München unter Schock nach Terroranschlag mit mehreren Toten

Nach einem Anschlag in München am Freitag geht die Polizei von mindestens acht Todesopfern aus, bei einem neunten Toten prüfen die Ermittler, ob es sich um einen Täter handelt. Die Polizei warnte nach Schüssen in einem Einkaufszentrum vor einer «akuten Terrorlage».

Menschen verlassen das Olympia-Einkaufszentrum in München nach dem tödlichen Anschlag - die Polizei ist in Stellung. (Bild: sda)

Nach einem Anschlag in München am Freitag geht die Polizei von mindestens acht Todesopfern aus, bei einem neunten Toten prüfen die Ermittler, ob es sich um einen Täter handelt. Die Polizei warnte nach Schüssen in einem Einkaufszentrum vor einer «akuten Terrorlage».

Kurz vor 18.00 Uhr ging bei der Münchner Polizei der Notruf ein, dass bei einem Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum Schüsse gefallen seien. Die Polizei spricht später von mindestens acht Toten, mehrere Menschen wurden teilweise schwer verletzt – viele Einzelheiten der Attacke blieben aber zunächst unklar.

Bis zu drei Männer mit «Langwaffen» seien auf der Flucht, teilte ein Polizeisprecher am späten Abend mit. Man suche im gesamten Stadtgebiet und im Umland nach den Tätern. Es gebe keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. München rief den «Sonderfall» wegen einer «Amoklage» aus.

Nach dem Fund einer männlichen Leiche im näheren Umfeld des Münchner Olympia-Einkaufszentrums prüft die Polizei, ob es sich beim neunten Toten um einen Täter handeln könnte. Das Einkaufszentrum wurde intensiv durchsucht. Rund 100 Menschen wurden nach Angaben der Polizei Augenzeugen des Anschlags. Sie würden von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Panik

In Teilen der Stadt herrschte Panik. Der öffentliche Nahverkehr – U-Bahnen, Busse und Strassenbahnen – wurde komplett eingestellt, ebenso der Zugverkehr. Der Münchner Hauptbahnhof wurde evakuiert, viele Reisende strandeten in der Stadt. Restaurants in der Innenstadt schlossen aus Sicherheitsgründen.

Ärzte und Krankenpfleger wurden in die Spitäler gerufen. Das Klinikum rechts der Isar löste den Katastrophenfall aus. Die Münchner Uni-Klinik schaltete nach dem Anschlag eine Hotline für Angehörige frei. Bis am Freitagabend seien weniger als fünf Verletzte in diese Klinik gebracht worden.

Unklar war zunächst, ob es in der Innenstadt eine weitere Schiesserei gab. Auch dort kam es zu einem Grosseinsatz schwer bewaffneter Polizisten, nachdem Menschen schreiend und in Panik in Richtung Stachus geflohen waren.

Ein Polizeisprecher sagte später, Hinweise von Bürgern per Notruf über Schusswechsel an anderen Stellen der Stadt hätten sich nicht bestätigt. Der Marienplatz im Herzen der Stadt war am Abend wie leer gefegt. Die Landeshauptstadt forderte die Bürger über das Smartphone-Warnsystem Katwarn auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Fahndung läuft

«Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden. Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit», schrieb die Polizei rund zwei Stunden nach Beginn der Schiesserei auf Twitter.

«Starke Polizeikräfte in der gesamten City. Wir fahnden mit Hochdruck nach den Tätern», twitterte die Polizei später. Die Polizei forderte Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern an. Darunter ist auch das GSG 9, ein Spezialkommando, das auch im Anti-Terrorkampf eingesetzt wird.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann setzten ein Krisentreffen in der Staatskanzlei an; am Samstag um 11.00 Uhr sollte das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Ferien abgebrochen

Auch die deutsche Regierung stellte sich auf eine Krisenlage ein. Innenminister Thomas de Maizière brach wegen der Schiesserei einen Aufenthalt in den USA umgehend ab. Die Regierung erklärte in einer ersten Reaktion, ihre Gedanken sei bei den Opfern des schrecklichen Angriffs. «Bitte haben sie Verständnis dafür, dass wir keine voreiligen Stellungnahmen und Spekulationen abgeben wollen und können.»

Nach den Schüssen eilten von überall in der Stadt Polizei- und Rettungskräfte zum Einkaufszentrum. Die Gegend war abgeriegelt. Über der ganzen Stadt kreisten Helikopter. Die Polizei rief Autofahrer auf, die Autobahnen in Richtung München für Einsatzfahrzeuge freizumachen.

Das Olympia-Einkaufszentrum liegt mitten in einem Wohngebiet, zwei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt. Mit 135 Geschäften ist es eine der grössten Shopping-Meilen in München.

Keine Videos veröffentlichen

Die Polizei rief dazu auf, keine Bilder vom Tatort zu veröffentlichen. «Bitte keine Fotos/Filme von polizeilichen Massnahmen online stellen. Unterstützt nicht die Täter!», twitterte sie.

Facebook aktivierte am Freitagabend den «Safety Check» («Sicherheitscheck») für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Zudem twitterten etliche Bewohner der Stadt den Hashtag #OffeneTür im Kurznachrichtendienst Twitter, um Menschen in München Unterschlupf zu gewähren oder zu suchen.

US-Präsident Barack Obama sagte unmittelbar nach der Schiesserei die Hilfe seines Landes zu. Der französische Präsident François Hollande richtete eine «persönliche Unterstützungsbotschaft» an Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie in Paris mitgeteilt wurde.

Konversation

  1. Herr Bodinus,

    Meine Kritik an der „Welcome Refugee“-Politik basiert auf der Erkenntnis, dass Europa, respektive Deutschland, noch ein paar integrationspolitische Probleme hat, die prioritär gelöst werden sollten.
    Ironischerweise bestätigt der Amoklauf des gemobbten Deutsch-Iraners meine These vollumfänglich.
    Anstatt ihr Haus in Ordnung zu bringen, veranstaltete die Regierung Merkel einen gutmenschlichen PR-Stunt, der Deutschlands Probleme nur noch vergrössert.
    Dafür fehlt nun das Geld für die „eigenen“ Ausländer (und Deutsche), die abgehängt sind.

    Der von Ihnen unterschlagene Würzburger Anschlag ging von einem Flüchtling aus, der beste Perspektiven hatte.
    Angesichts der vielversprechenden Zukunft und der unfassbaren und rassistischen Tat (die Opfer sahen per Zufall wie Hazara aus – die für viele Pashtunen schiitische Untermenschen sind…) kann man davon ausgehen, dass er im Auftrag des IS gehandelt hat.
    Die fünf Chinesen sind die ersten Opfer der „Welcome Refugee“-Politik – zumindest kriminologisch gesehen.
    Dass durch die Aufnahme über 1 Mio. Menschen Geld für Dringenderes fehlt und diese verantwortungslose Politik unzählige, stumme Opfer fordern wird, interessiert die Gutmenschen-Fraktion nicht.

    Beide Taten zeigen einfach, wie einfältig und kurzsichtig Merkels Politik war und ist. Dass sie sich zur „Lösung“ ihrer durch sie selbst verursachten Probleme in die Fänge eines Faschisten begeben hat, verbessert nicht ihre Bilanz.
    Danke Merkel – wir schaffen das!

    Es freut mich, dass Sie meine Beiträge so aufmerksam verfolgen und sämtliche Statements von mir kennen.
    Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ich nicht gegen Muslime bin, sondern gegen Wahhabiten/Islamofaschisten. Diese Leute sind nichts Anderes als Neo-Nazis.
    Es ist aber gerade unter TaWo-Foristen Mode, Neo-Nazis zu „verstehen“ und zu entschuldigen, solange sie Ausländer/Nicht-Weisse sind.
    Wer Faschismus entschuldigt, weil er von Nicht-Weissen/Nicht-Europäern praktiziert wird, ist weder links noch rechts, sondern unendlich dumm oder neurotisch.
    Gestern sind 80 Hazara vom IS umgebracht worden – ich bezweifle, dass sie irgend etwas mit der NATO oder mit der europäischen Kolonialgeschichte zu tun hatten. Aber sie sind schiitische, chinesisch aussehende „Untermenschen“, darum mussten sie sterben.
    Der IS und all‘ die islamistischen Arschlöcher töten nicht, weil WIR irgendetwas getan oder nicht getan haben, sondern weil Töten für sie so etwas Geiles ist.
    Darum sind auch 90-95 % ihrer Opfer harmlose, unschuldige Muslime.
    Aber einige TaWo-Foristen erkennen Faschismus selbst dann nicht, wenn es sich vor ihrer Nase abspielt (es genügt schon ein etwas dunklerer Teint als Tarnung…) und grübeln nach jedem Anschlag (in Europa) nach, was wir wohl falsch gemacht haben.
    Bringt zwar nichts und hilft den Faschisten – aber es wirkt natürlich extrem intellektuell und hochmoralisch.

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  2. Unsere besten „Terror“-Szenen sind noch immer unsere Strassen:
    – Täglich namenlose Tote
    – Viele mit dem Schreck davon Gekommene
    – Sekundenschlaf genügt, um Akteur (oder Täter) zu werden.

    Die andere Hauptaufgabe der Medien ist immer noch, beruhigend auf die Leute einzuwirken. Dies ist in solcher Situation des „Nix-Wissens“ eine Kunst!!

    @ Kol: Das Erste schaffen wir tatsächlich fast „mit links“, es braucht nur einen Fahrausweis und ein Auto dazu.

    Phantastische Gelegenheit: Mit 120 km/h in grauem Auto ohne Beleuchtung auf der Autobahn in heftigem Regen mit einer Nebelwolke aus Wasserdampf, Gischt und eben dem Regen.

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  3. Mittlerweile sind wir ja schon wieder so weit, dass der „Attentäter mt derselben Waffe wie Breivik tötete“. Was kommt als nächstes? Hat er sich „Godzilla“-Videos reingezogen?

    Und Sie wollen abstreiten, dass es eine „Systempresse“ gibt?

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  4. Wer hinter dem Pseudonym Kol Simcha steht, ist mir unbekannt; ich kann also von vornherein keiner bestimmten Person irgendwelche Eigenschaften zuschreiben. Mir geht es um die Posts unter dem Pseudonym Kol Simcha gestern und heute zu den Artikeln der TaWo rund um das Münchner Massaker, bei denen mehrfach das Wort Systempresse vorkommt. Es ist wohl sicherlich auch bei Presseerzeugnissen nicht alles Gold, was glänzt, aber wir haben es doch nicht mit einer gleichgeschalteten Presse im Dienste der deutschen Bundeskanzlerin zu tun. Wenn die Presse nicht das schreibt, was ins Weltbild passt, dann liegt der Fehler nicht immer bei der Presse. Darauf wollte ich hinaus.

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  5. @Dikenmann – es gibt nun Mal Menschen aus anderen Ländern, welche sich hier integrieren können indem sie unsere gesellschaftlichen Gepflogenheiten uns Sitten akzeptieren und auch teils am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Sich bemühen ist schon ein erster, wichtiger Schritt. Daneben gibt es eben auch diejenigen die nicht wollen oder nicht können, oftmals aus religiösen Gründen. Oder um konkret zu werden bei der aktuellen Lage – ich glaube zum Beispiel dass sich Eritreer hier kaum integrieren können.

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  6. Auf was wollen Sie eigentlich hinaus? Gibt es ein Zitat von mir, dass mich zum „Rechstsradikaen“ macht? Bitte benennen Sie es.

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  7. Wo, Kol Simcha, finden sich nun, Stand 23.7. gegen 22.00 Uhr, die nicht von der „Systempresse“ stammenden Nachrichten, die Ihrer „Wahrheit“ entsprechen?

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  8. Mir ist ja schon lange klar, dass sich jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Bei ihrem Kommentar (kurz nach der Tat verfasst) kommt mir eine persönliche Wirklichkeit entgegen, die nicht nur sehr weit weg von meiner ist, sondern mir auch kalt ums Herz werden lässt. Die Haltung dahinter scheint mir Fremdenfeindlichkeit, wenn nicht gar Verachtung für Andersgläubige (auch Andersdenkender?) zu sein. Ausgerechnet! Das hat nichts mit der „Stimme der Freude“ zu tun, die mal musikalisch mein Herz erwärmte.

    Und nun deuten die Ermittlungen darauf hin, dass es ein einzelner Amokläufer war. Ihre nächste Konstruktion haben sie ja schon angedeutet….

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