Organisation Amerikanischer Staaten beschäftigt sich mit Assange

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat wegen des diplomatischen Streits zwischen Grossbritannien und Ecuador um Wikileaks-Gründer Julian Assange eine Dringlichkeitssitzung anberaumt.

Julian Assange erhält von Ecuador Asyl, doch London wird ihn nicht ziehen lassen (Archiv) (Bild: sda)

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat wegen des diplomatischen Streits zwischen Grossbritannien und Ecuador um Wikileaks-Gründer Julian Assange eine Dringlichkeitssitzung anberaumt.

Das Treffen finde am Donnerstag um 16.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) am OAS-Sitz in Washington statt, teilte die OAS mit. Zum Bündnis gehören rund 30 Staaten des amerikanischen Kontinents.

Assange hält sich seit etwa zwei Monaten in der Botschaft Ecuadors in London auf. Am Donnerstag wurde ihm von Ecuador „diplomatisches Asyl“ gewährt.

Der britische Aussenminister William Hague sagte anschliessend, der Streit könne noch Monate oder Jahre dauern. Grossbritannien will Assange die Ausreise nicht gestatten, weil er nach Schweden ausgeliefert werden soll. Assange selbst will die Ausreise notfalls vor dem Internationalen Gerichtshof erstreiten.

In Schweden will die Staatsanwaltschaft Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung vernehmen. Assange fürchtet, in Schweden würde ihn kein fairer Prozess erwarten. Unter Umständen könne er von dort auch in die USA überstellt werden, wo er wegen der Veröffentlichung zahlreicher Geheimdokumente zum Tode verurteilt werden könne.

Das britische Aussenministerium machte am Donnerstag erneut deutlich, dass Grossbritannien Assange kein freies Geleit für einen Flug nach Ecuador gewähren wird. „Wir haben mehrfach unsere Position in den Diskussionen mit der ecuadorianischen Regierung deutlich gemacht“, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in London.

Grossbritannien habe ein rechtliche Verpflichtung, Assange an Schweden auszuliefern. „Wir sind weiterhin entschlossen, diese Verpflichtung zu erfüllen“, heisst es in der Mitteilung des Ministeriumssprecher weiter.

Vor der ecuadorianischen Botschaft in London nahm die britische Polizei drei Personen fest. Dabei handelte es sich vermutlich um Anhänger von Assange. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah, wie mehrere Personen von der Polizei weggezerrt wurden, nachdem sie Anordnungen nicht gefolgt waren, auf die andere Strassenseite zu gehen.

Konversation

  1. Mit grosser Betroffenheit lese ich diesen übersachlichen Bericht der TW- der wenigstens nicht vor Vorverurteilung trieft wie dies in anderen, nicht nur ortsansässigen Medien der Fall ist. Nur: lässt man all das, was eigentlich in dieser verzwickten und doch so offenkundigen Affäre alles passiert ist, geflissentlich weg, nur um dem Schurkenstaat USA nicht vor die Mündung zu laufen, ist das auch eine Art falschen Zeugnisses. Jedenfalls wimmelt es im journalistischen Blätterwald von Ignoranten und Feiglingen.

    Hiermit möchte ich mich klar auf die Seite von Julian Assange stellen. Ich zähle ihn zu meinen auserwählten,wahlverwandtschaftlichen Freunden im Gegensatz zu, um nur einen, sozusagen stellvertretend für leider allzuviele zu erwähnen,Henry Kissinger.

    Nicht ohne zu unterlassen,den Präsidenten Ecuadors, zu seiner mutigen Entscheidung, Assange zu helfen, zu beglückwünschen.

    Mein erster Eindruck von Assange war: Dieser Mann hat im Gegensatz zu vielen anderen öffentlichen Personen, wirklich etwas zu sagen. Gerade indem man ihn mund- oder vielmehr-tot machen wil, bestätigt sich mir selbiger Eindruck immer wieder von neuem.

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