Italien zahlt rekordhohe Zinsen auf neue Staatsanleihen

Italien kann sich am Kapitalmarkt nur noch zu rekordhohen Zinsen frisches Geld besorgen. Bei der ersten Auktion nach dem EU-Gipfel in Brüssel stieg die Rendite für eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit auf 6,06 Prozent.

Silvio Berlusconis Regierung streitet sich über die geplanten Wirtschaftsreformen (Archiv) (Bild: sda)

Italien kann sich am Kapitalmarkt nur noch zu rekordhohen Zinsen frisches Geld besorgen. Bei der ersten Auktion nach dem EU-Gipfel in Brüssel stieg die Rendite für eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit auf 6,06 Prozent.

Das ist der höchste Wert seit Einführung des Euro, wie das Finanzministerium am Freitag mitteilte. Bei der parallelen Versteigerung einer dreijährigen Anleihe erreichte der Zinssatz mit 4,93 Prozent den höchsten Wert seit elf Jahren. Ingesamt sammelte der hochverschuldete Staat 8 Mrd. Euro bei Investoren ein.

Berlusconis Schulden steigen

Laut Analysten erhöhen die gestiegenen Zinsen den Druck auf Italien, sein Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat zwar Reformen im Rentensystem und auf dem Arbeitsmarkt sowie Privatisierungen angekündigt, um den Schuldenstand bis 2014 von 120 auf 113 Prozent des Bruttoinlandprodukts zu drücken. Allerdings ist die Regierung über die Reformen zerstritten.

Die Ratingagenturen hatten die Kreditwürdigkeit Italiens zuletzt herabgestuft. Die Europäische Zentralbank kauft immer wieder italienische Anleihen am Markt, um einen weiteren Zinsanstieg zu verhindern.

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