Fürs Internet ist mehr als ein AKW nötig

Anbieter und Nutzer des Internets verbrauchen jährlich 4640 Gigawattstunden (GWh) Strom. Das sind fast acht Prozent des gesamtschweizerischen Elektrizitätskonsums und deutlich mehr, als das AKW Mühleberg jährlich produziert.

Surfen im Internet verbraucht mehr Strom, als man vielleicht denkt (Symbolbild) (Bild: sda)

Anbieter und Nutzer des Internets verbrauchen jährlich 4640 Gigawattstunden (GWh) Strom. Das sind fast acht Prozent des gesamtschweizerischen Elektrizitätskonsums und deutlich mehr, als das AKW Mühleberg jährlich produziert.

Beinahe die Hälfte der vom Internet verbrauchten Energie geht demnach zulasten der Grossunternehmen. Der Energieverbrauch durch den privaten Internetkonsum in den Schweizer Haushalten wird auf 600 GWh pro Jahr geschätzt.

Dies geht aus einer vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Auftrag gegebenen und von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) durchgeführten Studie hervor. Die Analyse stützt sich auf Daten aus dem Jahr 2009. Die im Februar im Internet aufgeschaltete Studie hat die „NZZ am Sonntag“ am Sonntag publik gemacht.

Michel Monteil, Leiter der Sektion Abfallverwertung und -behandlung im BAFU, zeigt sich auf Anfrage wenig überrascht vom Resultat. „Es ist bekannt, dass das Internet viel Energie verbraucht“, sagte Monteil der Nachrichtenagentur sda.

Aufgrund der hohen Zahl von Internetzugängen schätzt Monteil den Energieverbrauch durch das Internet in der Schweiz wesentlich höher ein als in anderen europäischen Ländern, namentlich jenen im Osten Europas. Verbesserungspotenzial sieht Monteil insbesondere beim Stromverbrauch durch Kühlsysteme in Grossunternehmen.

103’400 Tonnen Material

Die gesamte Internet-Infrastruktur aus Geräten, Kabeln und Antennen hatte im Jahr 2009 gemäss der Studie ein Gewicht von 103’400 Tonnen. Es wurde etwa doppelt soviel Material angeschafft wie entsorgt, wodurch die Infrastruktur in besagtem Jahr um 20’000 Tonnen anwuchs.

Für die Zukunft zeichnen sich zwei gegenläufige Tendenzen ab: Einerseits werden die Geräte immer kleiner und energieeffizienter, andererseits gewähren immer mehr Geräte wie beispielsweise Smartphones einen Internetzugang. Laut Monteil ist unter dem Strich mit einer Zunahme des Stromverbrauchs zu rechnen.

Konversation

  1. Fast jede menschliche Aktivität verbraucht Energie oder Ressourcen. Welche Aktivitäten verbrauchen nun nützliche, sinnvolle, unnütze, unsinnige oder verschwenderische Energie oder Ressourcen? Zumindest muss jeglicher Verschwendung Einhalt geboten werden. Ist nun das Internet nützlich oder unnütz? Und wie viel Energie und Ressourcen werden eingespart, in dem nicht mehr wie wild gefaxt wird und nicht mehr massenweise Briefe und Dokumente mit LKW und Flugzeuge in der ganzen Welt herum gefahren oder herum geflogen werden? Müsste auch berechnet werden? Sicher muss beim Internet jegliche Verschwendung verhindert werden.

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  2. kann den gesamten Strombedarf von Europa mit Sonnenenergie decken.
    Energie ist im Überfluss verfügar. Man muss sie nur gewinnen, und der Wille zum Wandel zur umweltschonenden Energiegewinnung nimmt weltweit zu. Der Atomausstieg ist in vielen Ländern beschlossene Sache. Oel, Gas und Kohle werden in naher Zukunft immer teurer werden, sodass der Markt eine umweltfreundliche Energiegewinnung mit Sonne, Wind, Wasser, etc bald flächendeckend umsetzen wird. Recylcing gewinnt natürlich auch immer mehr an Bedeutung, da viele Hightechtprodukte Rohstoffe enthalten, die ebenfalls selten (nicht nur „Seltene Erden“) und sehr teuer sind. Es ist alles nur eine Frage der Zeit!

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