Grosseltern und Enkel balancieren im Park

Kindliche Lebensfreude trifft auf alte Weisheiten: Im Juni eröffnet der erste Generationen-Spielplatz der Schweiz im Basler Schützenmattpark.

So sieht es aus, wenn sich Mütter mit ihren Kindern auf dem Generationen-Spielplatz austoben. (Bild: Lea Dettli)

Kindliche Lebensfreude trifft auf alte Weisheiten: Im Juni eröffnet der erste Generationen-Spielplatz der Schweiz im Basler Schützenmattpark.

Schaukeln, Ball spielen, die Rutschbahn unsicher machen und sich mit Freunden so richtig austoben. Der Spielplatz ist ein Kinder-Paradies, in welchem die Erwachsenen meist nur eine Nebenrolle spielen. Im Basler Schützenmattpark soll sich das bald ändern. Am 6. Juni eröffnet dort der erste Generationen-Spielplatz der Schweiz, damit nicht nur die Enkel, sondern auch die Grosseltern wieder in Bewegung kommen.

Die Sportwissenschafterin Deborah Wick hat das Projekt als Teil ihrer Masterarbeit an der Uni Basel entwickelt und es letztlich in Kooperation mit ihrem Professor Lukas Zahner, dem Sportamt Baselstadt und der Stadtgärtnerei umgesetzt. «Unser Ziel ist die nachhaltige Bewegungs- und Gesundheitsförderung für Kinder und Senioren», erklärt Wick.



Noch etwas vorsichtig inspiziert das Grosi die neuen Spielgeräte im Schützenmattpark.

Noch etwas vorsichtig inspiziert das Grosi die neuen Spielgeräte im Schützenmattpark. (Bild: Lea Dettli)

Dass sich Alt und Jung gemeinsam bewegen sollen, hat einen Grund. «Unsere Untersuchungen zeigten, dass Senioren und Kinder gleichermassen Probleme mit Gleichgewicht und Kraft haben und deshalb relativ oft stürzen», erklärt Wick. «Für den Spielplatz haben wir Geräte entwickelt, die diese Problematik gezielt trainieren und so das Sturzrisiko verringern.» 

Drei der fünf geplanten Spielgeräte stehen bereits im Schützenmattpark und werden von den Besuchern fleissig genutzt, wie ein Besuch vor Ort zeigte. «Ich finde das eine geniale Idee», schwärmt ein Mami, während sie mit ihrem Sprössling das Balancieren übt. «Es ist wichtig, dass es solche Angebote gibt, damit wir etwas Gemeinsames erleben und körperlich aktiver werden.» Obwohl eigentlich die Grosseltern zur Bewegung aufgefordert werden, scheinen in der Realität besonders die Eltern gefallen an dem Spielplatz zu finden.

Bewegungskurs für Kinder und Senioren

Aufgrund der Beliebtheit und des grossen Zukunftspotentials des Projektes gründete Debora Wick zusätzlich die Stiftung «Hopp-La». Ihr Hauptanliegen ist die Förderung des sozialen Austausches und deshalb soll es nebst dem Spielplatz auch noch ein Generationen übergreifendes Kursangebot geben. «Wir wollen ältere Menschen mit kindlicher Lebensfreude anstecken und Kindern den Umgang mit Senioren beibringen», sagt Wick.

Die Kosten für das Projekt betrugen 470’000 Franken, an denen sich der Kanton mit 270’000 Franken beteiligte. Der restliche Betrag wurde von diversen Stiftungen gesponsert.

Bislang ist dies der einzige Generationen-Spielplatz der Schweiz, doch andere Kantone haben bereits ihr Interesse angekündigt. «Das Projekt in Basel dient der Erfahrungssammlung», erzählt Wick. «Wenn wir es erfolgreich ausgewertet haben, würden wir den Spielplatz  gerne auch an anderen Orten realisieren.»

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Spielplatz Eröffnung im Schützenmattpark, Bachletten, 6. Juni 2015, 10-19 Uhr 

Kursangebot: Gratis Bewegungskurs für Senioren mit oder ohne Enkel, Ab 4. Mai jeden Montag Nachmittag 14-15 Uhr, Schützenmattpark

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