „am verwildern“ ist. Wo keine Strukturen des Staates drin sind, kommen andere: Die grösste Firma von Italien ist immer noch die Mafia, dort, wo der Staat sich zurückgezogen hat (also südlich von Rom).
      Die Moslems der Schweiz hätten das Recht, vor wilden Moslemianern (Islamisten) geschützt zu werden, die ihre Religion für unfriedliche Zwecke missbrauchen und besonders junge Menschen verführen.

      Wo kein Gärtner ist, verwildert es halt. So nicht über die Wiese, sondern über den faulen Gärtner schimpfen.

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  2. Das stelle ich mir äusserst schwierig vor, wie eine Frau mit Burka auf der Piazza Grande ein Glacé essen möchte…

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  3. Der Kanton könnte ja dann auf die Ortsschilder zusätzlich draufschreiben: „Burka-frei“.
    Auf die Busse und an die Türen der Behörden könnte man schreiben: “ Hunde und Menschen mit Burka kein Zutritt“, an die Türen der Banken: „Geld willkommen, egal woher, Burka nicht willkommen“.

    Dann weiss es jeder.

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  4. Was bitte soll an diesem Verhalten heldenhaft sein? Ein Mäzen à la Branco Weiss oder Hansjörg Wyss mehr, der mit einem dicken Batzen Demokratie und Rechsstaat untergraben will. Hier noch eine Stufe perfider, zumal höchstwahrscheinlich in Begehung einer Straftat (eine wirksame Rechtspflege wird durch die angedrohte Handlung verunmöglicht).
    Da der Herr sein Vermögen offensichtlich für kriminelle Zwecke einsetzt, bzw. dies androht, sollte es eingefroren/konfisziert und gegen den Herren eine Strafverfolgung eingeleitet werden.

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  5. Ein moderner Held. Er setzt sich trotz offenbar reichlich Vermögen und juristischem Knowhow für Minderheiten ein, statt sie zu diskriminieren und gleichmachen zu wollen.

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