Migros darf Reis mit Pestiziden verkaufen

Der Bund erlaubt der Migros den Verkauf von Reis, der nicht den Schweizer Normen entspricht. Auf Antrag des Grossverteilers nahm das Bundesamt für Gesundheit (BAG) das Getreide in die Liste der gemäss dem Cassis-de-Dijon-Prinzip zugelassenen Produkte auf.

Kunden kaufen in einer Migros-Filiale ein (Archiv) (Bild: sda)

Der Bund erlaubt der Migros den Verkauf von Reis, der nicht den Schweizer Normen entspricht. Auf Antrag des Grossverteilers nahm das Bundesamt für Gesundheit (BAG) das Getreide in die Liste der gemäss dem Cassis-de-Dijon-Prinzip zugelassenen Produkte auf.

Die 26 Tonnen des betroffenen Reises weisen leicht mehr Rückstände des Pestizids Tebuconazole auf, als in der Schweiz eigentlich zulässig, bestätigte Migros-Sprecherin Martina Bosshard am Dienstag einen Bericht des Westschweizer Radios. Der Reis ist in Kilopackungen und sollte innert eines Monats verkauft sein.

Der Tessiner Lieferant, die Migros Riseria Taverne, informierte den Grossverteiler über den erhöhten Pestizidgehalt, sagte Bosshard. Die Migros gelangte daraufhin ans BAG, welches den Verkauf erlaubte. Andernfalls hätte der Reis nach Uruguay zurückgeschickt oder zerstört werden müssen.

26 Tonnen Reis betroffen

Die 26 Tonnen des Reises enthalten weniger als 0,01 mg Tebuconazole mehr als erlaubt. Die vom BAG am 15. November publizierte Entscheidung, die den europäischen Normen entspricht, lässt vierzig mal höhere Grenzwerte zu, als bisher in der Schweiz möglich, sagte der Genfer Kantonschemiker Didier Ortelli in der Sendung.

Die Entscheidung betrifft neben Tebuconazole auch andere Pestizide. Gemäss Ortelli könnten darum künftig höhere Pestizidmengen in allen in der Schweiz verkauften Reisarten zu finden sein.

Gemäss dem Cassis-de-Dijon-Prinzip sind Nahrungsmittel in der Schweiz zum Verkauf zugelassen, wenn sie in einem Land der Europäischen Union zugelassen sind.

Konversation

  1. Ist doch klar. Von den CH-Politikern ist doch gar Nichts anderes zu erwarten. Wirtschaftsfreundlich bis zur Unerkennbarkeit. Wir Schweizer sind doch längst in der EU gelandet. Der Fr.-Kurs ist angebunden, jede Bestimmung (sofern schlechter als die CH-Bestimmungen) wird sofort umgesetzt. Allen Wirtschftslobbyisten (Tourismus, Landwirtschaft, etc.) wird nachgekommen. Am Ende der Kette steht der Bürger und Steuerzahler, der wie die goldene Gans ausgenommen wird und dem man dann noch belastete Lebensmittel vorsetzt. En Guete…

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  2. Sicher ist es schon fast lächerlich, sich wegen einer 0.01mg-Überschreitung aufzuregen. Nur: wo ist die Grenze? Wie will man einen Grenzwert durchsetzen, wenn sie dann doch überschritten werden dürfen? Was ist der Anreiz, diesen einzuhalten, wenn man bei einer (geringfügigen) Überschreitung die Ware immer noch verkaufen darf? Ich finde diese Entscheidung deshalb mehr als bedenklich. Es wird in letzter Zeit viel über Vertrauen geredet. Genau so zerstört man es. Und: es ist interessant, dass nicht kommuniziert wird, welche Sorte Reis denn nun betroffen ist. Sonst würde sie nämlich im Regal liegenbleiben und das wollen wir doch nicht…

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