Gratis-Festessen für einen guten Zweck

Essen, so viel man will, und das erst noch, ohne dafür zu bezahlen. Der Verein Foodwaste zeigt am Samstag in der Basler Markthalle, wie gut überschüssige Lebensmittel schmecken können.

Essen für eine gute Sache: Der Verein «Foodwaste» kocht in der Basler Markthalle ein kostenloses Menü für alle. (Bild: Jonas Jaeggy)

Essen, so viel man will, und das erst noch, ohne dafür zu bezahlen. Der Verein Foodwaste zeigt am Samstag in der Basler Markthalle, wie gut überschüssige Lebensmittel schmecken können.

Krumme Karotten, zu kleine Äpfel, unförmige Birnen: Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden, weil sie nicht den Verkaufsnormen entsprechen, werden am Samstag in der Basler Markthalle für ein Festessen der etwas anderen Art verwendet. Im Rahmen der Umwelttage Basel tischt der Verein «Foodwaste» ein kostenloses Menü für rund 1000 Leute auf – alles aus überschüssigen Lebensmitteln.

Die Aktion nennt sich «Deine Stadt tischt auf» und fand letzten Sommer bereits erfolgreich in Bern statt. «Dieses Projekt hat ein klares Ziel», sagt Vereinsmitgründer Markus Hurschler. «Wir wollen die Leute auf positive Art und Weise auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.» Wie ginge das besser als mit einem Teller leckerem Essen?

Gekocht wird von einer Gruppe aus Lichtenstein, die sich auf Food-Waste-Projekte spezialisiert. «Die Köche sind in ganz Europa unterwegs und kochen auf ähnlichen Veranstaltungen», sagt Hurschler. Dem Verein ist es wichtig, dass das aufgetischte Essen auch hervorragend schmeckt. Denn eines ist klar: «Wenn das Essen nicht gut ist, kommt unsere Message nicht an.»

Haushalte gelten als Hauptverschwender

Diese Message soll insbesondere die Leute zuhause animieren, weniger Essen zu verschwenden, denn die Haushalte gelten als Hauptverschwender, dicht gefolgt von der Gastronomie. Auch zu kurz berechnete Haltbarkeitsdaten und Essensreste sind ein Problem.

Gemäss einer Studie verschwendet jeder Schweizer jährlich rund 300 Kilogramm Essen. Zusammen ergibt das ein Drittel aller zur Verfügung stehenden Lebensmittel. Mit diesen könnte man 140’000 Lastwagen beladen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich bis Madrid ergäben. 

Gemüse von Bauern und Läden

Aus diesem Grund wurde 2012 der Verein Foodwaste gegründet, der mit verschiedenen Projekten auf die Problematik aufmerksam macht. Die Mitglieder sind im Kontakt mit Bauern, Geschäften und anderen Organisationen und können von ihnen die Überschüsse für eine Aktion wie «Deine Stadt tischt auf» beziehen.

Am Freitag wurde das Gemüse für das samstägliche Festessen in der gesamten Schweiz gesammelt und nach Basel gebracht. Das grosse Rüsten und Schneiden startet am Freitagabend in der extra dafür organisierten «Schnibbel-Disko». Gekocht wird am frühen Samstagmorgen, damit pünktlich um 12 Uhr alles für die hungrigen Mägen bereitsteht.


«Basel tischt auf», Markthalle, Viaduktstrasse 10, 5. Juni 2015, 12-17 Uhr

 

 

 

 

Konversation

Nächster Artikel