Läden sollen bis um 20 Uhr geöffnet haben

Detailhändler sollen künftig in der ganzen Schweiz ihre Geschäfte bis mindestens 20 Uhr offen halten dürfen. Der Bundesrat hat die Vernehmlassung zu einem Gesetz eröffnet, das eine nationale Regelung der Ladenöffnungszeiten vorsieht.

Heute sind die Ladenöffnungszeiten kantonal geregelt (Symbolbild) (Bild: sda)

Detailhändler sollen künftig in der ganzen Schweiz ihre Geschäfte bis mindestens 20 Uhr offen halten dürfen. Der Bundesrat hat die Vernehmlassung zu einem Gesetz eröffnet, das eine nationale Regelung der Ladenöffnungszeiten vorsieht.

Damit setzt der Bundesrat einen Auftrag des Parlaments um. Dieses hatte eine entsprechende Motion von Ständerat Filippo Lombardi (CVP/TI) angenommen. Die Vernehmlassung zum neuen Gesetz dauert bis zum 30. Mai.

Heute sind die Ladenöffnungszeiten durch kantonales Recht geregelt. Das geplante neue Ladenöffnunsgzeiten-Gesetz soll nun einen Rahmen auf nationaler Ebene setzen. Unter der Woche sollen die Detailhändler ihre Geschäfte zwischen 6 und 20 Uhr offen halten dürfen, am Samstag zwischen 6 und 19 Uhr.

Die Kantone könnten längere Ladenöffnungszeiten erlauben, nicht aber ein strengeres Gesetz. Der Sonntag ist nicht betroffen, und die kantonalen Feiertage sind von der nationalen Regelung ausgenommen.

Elf Kantone betroffen

Damit könnten Konsumentinnen und Konsumenten künftig in elf Kantonen unter der Woche länger einkaufen. In den meisten anderen Kantonen ändert sich mit dem neuen Ladenöffnungszeiten-Gesetz nichts.

Zehn Kantone kennen heute nach einer Übersicht des Bundes keine eigene Regelung in Bezug auf die Schlusszeiten. Das heisst, Geschäfte dürfen dort grundsätzlich ihre Kunden wochentags auch weiterhin zwischen 6 und 23 Uhr bedienen. In Zürich entbindet das kantonale Gesetz die Läden von weitergehenden Beschränkungen.

Für elf weitere Kantone mit eigenen, strengeren Vorschriften bringt das neue Regime eine Ausweitung der Öffnungszeiten um eine bis eineinhalb Stunden wochentags und um eine bis drei Stunden an Samstagen. Es sind dies FR, GE, JU, LU, NE, SG, SO, TI, UR, VS und ZG.

In BE, BS, SH verlängern sich die Einkaufszeiten nur samstags, in TG ist ohnehin erst um 22 Uhr Feierabend. Die zahlreichen geltenden Ausnahmeregelungen für Kioske, Tankstellenshops und Läden in Bahnhöfen und Flughäfen werden durch das neue Gesetz nicht tangiert.

Veränderte Kundenbedürfnisse

Der Bundesrat hatte sich für Lombardis Motion ausgesprochen. Die unterschiedlichen kantonalen Regelungen der Ladenöffnungszeiten könnten zu Verzerrungen des Wettbewerbs führen, schreibt das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

Mit dem neuen Gesetz würden die Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Schweiz und gegenüber den Grenzregionen teilweise angeglichen. Das geplante Gesetz trage zudem den veränderten Kundenbedürfnissen Rechnung.

Gewerkschaften dagegen

Gegen die Liberalisierung stellen sich die Gewerkschaften. Bei der Beratung der Motion im Parlament sprachen deren Vertreter von Zwängerei und wiesen darauf hin, dass sich das Stimmvolk verschiedentlich gegen längere Öffnungszeiten ausgesprochen habe.

Ja sagte das Stimmvolk allerdings im vergangenen Jahr zu neuen Regeln für Tankstellenshops an Hauptverkehrswegen und auf Autobahnraststätten. Diese dürfen nun für den Verkauf sämtlicher Produkte aus ihrem Sortiment rund um die Uhr Personal beschäftigen.

Die Gewerkschaften hatten die Lockerung mit dem Referendum bekämpft. Beim Ladenöffnungszeiten-Gesetz könnte erneut das Stimmvolk das letzte Wort haben.

Konversation

  1. Meiner Meinung nach ist dieses Gesetz eine Frechheit und sehr rücksichtslos den Arbeitenden gegenüber, denn oftmals haben diese eine Familie zu Hause, die sie erwartet, wenn man jedoch so lange arbeiten muss, kommt man gar nicht mehr dazu, sich um seine Familie zu kümmern. Auch wenn jemand vollzeit arbeitet ist es doch möglich, noch vor 20.00 einkaufen zu gehen, aber manche Menschen sind einfach zu bequem und denken nur an sich selbst und nicht an Andere

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  2. Ich finde das einfach übertrieben. Und auch eine unnötige Schikane der Arbeitnehmer, die das auszubaden müssen. Wenn die Läden am Samstag bis 20:00 Uhr geöffnet sind, wird es 20:30 Uhr bis die Mitarbeiter nachhause können. Wer dann mit seinen Freunden noch ins Kino möchte hat Pech gehabt..
    Mein Vorschlag:
    Mo-Fr bis 19:00 Uhr (gerne 1-2x die Woche auch länger),
    Sa bis 18:00 Uhr
    Vor allem nervt auch, dass seit Jahren versucht wird die Öffnungszeiten zu verlängern, so lange bis das Volk ja sagt.

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  3. Sind einige Kunden tatsächlich so verwöhnt, faul, bequem und egoistisch, dass die jetzigen Öffnungszeiten inkl. Abendverkauf, Tankstellen-, Onlineshops sowie Läden in den Bahnhöfen nicht mehr ausreichen? Ich als KUNDIN finde so lange Öffnungszeiten eine Frechheit gegenüber dem eh schon schlecht bezahlten Verkaufspersonal, das nun „dank“ einiger noch länger arbeiten muss und somit weniger Freizeit für sich und seine Familien hat:(. Mit etwas gutem Willen und etwas guter Organisation reicht es allen bei den momentanen Öffnungszeiten einkaufen zu gehen, egal 100%, Teilzeit oder Schicht arbeitend! Und sonst können Lebensmittel und sonstige Alltagsprodukte, die übrigens nach Hause geliefert werden, bequem und rund um die Uhr (24/24 Stunden) unter coop@home.ch und leshop.ch bestellt werden!

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  4. Die Wirtschaft muss wachsen. Nur so soll alles gerettet werden können.
    Dazu braucht es Reklame, um bei uns immer mehr Begehrlichkeiten zu wecken. Dass es uns nur geht, wenn wir so viel wie möglich kaufen. Dazu ist es natürlich das einzig Richtige, die Ladenöffnungszeiten immer mehr auszudehnen, dass ja keine Gelegenheit verpasst werden kann, nach Lust und Laune einzukaufen.
    Das letzte wäre dann, dass das rund um die Uhr ist, während 365 Tage im Jahr. Wollen wir das?

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  5. Diese Lockerungen wurden mit dem Hinweis auf Arbeitsgesetz und GAV als vertretbar bezeichnet. Nach den Erfahrungen mit dem Grossverteiler Coop der offensichtlich landesweit Gesetz und GAV übertritt ist das nicht mehr glaubhaft.

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  6. Aber dann sollen sie die Arbeit nach 18:30 auch anständiger entlöhnen, mehr Krippenplätze zur Verfügung stellen und den Angestellten mehr Mitsprache gewähren bei der Einsatzplanung… zum Beispiel. Aha, dann rentiert sich’s nicht mehr?! Na, dann lassen wir’s eben so wie’s ist!

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  7. Wie oft haben Abstimmungen in den letzten Jahren nun gezeigt, dass das Volk dies NICHT wünscht?
    Das sind diese CVP-FDP-SVP-GLP-„Bürgerlichen“, die hardcoremässig, gebetsmühlenartig und reichlich an der Realität vorbei den „Freien Markt“ anbeten…
    „Deregulierung“ ist für die das, was für andere der liebe Gott oder ein mitreissender Porno ist: Da setzt alles andere aus und es geht ihnen der Schuss ab…
    Nur weil die Lüden länger offen sind, können die Konsumenten noch lange nicht mehr Geld ausgeben, wenn sie es nicht haben.

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