Frederick Forsyth erzählt, wie er zum Erfolgsautor wurde

Der Brite Frederick Forsyth ist einer der erfolgreichsten Thrillerautoren. Mittlerweile 77 Jahre alt hat er in «Outsider» den Blick auf sein eigenes Leben gerichtet.

Frederick Forsyth blickt erstmals auf sein Leben als Aussenseiter zurück (Archiv) (Bild: sda)

Der Brite Frederick Forsyth ist einer der erfolgreichsten Thrillerautoren. Mittlerweile 77 Jahre alt hat er in «Outsider» den Blick auf sein eigenes Leben gerichtet.

«The Day of the Jackal» (Der Schakal), «The Odessa File» (Die Akte Odessa), «the Fourth Protocol» (Das vierte Protokoll) – das sind die bekanntesten der vielen Politthriller, mit denen der Brite Frederick Forsyth weltweit erfolgreich geworden ist.

Sein Name ist dabei schon fast zum Selbstgänger geworden, zur Marke. Wer zu einem Forsyth greift, kann sich darauf verlassen, eine spannende Handlung präsentiert zu bekommen, eingebettet in eine präzise dargestellte politische Krise.

Einzelgänger und Aussenseiter

Der Autor selbst ist weit weniger bekannt als seine Titel. Dabei haben seine persönlichen Erfahrungen einen erheblichen Einfluss gehabt auf seine Romane. Was er erlebte, schildert Forsyth nun in seinen Memoiren: «Outsider – Die Autobiografie». Wie der Titel andeutet, sieht Forsyth sich als Aussenseiter.

Zum einen, weil ihn die Umstände seines Lebens zum Einzelgänger gemacht haben, zum anderen, weil ihm die Perspektive des Aussenseiters beim Schreiben hilft: «Ein Autor sollte immer auf Distanz bleiben», analysiert er. «Wie ein Vogel auf dem Geländer beobachten, aufschreiben, nachforschen, kommentieren.»

Reporter in Ost-Berlin und Biafra

Dabei war die Schriftstellerei lange Zeit kein Thema für den jungen Mann, der kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in Südengland geboren wurde. Wie er Französisch und Deutsch in der Schule lernte, beschreibt Forsyth mit vielen Anekdoten. Wirklich spannend wird es, als ihm seine Kenntnisse zu einem Posten als Nachwuchskorrespondent im Pariser Büro einer Nachrichtenagentur verhalfen.

Auf seine Zeit in Frankreich folgte ein abenteuerliches Jahr als Reporter in Ost-Berlin mitten im Kalten Krieg. Was er dort unternahm, um seine Überwacher auszutricksen und seine Reportagen in den Westen zu schicken, hat in Forsyths Erzählungen grössten Unterhaltungswert. Weniger unterhaltsam war seine Zeit als Reporter im nigerianischen Biafra Ende der sechziger Jahre.

Erster Roman wird zum Welterfolg

Nach Europa zurückgekehrt, machte er aus diesem Scheitern den Anfang seines Erfolgs. Er schrieb einen Roman – basierend auf seiner Arbeit als Reporter im Umfeld des französischen Präsidenten. Wieder einmal kamen ihm glückliche Zufälle zu Hilfe, und das aus der Not entstandene Buch «The Day of the Jackal» wurde zum Welterfolg.

In «Outsider» enthüllt Forsyth erstmals, was schon länger spekuliert worden war: Seit seiner Zeit in Afrika war er immer wieder für den britischen Geheimdienst tätig. Details verrät er nicht, aber er deutet an, welchen Nutzen der Schriftsteller aus der Tätigkeit des Agenten zog.

Der Mensch Frederick Forsyth bleibt hinter diesen Erzählungen erstaunlich blass. Hier wahrt er die gleiche Distanz wie in seinen Romanen. Zwar erzählt er einige spannende und manche anrührende Anekdoten aus mehreren Jahrzehnten, mehr als die Figur in einer Handlung ist Forsyth in den späteren Teilen seiner Autobiografie aber nicht.

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