Gefahr von Gleitschneelawinen steigt

Das trockene, milde Wetter im vergangenen November sowie die zahlreichen Schneestürme im Dezember und Januar haben die Gefahr von Gleitschneelawinen im laufenden Winter erhöht. In diesen Tagen gehen aussergewöhnlich viele solcher Lawinen nieder.

Die Gefahr von Gleitschneelawinen ist hoch (Archiv) (Bild: sda)

Das trockene, milde Wetter im vergangenen November sowie die zahlreichen Schneestürme im Dezember und Januar haben die Gefahr von Gleitschneelawinen im laufenden Winter erhöht. In diesen Tagen gehen aussergewöhnlich viele solcher Lawinen nieder.

„Derart starkes Schneegleiten wie diesen Winter kommt nur etwa alle dreissig Jahre vor“, sagte Christine Pielmeier, Lawinenprognostikerin am Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es gebe deutlich mehr Gleitschneelawinen als im langjährigen Durchschnitt.

Allein in der Nacht auf Samstag seien bestimmt fünf mittelgrosse solcher Lawinen niedergegangen. Weil es in den Bergen viel Schnee habe, könnten diese Abgänge sehr massig sein, sagte Pielmeier. „Die Gleitschneeaktivität ist praktisch im gesamten schweizerischen Alpenraum gross.“ Ganz im Süden ist die Situation etwas günstiger. Lang anhaltende Wärmeperioden verschärften das Risiko zusätzlich.

Im Unterschied zu anderen Lawinenarten bewegt sich beim Schneegleiten die gesamte Schneedecke auf dem Boden. Das geschieht vor allem dann, wenn der Boden noch nicht gefroren ist und der erste Schneefall des Winters ergiebig ausfällt – wie im Winter 2011/2012.

Schneegleiten erkenne man relativ einfach durch die Bildung von „hufförmigen Gleitschneerissen“, auch Fischmäuler genannt, sagte Pielmeier.

Bund warnte vor gleitenden Schneedecken

Im Obwaldner Skigebiet Lungern-Schönbüel hatte Ende Januar eine langsam gleitende Schneeschicht die Stütze eines Sessellifts stark beschädigt. Der Betrieb ist seither eingestellt. Der Bund reagierte Anfang Februar auf diesen Vorfall und warnte die Betreiber von Seilbahnen und Sesselliften vor Gefahren durch die aktuelle Schneesituation.

Derzeit liege überdurchschnittlich viel Schnee an den Hängen, der zudem nur schlecht mit dem Untergrund verbunden sei, hiess es in dem Communiqué. Steigende Temperaturen könnten die Schneemassen in Bewegung bringen und die Stabilität von Stützen gefährden.

Christine Pielmeier vom SLF rechnet in den kommenden Tagen mit weiteren Gleitschneelawinen. „Diese sind zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich und erfolgen in aller Regel spontan“, sagte sie der sda.

Lawinengefahr nimmt „langsam“ ab

Laut Pielmeier nimmt die Lawinengefahr in den nächsten Tagen „langsam“ ab. Gleitschneelawinen seien aber weiterhin möglich.

Konversation

  1. Es war nicht extrem steil. Ich fuhr so gemütlich dahin. Plötzlich fühlte sich das so komisch an. Ich hielt an. Ich war sicher, dass ich angehalten hatte. Und trotzdem bewegte ich mich nach unten – ein eigenartiges Gefühl. Mir passte das gar nicht und ich fuhr schräg ganz flach aus dem Hang, bis ich mich wieder auf sicherem Schnee fühlte.
    Ich schaute zurück – der Schnee bewegte sich tatsächlich nach unten, allerdings nicht schnell und es war keine sehr dicke Schicht.
    Ich hörte, erst nach ein paar Jahren, dass es Gleitschneelawinen gibt. Ich muss in so einer gewesen sein. Das ganze war auf einer kaum befahrenen Piste. Da muss ich wirklich einen Schutzengel gehabt haben.
    Damals waren die Pisten noch nicht dermassen präpariert wie heute. Das muss ende 60er, anfangs 70er Jahre gewesen sein.

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