Hanspeter Gass tritt nicht mehr an

Der Basler FDP-Regierungsrat Hanspeter Gass hört auf: Der Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) trete bei den Wahlen vom Herbst 2012 nicht mehr an, teilt das JSD mit.

Der Basler FDP-Regierungsrat Hanspeter Gass anlässlich einer Ehrung der Swisscoy. (Bild: Georgios Kefalas / Keystone)

Der Basler FDP-Regierungsrat Hanspeter Gass hört auf: Der Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) trete bei den Wahlen vom Herbst 2012 nicht mehr an, teilt das JSD mit.

Polizeidirektor Hanspeter Gass tritt 2012 nicht mehr an: Der FDP-Regierungsrat hat dies dem Präsidenten der Basler FDP am Mittwoch mitgeteilt. Zu den Gründen heisst es in der Medienmitteilung lediglich: «In Übereinstimmung mit seiner persönlichen Lebensplanung beendet er mit Ablauf der Legislatur am 31. Januar 2013 – nach rund sieben Jahren – sein Engagement als Regierungsrat.»

Im Amt bleibt Gass noch bis Ende Januar 2013. Dann werde er sich aus dem aktiven Erwerbsleben zurückziehen, sagte Gass auf Anfrage der sda. Den «kleinen Luxus der Frühpensionierung» leiste er sich und seiner Familie, nachdem er bereits seit dem 16. Altersjahr im Berufsleben stehe und seither ohne Unterbruch viel gearbeitet habe.

Künftig wolle er nur noch machen, was ihm Spass bereite, sagte Gass weiter. Das könne durchaus auch das eine oder andere Mandat sein. Genug von seinem Posten habe er aber keineswegs, zumal er ja noch 14 Monate im Amt bleibe. Für ihn sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass er nur zwei Amtsperioden der Regierung angehören wolle.

Trotz Kritik positive Bilanz

Zwar stand Gass in jüngster Vergangenheit in Zusammenhang mit Polizeieinsätzen bei Besetzungen und Krawallen in der Kritik, er selbst zieht jedoch über seine bisherige Regierungstätigkeit eine durchaus positive Bilanz. Allerdings bedauert er, dass sein Departement oft auf die Polizei reduziert werde.

Dabei seien unter seiner Leitung erfolgreich das Justiz- und das Sicherheitsdepartement zu einem Departement mit 2000 Mitarbeitenden und einem Budget von 320 Mio. Fr. verschmolzen worden, hält Gass fest. Als Erfolg wertet er auch die Aufstockung des Polizeikorps um 45 Personen, die Kooperationsvereinbarung mit dem FCB oder die Einigung mit Bundesrat Maurer über die Staatsschutz-Aufsicht.

Gegenüber dem Regionaljournal Basel beteuerte Gass, dass die Kritik an seiner Person keinen Einfluss auf seinen Entscheid gehabt habe. Im Gegenteil: «Weil ich schon frühzeitig entschieden hatte, konnte ich weder medial noch politisch unter Druck gesetzt werden.» Er beuge sich keineswegs etwelchen populistischen Forderungen.

Gass, der zuvor als kaufmännischer Direktor beim Theater Basel tätig gewesen war, gehört der Basler Regierung seit sechs Jahren an. Gewählt wurde er 2006 als Nachfolger seines Parteikollegen Jörg Schild, der zum Sport-Dachverband Swiss Olympics wechselte. 2008 wurde Gass in stiller Wahl in seinem Amt bestätigt – allerdings musste er als einziger Bisheriger in den zweiten Wahlgang.

Mit seinem frühzeitigen Verzichtsentscheid will Gass nun seiner Partei die Möglichkeit geben, die Nachfolgeplanung rechtzeitig an die Hand zu nehmen. Die FDP hat in der siebenköpfigen Regierung des Stadtkanton – wie CVP, LDP und Grüne – einen Sitz, während die SP drei Mandate inne hat.

Näheres zum Abgang von Hanspeter Gass folgt nach dem TagesWoche-Interview im Laufe des Nachmittags.

Artikelgeschichte

30.11.2011, 12:00 Uhr: Totalüberarbeitung mit weiteren Details der Agentur sda.Anreicherung mit «verwandten Artikeln».

Konversation

  1. Ich schliesse mich der Meinung an das Peter Malama die beste Wahl für das Amt ist …. nur schade dass er dann eventuell nicht mehr im Nationalrat sein wird.

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