Keine Experimente: Bund stoppt städtische Cannabis-Studien

Die Universität Bern darf keine wissenschaftliche Studie zum legalen Verkauf von Cannabis durchführen: Der Bund hat das Projekt nicht bewilligt. Auch Basel-Stadt ist von dem Entscheid betroffen.

Der Bund will keine Studie zum Cannabis-Konsum – zumindest vorerst. (Bild: SDA)

Die Universität Bern darf keine Studie zum legalen Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken durchführen. Eine solche Studie erlaube das geltende Gesetz nicht, kommt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zum Schluss.

Die Stadt Bern hatte die Universität damit beauftragt, das veränderte Konsum- und Kaufverhalten von Cannabis-Konsumenten zu erforschen, die einen geregelten Zugang zur Droge haben. Auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Studienteilnehmer sollten untersucht werden.

Geplant war, Cannabis in Apotheken zu verkaufen. Das Betäubungsmittelgesetz verbiete aber den Konsum von Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken, schreibt das BAG in einer Mitteilung.

Die Stadt Bern zeigt sich über den Entscheid enttäuscht: Die Studie hätte einen dringend notwendigen Beitrag dazu geleistet, die
schweizerische Drogenpolitik «innovativ weiterzuentwickeln».

Es braucht einen neuen Gesetzesartikel

Zwar könne der Bund für wissenschaftliche Projekte durchaus eine
Ausnahme machen, nicht aber, wenn es um Cannabiskonsum zu Genusszwecken gehe, schrieb das BAG am Dienstag.

Doch ganz schlägt das BAG die Türe nicht zu. Grundsätzlich würde es das Bundesamt begrüssen, wenn neue Regulierungsmodelle wissenschaftlich analysiert werden könnten. Um solche Studien zu ermöglichen, müsste das Gesetz aber mit einem «Experimentartikel» ergänzt werden.
Mehr noch: Das BAG anerkennt in seiner Mitteilung das gesundheitspolitische Anliegen, mit solchen Studien neue Formen des gesellschaftlichen Umgangs mit Cannabis zu erforschen. Es wäre denn auch «grundsätzlich zu begrüssen», neue Regulierungsmodelle wissenschaftlich auszuwerten.

Basel-Stadt will Selbstmedikation untersuchen

Auch Basel-Stadt interessiert sich für die Erforschung des Cannabis-Konsums. Die Stadt möchte mit einer Studie untersuchen, wie Cannabis subjektive Beschwerden lindern kann.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden im Sinne einer Selbstmedikation Cannabis in Apotheken beziehen und konsumieren. Hauptziel sei hierbei die Evaluation, ob das Angebot überhaupt genutzt und wie sich das Konsumverhalten verändern würde.

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt (Abteilung Sucht) würde das Projekt gemeinsam mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel durchführen. Wie es nach dem jetzt gefällten Bundes-Entscheid mit diesem Projekt weitergeht, sei ungewiss, schreibt das Gesundheitsdepartement.

Konversation

  1. Lieber (Dr.) @peter meier, Hanf oder „Cannabis“ ist nicht wie Sie es beurteilen, in erster Linie eine Droge. Hanf ist vielmehr ein sehr altes und vor allem auch heimisches Kulturgewächs oder schlicht eine vielseitige einheimische Nutzpflanze.
    Ich bin jedoch auch der Meinung, dass die Pflanze sehr gefährlich sein kann, vor allem dann, wenn man jemanden mit einem Hanfseil an den Galgen hängt. Diese Praktiken sind aber in den hiesigen Regionen seit geraumer Zeit aus der Mode.

    Lesen sie hier etwas über die Geschichte des Hanfs https://de.wikipedia.org/wiki/Hanf#Geschichte
    Sie können dazu ja ein gutes Glas Wein drinken.

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    1. Ich spreche ja nicht von medizinischer Anwendung, die soll weiterhin unter ärztlicher Sufsicht erlaubt sein. Es geht um den missbrauch dies vorallem zum Schutzvon Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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    2. In Sachen Hanf als Werkstoff haben Sie recht. Es geht hier und bei der Studie aber ganz klar um hochgezüchtete Sorten mit hohem THC Gehalt, dem eigentlichen Rauschmittel. In etwa zu Vergleichen mit dem alkoholarmen/freien Feierabendbier und dem illegal gebrannten Strohrum oder Mekong Whisky.
      THC freier Hanf ist ja aktuell legal und käuflich erwerblich.

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  2. Ich bin absolut gegen eine Legalisierung oder eine seltsame Studie zur Quasi-Legalisierung von Cannabis. Cannabis ist zwar an und für sich abgesehen von den gesundheitlichen Folgen relativ harmlos resp. Nicht gefährlicher als der legale Alkohol. Allerdings ist Cannabis auch die EInstiegdroge, die bei vielen Konsumenten später zu härteren Sachen führt mit schwerwiegenden Folgen. Ich habe einen Grossteil meines Teenie-Freundeskreis aufgrund Drogen verloren. Bei meinem ehemaligen besten Freund war ich vor etwa 10 Jahren auf der Beerdigung – Überdosis Heroin. Mein Glück war, dass ich nie kiffen konnte, weil mir rauchen einfach nicht schmeckte.

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    1. vergessen sie unsere kranken Mitmenschen nicht, welche zur
      schmerzlinderung sich strafbar machen, weil sie das kraut
      illegal konsumieren müssen.
      sie unterstützen mit ihrer aussage die pharmaindustire
      und sorgen für hohe krankenkassenprämien, da opiate teuer sind und teure entzugskosten nach sich ziehen, was beim hanf nicht der fall ist.

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    2. Ich spreche ja nicht von medizinischer Anwendung, die soll weiterhin unter ärztlicher Sufsicht erlaubt sein. Es geht um den missbrauch dies vorallem zum Schutzvon Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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    3. Wogegen sein ist hier nicht mehr gratis: Der Gebrauch von Cannabis ist trotz Verbot weit verbreitet.
      Wer das verbieten will, muss wesentlich mehr Steuern zahlen und mehr Gefängnisse bauen lassen, damit die „Kriminellen“ auch dingfest gemacht werden können, verurteilt werden können und im Knast landen (sonst kiffen sie nämlich weiter.)

      Ich weiss, dass bezüglich Drogen, besonders Cannabis, aber auch der E-Zigarette fast missionarische Religionskriege geführt werden.
      Dieser Zustand des „Missionarischen“ allleine macht mich misstrauisch, weil da mehr Fanatismus statt Realitätseinsicht vorhanden ist.
      Am Ende sind auch Ihre Ex-Kollegen für ihre eigene Gesundheit selber verantwortlich.

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  3. Marihuana ist in mindestens acht der 50 US-Staaten generell erlaubt. In den vergangenen Jahren wurde es bereits in Alaska, Colorado, Oregon und Washington sowie im Bezirk der Bundeshauptstadt Washington zugelassen. Der Einsatz der Droge in der Medizin ist bislang bereits in 25 Staaten erlaubt. Beobachter erwarten, dass mit der Freigabe von Cannabis im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien auch eine US-weite Legalisierung näher rückt – ein Milliardengeschäft. 60 Prozent der US-Amerikaner sind für eine Freigabe von Cannabis.

    Man muss sich ja nicht die US-Amerikaner zwingend als Vorbilder auserwählen, aber ob man sich jetzt derart hinterwäldlerisch gebären muss, wie die CH-Politik und entsprechend natürlich auch die Verwaltung sich seit Jahren aufführt, ist unverständlich. Die halbe Schweiz kifft heimlich und bewegt sich damit im illegalen Bereich, aber die offizielle Schweiz hält nach aussen ein Bild aufrecht, welches versucht proper daherzukommen. Cannabis hat uns nicht umgebracht und wird uns nicht umbringen.

    Aber klar, lieber saufen wir uns zu tode. »In der Schweiz sind 1600 Todesfälle jährlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen«. (Studie im Auftrag des BAG).

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    1. Es gibt auch etliche fortschrittliche Staaten in welcher Kinderheirat erlaubt ist. Ich sehe Herr Meury, wir sind Brüder im Geiste 🙂

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