Hilfswerk Heks klagt gegen «Basler Zeitung»

Das Hilfswerk Heks hat die «Basler Zeitung» verklagt. Das Heks reichte Klage wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte ein. Anlass ist ein Kommentar mit dem Titel «Schweizer Spendengelder für Vorurteile», der Ende März erschienen ist.

Ungemach für die «Basler Zeitung»: Der Streit zwischen dem Hilfswerk Heks und dem Medienunternehmen kommt vor Gericht (Archiv). (Bild: sda)

Das Hilfswerk Heks hat die «Basler Zeitung» verklagt. Das Heks reichte Klage wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte ein. Anlass ist ein Kommentar mit dem Titel «Schweizer Spendengelder für Vorurteile», der Ende März erschienen ist.

Eingereicht wurde die Klage gemäss einer Mitteilung des Heks bereits Mitte Mai beim Zivilgericht Basel-Stadt. Am Montag hatte die evangelisch-reformierte Monatszeitung «Reformiert» darüber berichtet.

Im umstrittenen Kommentar in der «Basler Zeitung» (BaZ) wirft Gastkommentator David Klein dem Heks vor, dieses habe Spendengelder veruntreut, in dem es antisemitische Aktionen fördere. «Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen (Heks) unterstützt Antisemitismus», hiess es bereits im Untertitel des Kommentars.

Im Artikel vom 25. März hiess es weiter, mit seinen antiisraelischen Aktivitäten verstosse das Heks gegen das eigene Stiftungsstatut und veruntreue Spendengelder. Konkret vorgeworfen wurde dem Hilfswerk, es unterstütze «die Marketingstrategie von milliardenschweren Grossverteilern mit spendenfinanzierten Inseraten».

Die Heks stütze mit Spendengeldern gar Strafmassnahmen gegen Israel, wie die Kennzeichnung von israelischen Produkten, «ähnlich der Kennzeichnung von Juden im Mittelalter», schrieb Gastkommentator Klein. Auch warf er dem Heks vor, mit dessen «antiisraelischen Aktivitäten» verstosse das Hilfswerk gegen das eigene Stiftungsstatut.

Heks: «Tatsachenwidrige Unterstellung»

Das Heks bezeichnete die Äusserungen Kleins in der «BaZ» in einer Mitteilung als ehrverletzend. Das Hilfswerk sieht sich «durch diese tatsachenwidrige Unterstellung in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt».

Das Heks hat nach eigenen Angaben zunächst versucht, sich mit der «BaZ» zu einigen. Diese habe sich aber geweigert, «den Tatbestand der Persönlichkeitsverletzung auf aussergerichtlichem Wege anzuerkennen und eine entsprechende publizistische Wiedergutmachung zu leisten», schreibt das Hilfswerk.

«BaZ» schweigt

David Klein ist in Basel ein bekannter Musiker und Komponist. Seine Karriere begann er als Jazz-Musiker. Doch der vielseitig Begabte komponierte auch den Schweizer Beitrag für den Eurovision Song Contest 2011, «In Love For A While», mit dem es Anna Rossinelli ins Final geschafft hatte.

Für die «BaZ» schreibt Klein seit 2012 unregelmässig Gastkommentare zu den Themen Naher Osten oder Antisemitismus. Zumindest im auf der Website der «BaZ» publizierten Kommentar zum Heks wurde er nicht als Gastkommentator ausgewiesen.

Eineinhalb Monate nach der Veröffentlichung des Heks-Kommentars wurde Klein von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt wegen Verletzung der Antirassismus-Strafnorm verurteilt. Klein hatte vergangenes Jahr auf Facebook Muslime mit Nazis verglichen. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Der Musiker hat diesen beim Basler Strafgericht angefochten.

Der Verlag der «Basler Zeitung», die Basler Zeitung Medien AG, konnte bislang von der Nachrichtenagentur sda nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. Die Zeitung «reformiert» zitierte am Montag den Anwalt des Verlags dahingehend, dass seine Mandantschaft sich dazu nicht öffentlich äussern werde.

Konversation

  1. Dieser David Klein ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Antirassismus und das nicht erst nach seiner Verurteilung. Insidern war dass scheinbar längst klar. Er sollte sich lieber seiner Musik widmen statt seine nicht so saubere Weltanschauung in die Welt posaunen. Sein berühmter Vater Oscar Klein würde sich im Grabe umdrehen wenn er das hören würde. Schade um den Sohn.

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  2. Wahrhaftig kein unbeschriebenes Blatt, der David Klein. Nicht erstaunlich dass er in der BaZ jetzt die ideale Kanone gefunden hat, um bezahlt seine Tiraden gegen die Goliaths und hakengekreuzte Windmühlen, die er überall sieht, zu schleudern.

    Er ist auch ein fleissiger Kommentator, man brauche nur diesen Artikel zu lesen (zu TTIP – was ganz Anderes – http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Es-wird-immer-abstruser-TTIP-mit-BDS-Verbot) und den Tonfall seiner mannhaften Anmerkungen zu lesen um zu wissen, mit wem man es zu tun hat.

    Die Eier, die er bei andern vermisst, hatte er anscheinend nicht, einen Post von ihm auf Facebook, das pauschal den Islam als neues Nazireich verunglimpfte, stehen zu lassen. Der wurde, sobald die Aufmerksamkeit ein wenig mehr wurde, stillschweigend gelöscht.

    Sandkastenmacho!

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  3. Oh David, ich wusste nicht, mit wem du dich ins Bett legst. Zahlt der Blocher wenigstens gut? [gekürzt von der Redaktion] Pass einfach auf, dass du dir nicht den mentalen Tripper holst!

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  4. Die Pro-Israel Artikel in der BaZ, geschrieben von David Klein und Anderen, heben sich wohltuend vom gängigen Anti-Israel Mainstream-Journalismus ab.

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    1. Die BaZ vertritt zwar nicht den medialen, dafür aber den politischen Mainstream. Die meisten Journis sind halt doch nicht so doof wie so manch Einer glaubt.

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    2. Das macht das Geschreibe des Herrn Klein qualitativer leider auch nicht besser. Und was Sie „Anti-Israel Mainstream-Journalismus“ nennen kann man auch umkehren. Genau so reflexhaft und immer aufs tödlichste beleidigt äussern sich „Israel-Freunde“, wenn kritisch über diesen Militärstaat geschrieben wird. Oh Entschuldigung. Es ist eine Demokratie in der man erst die vollen Bürgerrechte erhält, wenn man seinen Militärdienst geleistet hat oder wenn man sich als ultraorthodoxer Jude dem Thorastudium verpflichtet sieht. Und was die israelische Bevölkerung von letzter Gruppe hält wird leider viel zu wenig ausserhalb Israels publik.

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  5. Interessante Klage der reformierten Kirche, die wirklich nicht immer ihr „Volk Gottes“ unterstützt hat. Warum nicht, David?
    Das Heks dürfte man nicht mit Goliath vergleichen oder bist Du jetzt Goliath? Das Podium der Medien ist verwirrend. Da dürfte Bärbeiß mal recht haben..

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