Machts doch selber!

Die Planschbecken in den Pärken erfreuen sich grosser Beliebtheit. Die Stadtgärtnerei jedoch überträgt das Auffüllen der Becken an den Wochenenden den Eltern. Übernehmen diese die Staatsaufgabe nicht, sitzen die Kinder auf dem Trockenen.

Nicht nur der Planschbecken im Schützenmattpark ist bei den Kindern äusserst beliebt, auch die übrigen 15 Becken in der Stadt sind gut besucht. Doch am Wochenende kann nur geplanscht werden, wenn Freiwillige für Wasser sorgen. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Die Planschbecken in den Pärken erfreuen sich grosser Beliebtheit. Die Stadtgärtnerei jedoch überträgt das Auffüllen der Becken an den Wochenenden den Eltern. Übernehmen diese die Staatsaufgabe nicht, sitzen die Kinder auf dem Trockenen.

Für Kinder sind Planschbecken in den öffentlichen Pärken das Paradies schlechthin. Insgesamt 16 gibt es davon in der Stadt, darunter im Schützenmattpark, auf der Claramatte, im Margarethenpark, bei der Solitude oder im St. Johanns-Park. Die Becken werden bei schönem Wetter frühmorgens von den Mitarbeitenden der Basler Stadtgärtnerei gefüllt und nach jedem Badetag geleert und gereinigt.

Oder eben auch nicht. Auf der Claramatte konnten die Kleinen bis vor Kurzem an den heissen Wochenenden nicht im Wasser spielen, und auf dem Spielplatz Rehhag auf dem Bruderholz suchen Eltern noch jetzt vergebens nach einer Abkühlung für ihre Kinder. Das Spielplatz-Planschbecken bleibt ausgerechnet an den gutbesuchten Wochenenden leer, Hitze hin oder her.

Laut Emanuel Trueb, Leiter der Basler Stadtgärtnerei, werden die 16 Becken nur unter der Woche von den Mitarbeitenden der Stadtgärtnerei gefüllt. «An den Wochenenden werden die Planschbecken von den Eltern betreut. Das ist eine Tradition, die sich in den letzten Jahren sehr gut bewährt hat», sagt er. Auf der Claramatte habe dies bis vor ein paar Wochen jedoch nicht geklappt, weil sich keine Eltern zur Verfügung gestellt hätten. «Jetzt haben wir aber eine Lösung – die Robi-Spiel-Aktionen werden nun auch zum Planschbecken schauen.»

Eigentlich Dienstleistung der Verwaltung

Was Trueb indirekt damit meint: Solange Eltern oder andere Freiwillige am Wochenende die Staatsaufgabe übernehmen, können Kinder problemlos planschen. Ohne Eigeninitiative jedoch funktioniert nichts. So auf dem Bruderholz, wo bis auf Weiteres kein Wasser mehr fliesst. «Wir stellen leider fest, dass niemand bereit ist, den Dienst zu übernehmen, obwohl das Bruderholz ein Quartier mit vielen Eltern ist.» Weshalb in einem solchen Fall aber nicht ein Stadtgärtner einspringt, will nicht einleuchten. Trueb sagt: «In dieser Jahreszeit müssen wir sehr viele Arbeiten erledigen, wir müssen beispielsweise sehr viel wässern, jäten, mähen und Unrat beseitigen. Das führt leider dazu, dass andere Aufgaben zurückgestellt werden.»

Peter Stirnimann, Vorstandsmitglied des Vereins Claramatte, bekam vor den Sommerferien etliche Reklamationen wegen des ungefüllten Beckens am Wochenende. Der Verein intervenierte daraufhin bei der Stadtgärtnerei. Der Unmut im Quartier sei gross gewesen, sagt er. Auch jetzt nervt sich Stirnimann noch über die Stadtgärtnerei, obwohl alles wieder funktioniert. «Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet an den heissesten Wochenendtagen – und es sind ja nicht viele im Jahr – das Wasser nicht gefüllt wird und wir dieser Sache hinterherrennen müssen.» Für ihn sei nicht nachvollziehbar, weshalb an einer Baselworld oder am Basel Tattoo immer alles klappe, die Verwaltung es aber nicht hinkriege, an wenigen Tagen im Jahr das Becken mit Wasser aufzufüllen.

«Wieso kann die Verwaltung nicht einen Spezialdienst dafür organisieren? Es ist doch nicht Sache der Eltern, diese Aufgabe zu erledigen – vielmehr sollte dies doch zu den normalen Dienstleistungen der Stadt gehören. In solchen Momenten frage ich mich schon, wofür wir eigentlich so viel Steuern in diesem Kanton zahlen.»

Stadtgärtner am Limit

Damit konfrontiert, meint Trueb: «Natürlich ist das eine typische Kernaufgabe der Stadtgärtnerei. Aber jede Stunde, die wir am Wochenende für das Auffüllen der Becken verwenden, fehlt uns dann unter der Woche, um den gärtnerischen Arbeiten nachzugehen und Abfall in den Parks zusammenzunehmen.» Die Stadtgärtnerei sei um diese Jahreszeit und wegen Ferienabwesenheiten am Limit. Man müsse das Personal sogfältig an den Wochenenden einsetzen, darum setze man auf Freiwilligkeit.

Trueb hat aber Verständnis für den Unmut. «Ich verstehe die Bedenken. Aber zur Kernkompetenz der Stadtgärtnerei gehört halt ebenfalls das Giessen und die Pflege des Rasens.»

Artikelgeschichte

– Beim Quartierverein Bruderholz konnte niemand erreicht werden, der über die Situation Auskunft geben kann.

Konversation

  1. He Sie, geehrter Holzapfel, bitte nicht aufgeben! Wegen Ihnen les ich doch die TaWo-Kommentare mit Genuss! Ihr zynisches Gebrüll lässt mich hoffen, dass in unserer alten Stadt doch noch irgendwie/irgendwann Bewegung statt findet, sei sie auch nur im Geiste! Sie wären mein Wunsch-Regierungsrat- womit ich Sie keinesfalls beleidigen möchte, im Gegenteil…

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  2. Liebe Diskutanten

    Ich habe den hier entstandenen Schlagabtausch unsichtbar gemacht. Er hat nichts mit dem Thema des Artikels zu tun und entspricht nicht dem, was wir unter einer konstruktiven Dialogkultur verstehen: http://www.tageswoche.ch/de/pages/about/3919/community-leitfaden.htm

    Sie alle sind herzlich eingeladen, mal bei uns auf der Redaktion vorbeizuschauen. Sie werden sehen, dass hier hart gearbeitet wird, unter anderem auch deshalb, weil wir unsere Community ernst nehmen und deutlich mehr Zeit in den Dialog mit Ihnen investieren als das die meisten anderen Medien tun. Wir erwarten kein Dankeschön dafür, aber vielleicht denken Sie daran, wenn Sie das nächste mal in die Tasten hauen.

    Davon unabhängig entschuldige ich mich, F M Holzapfel, dass wir einen Aspekt ihrer Identität öffentlich gemacht haben. Dies habe ich bereits vor einer Stunde rückgängig gemacht.

    Und nun wünsche ich allen einen geruhsamen Abend. Wer morgen Bedarf hat, bekommt von mir einen TagesWoche-Schwimmsack geschenkt. Abkühlen und so, Sie wissen schon…

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  3. Ist doch gut‘ dass die Bevölkerung mit in die Verantwortung genommen wird. Wieso muss alles vom Staat organisiert werden.

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  4. @Holzapfel danke für ihre recherche
    bald jeden tag einen artikel über diesen diesem W essel
    vom den sitzkissen
    http://www.tageswoche.ch/de/2013_25/basel/553347/717-franken-busse-fuer-drei-sitzkissen.htm
    bis
    http://www.tageswoche.ch/de/2011_46/basel/113720/die-boese-zunge.htm
    alle infos hier:
    /www.google.ch/webhp?hl=de&tab=pw#hl=de&sclient=psy-ab&q=wessel+tageswoche&oq=wessel+tageswoche&gs_l=hp.3…7655.7655.3.7913.1.1.0.0.0.0.97.97.1.1.0….0…1c.1.22.psy-ab..25.14.1979.w6cJ3-9To4E&pbx=1&bav=on.2,or.r_qf.&bvm=bv.49784469,d.Yms&fp=d15bc4f8b960ca33&biw=1431&bih=725
    ich hoffe die eltern der kinder sind auch wähler.

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  5. Das funktioniert doch nicht. Wenn der Staat solche Planschbecken zur Verfügung stellt, dann muss er sich auch darum kümmern. Auch weil den Privaten die notwendige Infrastruktur fehlt, solche Becken professionell zu unterhalten. Die Hygiene ist ein wichtiger Aspekt dabei. Die Eltern sind die Ersten die Ausrufen, wenn ihre Kindern wegen Fäkalbakterien im Wasser krank werden.

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  6. Die Eltern wollen diese Infrastruktur für Ihre Kinder nutzen. Dann sollen Sie doch bitte am Wochenende sich auch darum kümmern! Es ist aber die Grundhaltung von vielen, ja nur konsumieren, aber mithelfen nein Danke. Nur noch immer mehr Ansprüche stellen und sonst nichts. Dasselbe Problem haben ja auch diverse andere Institutionen.
    Etwas mehr Zusammenarbeit und weniger Ignoranz würde den Eltern gut zu Gesicht stehen.

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