Neue Rektorin der Uni Basel will Bologna-System verbessern

Mit der Wahl der Zürcher Wirtschaftsprofessorin Andrea Schenker-Wicki zur neuen Rektorin wird die Universität Basel erstmals von einer Frau geleitet. Zudem wird das Amt zum ersten Mal von einer Person ausgeübt, die zuvor nicht an der Uni Basel tätig war.

Bereits in den Gängen des Kollegiengebäudes anzutreffen: Andrea Schenker-Wicki, die neue Rektorin der Universität Basel.

(Bild: Basile Bornand)

Mit der Wahl der Zürcher Wirtschaftsprofessorin Andrea Schenker-Wicki zur neuen Rektorin wird die Universität Basel erstmals von einer Frau geleitet. Zudem wird das Amt zum ersten Mal von einer Person ausgeübt, die zuvor nicht an der Uni Basel tätig war.

Im Jahr 2013 verlor sie das Rennen um den Rektorenposten an der Universität Zürich gegen den heutigen Rektor Michael Hengartner. Der Rektoren-Traum schien damit ausgeträumt, doch dann kam unverhofft die Anfrage der Universität Basel. «Ich habe mich mega gefreut», sagte Andrea Schenker-Wicki am Donnerstag vor den Medien in Basel.

Sie habe sich das Angebot angesehen und war sofort überzeugt. Die Regenz wählte sie am Mittwoch für vier Jahre zur neuen Rektorin. Der Universitätsrat bestätigte die Wahl am gleichen Tag. Am 1. August übernimmt die 55-jährige Ökonomin das Rektorenamt als Nachfolgerin von Antonio Loprieno und ist damit die erste Frau im Amt.

Verbesserungen bei Bologna und internationales Renommee

Als Rektorin wolle sie sich für eine Verbesserung des Bologna-Systems einsetzen, sagte die künftige Rektorin weiter. Dieses müsse zu Gunsten der Studierenden optimiert werden. Zudem will die Zürcherin die internationale Ausstrahlung der Uni Basel weiter fördern. «Bereits heute ist Basel ganz vorne an der Forschungsfront dabei, diese Position wollen wir halten und ausbauen», kündigte Schenker-Wicki an. Eine qualitativ hochstehende Lehre und eine gute Ausbildung würden aber nicht vernachlässsigt, sagte Schenker-Wicki, sondern seien durchaus mit dem Anspruch an Forschungsexzellenz vereinbar. 

Aus ihrer Sicht verfügt die Universität Basel über gesunde Finanzen. Für den weiteren Erfolg der Uni sowie eine stabile Finanzierung sei Baselland genau so wichtig wie Basel-Stadt. Der finanziellen Zukunft sieht die Ökonomin optimistisch entgegen. Gerade der Life-Science-Bereich habe in Basel gute Prognosen. «Das muss man für die Uni Basel ausnutzen», forderte Schenker-Wicki.

Professorin für Betriebswirtschaftslehre in Zürich

Mit Schenker-Wicki steht zum ersten Mal eine Person an der Spitze der Uni, die nicht aus den eigenen Reihen stammt. Für Thomas Sutter-Somm, Vorsitzender der Regenz, spielt die Herkunft keine Rolle. Es gehe vor allem darum, für diese wichtigste Personalfrage die geeignetste Person zu finden. Denn der Rektor sei quasi der CEO des Wissenschaftsbetriebs.

Der Universitätsrat hoffe, dass mit der neuen Rektorin die Kooperation mit anderen Schweizer Universitäten vertieft werde, sagte Ueli Vischer, Präsident des Universitätsrates. Die Wirtschaftsprofessorin war zwischen 2012 und 2014 Prorektorin der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Zürich und ist Mitglied des Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrates.

Derzeit ist die Ökonomin Direktorin des Executive MBA sowie des CAS-Programms «Grundlagen der Unternehmensführung». Die gewählte Rektorin ist verheiratet und Mutter zweier Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren. Sie werde eine Wohnung in Basel mieten, die Familie bleibe vorläufig in Zürich, sagte sie.

Konversation

  1. Kommt als letztesnoch dazu dass diese Neue Zürcherische Unidirektorin den Blick wohl stammstens gen Innerschweiz gerichtet haben wird wie es der Herr Vischer und die anderen Bürgerlichen haben wollen ,aber von EUCOR hat die guteste in Ihrem Leben noch nichts gehört, geschweige denn im Sinn… Basel und damit seine Uni sollten aber doch schon wissen ob Sie mit Europa weiter etwas zu tun haben wollen ODER mit „der schweiz“… Beides zusammen geht nicht länger !

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  2. Hoffen wir doch, dass in der Humanistenstadt Basel die Geisteswissenschaften weiterhin und zukünftig ihren Platz haben. ‚Vordere Forschungsfront‘, ‚Life sciences‘, ‚Optimierungen‘ in Ehren, GELD muss rein, aber Geisteswissenschaften sind wohl weniger lukrativ und scheinen wenig nutzbringend, doch formen sie vielmehr, was wichtig ist, unseren Geist, unsere Seele.

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  3. Sehr ermutigend und informativ:

    http://www.weiterbildung.uzh.ch/programme/detail.php?angebnr=32
    Das hat doch an der Uni genau gefehlt.
    Ein Chief Happiness Officer wird die Studierenden im Rattenrennen begleiten.
    Im International Ranking gibt’s an der Uni noch Luft nach oben, muss das nur professionell mänätschen.

    Mein Kommentar: BLEEP *).

    ————
    *) „BLEEP“ ist ein Platzhalter für politisch inkorrekte, dafür echt ehrlich gemeinte, wohlüberlegte Äusserungen.

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  4. Da wird sich Monsanto aber freuen: mit einer CEO an der Spitze der Universität bleibt die Nachzucht neuer, outputorientierter BiotechnologInnen in Basel garantiert. Risiken und Nebenwirkungen der Monokultur trägt die Restgesellschaft.

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    1. Genau so sehe ich das auch! Eine Betriebswirtschaflerin mit solchen Schwerpunkten wird den mikroökonomischen kleingliedrigen Normdruck auf alle Bereiche der Universität ausweiten…

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