Guttenberg will doch nicht zurück in Politik

Der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will vorerst nicht in die Politik zurückkehren. Guttenberg habe in einem Brief an die CSU-Mitglieder mitgeteilt, bei der Bundestagswahl 2013 kein Mandat anzustreben, sagte CSU-Chef Horst Seehofer.

Karl-Theodor zu Guttenberg will angeblich aus seinen Fehlern lernen (Archiv) (Bild: sda)

Der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will vorerst nicht in die Politik zurückkehren. Guttenberg habe in einem Brief an die CSU-Mitglieder mitgeteilt, bei der Bundestagswahl 2013 kein Mandat anzustreben, sagte CSU-Chef Horst Seehofer.

Guttenberg habe dafür ausschliesslich persönliche Gründe angeführt. Er wolle nach seiner Plagiatsaffäre aus seinen Fehlern lernen. „Dies erfordert jedoch Zeit und Abstand, das ist die Begründung für die Entscheidung“, sagte Seehofer.

Laut Seehofer wird Guttenberg „auf lange Sicht“ keine Einladungen zu öffentlichen Veranstaltungen mehr annehmen. Dies schliesse auch ein, gewisse Zusagen wieder zurückzunehmen.

So werde Guttenberg anders als zugesagt nicht bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst am Samstag in einer Woche in Aachen reden. Wie Seehofer sagte, wird Guttenberg noch am Freitag in die USA zurückfliegen, wo er seit einigen Monaten mit seiner Familie lebt.

Dort nahm er ehrenamtlich einen Job bei der Denkfabrik für Strategische und Internationale Studien CSIS an. Zudem berät er seit Dezember die EU-Kommission in Fragen der Freiheit des Internets.

Selbstkritisch

Im Brief an die Parteimitglieder schreibt Guttenberg, eine Bewerbung um ein Bundestagsmandat im kommenden Jahr wäre nicht der richtige Zeitpunkt. „Und ich habe auch aus meinen Fehlern zu lernen“, zeigt sich der Ex-Minister selbstkritisch. „Nicht jede meiner Reaktionen und Äusserungen im vergangenen Jahr, das ich als extrem empfunden habe, war klug.“

Auch die letzten Wochen seien missglückt, schrieb Guttenberg weiter. Diese Wochen seien vielen als Comeback-Inszenierung erschienen, obgleich es nicht seine Absicht gewesen sei.

Guttenberg hatte in einem Ende November erschienenen Interview-Buch ein Comeback nicht ausgeschlossen. Eine eigene Parteigründung schloss Guttenberg nun ebenfalls aus. „Die CSU bleibt meine politische Heimat“, heisst es in seinem Brief.

CSU drängte auf Comeback

Zuletzt hatte es von der CSU-Spitze verstärkte Bemühungen gegeben, den 40-Jährigen zu einem baldigen Comeback zu überreden. Guttenberg war am 1. März vergangenen Jahres als Verteidigungsminister zurückgetreten.

Er zog damit die Konsequenzen aus einer Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit. Ausserdem legte Guttenberg im vergangenen Jahr sein Bundestagsmandat nieder und gab alle weiteren politischen Ämter auf.

Konversation

  1. Die Deutschen haben es gut. Da sieht ein Politiker ein, dass er Mist gebaut hat und darum nicht mehr für die politische Bühne in Frage kommt. Es gibt zwar noch andere, die diese Einsicht noch nicht haben. Bei uns in der CH haben wir auch solche Kaliber von Politiker, die meinen ohne sie geht die Schweiz unter und nur sie können sie retten. Aber diesen ist bis heute noch nicht die Erkenntnis gekommen, dass es ohne sie besser gehen würde. Wer wohl diese sind?

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