Happy Halloween!

Die gruseligste Nacht des Jahres steht an: Halloween! Der Allerheiligenabend wird bei uns zwar noch nicht so exzessiv gefeiert wie in Irland (dem Ursprungsland) oder in den USA, wo kostümierte Kinder im Minutentakt an Haustüren klingeln und nach Süssigkeiten lechzen. Dennoch: Wirft man einen Blick in die Schaufenster unserer Läden, wird Halloween auch bei uns […]

Die gruseligste Nacht des Jahres steht an: Halloween! Der Allerheiligenabend wird bei uns zwar noch nicht so exzessiv gefeiert wie in Irland (dem Ursprungsland) oder in den USA, wo kostümierte Kinder im Minutentakt an Haustüren klingeln und nach Süssigkeiten lechzen.

Dennoch: Wirft man einen Blick in die Schaufenster unserer Läden, wird Halloween auch bei uns immer mehr zum Geschäft, das die Umsatzflaute der Spielwarenabteilungen zwischen Ostern und Weihnachten überbrücken soll.

Nichts für uns. Statt eine «Scream»-Maske aufzusetzen und unsere Nachbarn zu erschrecken, bescheren wir uns den Schauder lieber gleich selber. Mit einer Filmnacht, zum Gruseln schön. In unserer zweiten Folge von «Listomania» empfehlen wir Ihnen sieben Filme, die Sie ganz sicher wachhalten. In den Kommentaren dürfen Sie unsere Liste, die sich jeweils auf eine magische «7» beschränkt, gerne ergänzen.  

1. Halloween (1978)
Vor drei Jahren führte mich eine Reise auf die beschauliche schottische Insel Isle of Arran. Im Gemeindezentrum schmiss die Dorfbevölkerung eine grosse Halloween-Party und feierte dabei auch den ersten Sieg ihres Fussballteams seit Jahren. Man sah Schotten, die sich als Gemüse verkleidet hatten oder als Doppelpferd. Surreales Szenario. Noch gruseliger wurde es, als ich ins Hotel zurückkehrte: Eine ehemalige Kirche mit knarrenden Holzböden und hohen Decken. Am Fernsehen lief Halloween, der erste Film dieser Horrorserie, die den Regisseur John Carpenter und Schauspielerin Jamie Lee Curtis weltberühmt machten. Im Zentrum dieser Low-Budget-Produktion steht der Psychopath Michael Myers, der an Halloween aus der Klinik ausbricht und Teenager ermordet. In der Mitte des Films sprang ich aus dem Bett und schloss die Zimmertür von innen ab. Gegen Ende blockierte ich die Türfalle mit einem Stuhl. An Schlaf war danach nicht mehr zu denken. (mac)  

2. The Shining (1980)
Jack Nicholson in einer seiner grössten Rollen: Er spielt Jack Torrance, einen brotlosen Schriftsteller, der mit Frau und Kind in die Berge fährt. Dort hat er einen Job gefasst: Einen grossen Hotelkomplex, der den Winter über geschlossen ist, als Hausmeister im Schuss zu halten. Eingeschneit und von der Aussenwelt abgeschieden, verfällt Torrance dem Wahnsinn. Unvergesslich der Moment, als er seiner Frau mit einer Axt nach dem Leben trachtet. Nicht weniger gruselig: Als wir durch die Augen seiner Frau feststellen, was Torrance nach mehreren Wochen auf seiner Schreibmaschine festgehalten hat: Kein Buchmanuskript, sondern gerade mal ein einziger Satz, tausendfach wiederholt. Der Wahnsinn mündet in beinahe unerträglichen Suspense, angereichert mit Horrortrip-Visionen. Ein formvollendeter Film, von Stephen King ausgedacht, von Stanley Kubrick in Szene gesetzt. (mac)

 

3. Das Schweigen der Lämmer (1991)
Eigentlich ein Krimi, steht «The Silence of the Lambs» den grössten Horrorklassikern in nichts nach: Fast nicht auszuhalten, der Suspense in diesem Film von Jonathan Demme. Wir werden Zeugen von raffinierten Psycho-Spielchen, für die die junge, ambitionierte Polizistin Clarice Starling herhalten muss. Es gilt, einen Massenmörder zur Strecke zu bringen. Clarice erkennt, dass ihr dabei nur ein anderer Gewalttäter weiterhelfen kann: Hannibal Lecter (Anthony Hopkins), ein höchstgefährlicher Psychopath und Kannibale, der in einem Hochsicherheitstrakt sitzt und von Clarice Gegenleistungen für seine Hilfe verlangt. Ein brillanter Horrorthriller, der mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde – darunter auch die Hauptdarsteller Jodie Foster und Anthony Hopkins. (mac)

 

4. Seven (1995)
Richtig gruselig geht es in David Finchers Thriller «Seven» zu und her. Im Klassiker sind die Polizisten Somerset (Morgan Freeman) und Mills (Brad Pitt) einem Serienmörder auf der Spur. John Doe heisst er (Kevin Spacey) und besessen ist er: von den sieben Todsünden (Völlerei, Geiz, Trägheit, Hochmut, Wollust, Neid und Zorn). Brutal straft er seine Opfer ab, indem er sie bis zum Tod foltert. Einen fettleibigen Mann etwa füttert er solange, bis dieser im übertragenen Sinn platzt, also an inneren Blutungen stirbt. Kettensägen-Mist ist nichts gegen diesen Psycho-Horror! (ydu)

5. Scream (1996)
«Hello Sidney!» – Wer die 90er erlebt hat, vergisst diesen Begrüssungssatz nie wieder. Es ist ein Mörder mit Maske, ein «Ghostface», der hier ins Telefon röchelt. Und es ist Sidney (Neve Campbell), die er im Visier hat.
«Scream» von Wes Craven ist eine wunderbare Horror-Serie, zugleich gelungene Hommage an die Horrorklassiker und eigenständige Reihe, die andere Filme dieser Ära («I Know What You Did Last Summer») in den Schatten stellt. In diesem Jahr kam mit «Scream 4» ein Nachzügler in die Kinos. Leider kam dieser nicht an die ersten drei Teile heran. Unser Favorit ist noch immer der erste Teil, der mit einem sensationellen Prolog beginnt: Drew Barrymore gibt darin ihr Hollywood-Comeback, allerdings nur für wenige Minuten. Nachdem sie am Telefon ein Frage-Antwort-Spiel verliert, macht sie der Massenmörder zum ersten Opfer. Ihre Eltern entdecken sie beim Swimming Pool: Ausgeweidet und aufgehängt. Brrrrrr. (mac)   

 

6. The Grudge (2004)
Es war Mode, kurz nach der Tausenderwende, sich im Kino möglichst blutrünstige Filme anzusehen. Warum, das wissen wir heute auch nicht mehr. Scream und seine fünfzehn Nachfolger waren ja noch einigermassen amüsant, sogar die Saw-Reihe mit seinen Knochensägen und geplatzten Augen war unter gewissen künstlerischen Aspekten noch «originell», aber nach «The Grudge» war fertig. Dieses Remake eines japanischen Schockers (Japan ist echt nichts für Zartbesaitete) mit der ehemaligen Vampirjägerin Buffy (sie hat einen dreiteiligen Namen) war einfach nur schlimm. Schlimm. Schlimm. Da kommen graue Fäuste aus hübschen Hinterköpfen, irgendwelche asiatische Kinder schreien die ganze Zeit in die Kamera und … brrr. Zwei Freunde von mir, die nach dem Grusel auf die menschenleere Steinen-Vorstadt traten, schauten sich entgeistert um. Und liefen dann Hand in Hand Richtung Parkplatz. (los)

7. Teletubbies (1997-2001)
Wenn Sie all diese Filme kaltlassen, weil Sie die Horror-Klassiker schon mehrmals gesehen haben und viel zu abgebrüht sind, dann hilft nur eines: Schocktherapie. Einzig das traumhaft Schöne und Harmlose kann Sie noch in Angst und Schrecken versetzen. Wir empfehlen Ihnen daher den Gang zur nächsten Videothek und den Kauf aller verfügbaren DVDs der Teletubbies. «Hat Tipsy den Tubbie-Pudding verkleckert?» Das sind Fragen, die einen nicht mehr loslassen. Sie werden sehen: Tinkywinky wird Sie bis in den Schlaf verfolgen, schweissgebadet werden Sie aufwachen und froh sein, dass Halloween nur einmal jährlich stattfindet. Oh ooooh! (mac)

Konversation

  1. Deine Vorschläge in Ehren, Marc, ich bin mehr für very old style: die beiden Tourneur-Klassiker „Cat People“ und „Night/Curse of the Demon“ gehören zwingend dazu. Und dann natürlich: „Dead of Night“ (Traum ohne Ende), ein britisches Episodenhorror-Schmuckstück von 1945, u.a. mit der schrecklichen Bauchrednerpuppe Hugo, die Besitz von ihrem Herrn ergreift. Auch an allen Nicht-Halloween-Tagen zu empfehlen!

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  2. Schöne Ergänzung, ja. Die wacklige Handkamera sorgte da für zusätzlichen Gruseleffekt. Ich erinnere mich, wie ich damals das Kino verliess und froh war, dass zwischen Kultkino und St. Johann kein Waldstück lag.

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  3. … für den Tipp, Dieter. Den kannte ich noch nicht. Hier noch einer von mir: «In drei Tagen bist Du tot, Teil I und II». Aus Österreich. Fährt auch gut ein.

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  4. und wo bitte ist ‚the blair witch project‘? einer der wenigen horror-filme, der es schafft, ohne viel zu zeigen, grusel zu erzeugen. schon nur weil die wälder aussehen wie bei uns im jura.

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