Junge Menschen sitzen in der Schweiz viel zu viel rum

Sport hat unter Schweizer Jugendlichen grundsätzlich ein sehr gutes Image. Dennoch bewegen sich die Kinder und Jugendlichen in der Schweiz weniger als in den meisten anderen Ländern Europas. Das zeigen verschiedene Studien.

Mehr Bewegung und gesündere Ernährung: Es brauche weitere Präventionsmassnahmen gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen betont Gesundheitsförderung Schweiz. (Symbolbild)

(Bild: sda/Symbolbild)

Sport hat unter Schweizer Jugendlichen grundsätzlich ein sehr gutes Image. Dennoch bewegen sich die Kinder und Jugendlichen in der Schweiz weniger als in den meisten anderen Ländern Europas. Das zeigen verschiedene Studien.

Schweizer Kinder und Jugendliche bewegen sich deutlich weniger als der europäische Durchschnitt. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung verschiedener Studien. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz ruft zum Handeln auf.

Gemäss der HBSC-Studie unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO rangieren die in der Schweiz lebenden 15-Jährigen im europäischen Vergleich an drittletzter Stelle. Gesamthaft erfüllt nur ein Drittel der befragten 11- bis 15-Jährigen die Vorgabe von mindestens sechzig Minuten körperlicher Aktivität pro Tag.

Die HBSC-Studie ist eine von drei Untersuchungen aus den Jahren 2015 und 2016, die Gesundheitsförderung Schweiz für die Erfassung des Bewegungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz berücksichtigt hat. Alle drei Studien zeigen ein ähnliches Resultat: «Fakt ist, dass die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen rückläufig ist», lässt sich Direktor Thomas Martig in einer Mitteilung vom Dienstag zitieren.

Eltern tragen Mitverantwortung

In der aktuellen Sophya-Studie (Swiss Children’s Objectively Measured Physical Activity) kommen weitere Details zum Bewegungsverhalten zum Vorschein:

  • Knaben sind aktiver als Mädchen.
  • Kinder mit Geschwistern bewegen sich mehr als Einzelkinder.
  • Tessiner Kinder und Jugendliche bewegen sich am wenigsten.
  • Der Einfluss der Eltern auf das Bewegungsverhalten ist gross. 
  • Ein hohes Arbeitspensum der Eltern kann sich negativ auswirken.
  • Kinder von Eltern mit hoher Bildung und gutem Einkommen treiben überdurchschnittlich viel Sport.
  • 6- bis 16-Jährige verbringen tagsüber 90 Prozent der Zeit sitzend, liegend oder nur in leichter Aktivität.

Ruf nach besserer Infrastruktur

Laut Sport Schweiz, der dritten ausgewerteten Studie, geniesst Sport bei Schweizer Jugendlichen ein ausgezeichnetes Image. Trotzdem ist die Sportaktivität der Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren in den vergangenen sechs Jahren zurückgegangen.

Abhilfe schaffen könnte nach Meinung der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz unter anderem der vereinfachte Zugang zu Sportvereinen sowie zu öffentlichen Bewegungsräumen wie Parks, Schulhöfen und Freizeitanlagen. Gute Infrastrukturen für den Langsamverkehr spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle für die Alltagsbewegung.

Konversation

  1. Ist ja nicht so, dass sich nur Kinder wenig bewegen würden. Bei Erwachsenen, die oftmals 5×40 Stunden die Woche auf dem Bürostuhl verbringen, dürfte die Bilanz auch nicht viel besser aussehen.

    Konkret könnte man bspw. in den Schalterhallen der Bahnhöfe die normalen Treppen verbreitern und die Rolltreppen auf ein Minimum reduzieren. Wie viel Leute sich so auf einmal mehr bewegen würden? Ich will es mir gar nicht vorstellen.

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