Kantonslabor bemängelt reichlich Gammelware in Basler Beizen

Jede fünfte Lebensmittel-Probe fällt im Basler Kantonslabor durch. Vor allem Gemüse, Wurst und Vorgekochtes wird von den Kontrolleuren beanstandet. 

En guete: Vorgekochte Pasta sollte man in Basler Restaurants besser meiden.

Das Basler Kantonslabor hat im letzten Jahr 750 Proben in Basler Beizen erhoben – und dabei einmal mehr zahlreiche Hygieneprobleme festgestellt. Als mit Keimen und Bakterien über dem Grenzwert belastet erwiesen sich vor allem Fleischerzeugnisse und Vorgekochtes.

So wurde rund ein Drittel der getesteten Reis- und Gemüsegerichte beanstandet, was einer Zunahme im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Jede vierte Probe gekochter Teigwaren schlug ebenfalls an im Labor. Noch problematischer ist die Hygiene bei Fleischerzeugnissen wie Wurst und Schinken. Hier bemängelten die Kontrolleure gar 37 Prozent aller Proben.

Gesamthaft wird in den getesteten Basler Beizen – es handelt sich nur um solche, die bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind – ein ähnlicher Befund gestellt wie in den vergangenen Jahren. Eine direkte Gesundheitsgefährdung wurde trotz der vielen Überschreitungen der Grenzwerte nirgends festgestellt.

Welches Restaurant sauber arbeitet und welches nicht, ist für den Konsumenten nicht transparent. Auf eine entsprechende Kennzeichnung, wie sie andere Orte kennen, verzichtet Basel-Stadt.

Konversation

  1. Man könnte die Qualifikation ja auch höflich formulieren:
    – Hier werden Sie mit ihrem Essen nicht alleine gelassen.
    – An das hiesige Essen könnten Sie noch länger denken.
    – Auch unsere Menüs sind kommunikativ zubereitet.
    – Unser Essen wirkt entschlackend.
    – Nach unserem Essen werden Sie sicher nicht dick.

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  2. Wofür geben die Wirte denn 3000.- für das Wirtepatent au? Die scheinen wenig gelernt zu haben. Am Besten gleich ganz abschaffen, ist ein riesen Leerlauf und hält fähige Leute ab, zu wirten. Es verhindert auch mehr Konkurrenz, so überleben die schlechten trotzdem. Danke Wirteverband!

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  3. Nebst Gewerbeverband und IG Kleinbasel ist der Wirteverband der wohl grösste Dauerjammerer unseres Kantons. Böses Innenstadt-Verkehrsregime, gemeine Einkaufs- und Fresstouristen, fiese staatliche Regulatoren, hinterhältige 0.5 Promilleregel – sie alle sind schuld am zum Teil miesen Image der Basler Gastronomie, nur die Beizer selbst nicht.

    Vielleicht würde man statt der Selbstbemitleidung mal ausnahmsweise auf die potentiellen Kunden hören….oder sogar mal Richtung Bern schielen.

    Gerade die Geheimniskrämerei um die Grüselbeizen untergräbt doch das letzte bisschen Vertrauen in die Basler Gastroszene. Und ähnlich wie damals beim Rauchverbot wird lieber gejammert, als den Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen. Oder man wartet auf das nächste sackharte Gesetz „von oben“. Irgendwann wirds dann so weit sein, und die Beizen müssen von Gesetzes wegen ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit an der Eingangstür deklarieren.

    Deshalb, liebe Beizer, schaut nach Bern, genauer zu Gastrobern. Dort hängen in den guten Lokalen freiwillige Hygienezertifikate. Freiwillig – falls Ihr dieses Wort versteht. Damit kommt man einer gesetzlichen Regelung zuvor.

    Stellt Euch mal vor, was eine freiwillige, geprüfte Hygienedeklaration für Vorteile bieten würde:

    – Wiederherstellung des Vertrauens der Kundschaft (ja, das sind die, die Eure Löhne zahlen und keine unangenehmen Branchen-Begleiterscheinungen).
    – ein Wettbewerbsvorteil gegenüber deutschen, französischen oder baselbieter Mitbewerbern.
    – Ihr würdet mit Eurem Verband die Prüfparameter selbst definieren.
    – Es bräuchte somit kein neues Beizengesetz mit Deklarationspflicht.

    Na, habt Ihr aus dem mangels rechtzeitiger Einsicht verordneten Rauchverbot etwas gelernt? Ueberrascht uns Kunden doch mal positiv, wir wüssten es zu schätzen!

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    1. Seit nicht mehr geraucht werden darf, ist das Mortalitätsrisiko in der Baiz (Gott sei Dank) signifikant gesunken.

      Höchste Zeit also, dass wir die Restgefahr ebenfalls eliminieren. Verbieten wir die Verpflegung im allgemeinen und machen wir aus der Beiz was sie immer schon sein sollte: Einen Warteraum auf den sanften Alterstod.

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  4. Transparenz ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Regelmässige Kontrollen und allfällige Sanktionen sind besser. Häufig handelt es sich bei den Verfehlungen um Kleinigkeiten, die aber dennoch anschlagen und somit auch notiert werden müssen. Grundsätzlich sind die Restaurants punkto Sauberkeit und Hygiene um Welten besser als die meisten privaten Kühlschränke. Hier würde man vermutlich weit häufiger und dringlicher warnen müssen. Wenn Sie das nächste Mal zum Raclette eingeladen sind, würde ich mir zweimal überlegen, bevor Sie bei den Salzgürkli oder Silberzibeli zugreifen. Solche vermeintlich langlebige Produkte (wozu auch UHT-Milch gehört) werden häufig dem (alle Schaltjahre mal gereinigten) Kühlschrank für mehrere Monate in geöffnetem Zustand anvertraut. Sie möchten gar nicht wissen, was sich da alles angesammelt hat.

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  5. „Verzichtet“ dass ich nicht lache! Im Gegenteil, entweder haben die Kontrolleure Angst vor der Beizer-Lobby oder aber, dass ihre Arbeit nachkontrollierbar wird und sie sich nicht mehr hinter der Beamtenwillkür verstecken können.

    Unter den jetzigen Umständen können wir uns all das Geld für die Kontrollen und Kontrolleure auch sparen.

    NB: Von einer Qualitätszeitung würde ich erwarten, dass sie hartnäckig nachfragen würde, weshalb BS hier nicht mehr Transparenz schafft.

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  6. Solange die Daten nicht publiziert werden ist die Bekanntgabe der Resultate unnötig. Nur Transparenz steigert die Qualität.

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