Rückblick 1966: Franz noch kein Kaiser

Wegen des berühmtesten (Nicht-)Tors der Fussball-Geschichte blieb Franz Beckenbauer der Titelgewinn an der WM 1966 versagt.

Beckenbauer bezwingt Schweizer Goalie Elsener (Bild: SI)

Wegen des berühmtesten (Nicht-)Tors der Fussball-Geschichte blieb Franz Beckenbauer der Titelgewinn an der WM 1966 versagt.

Vom deutschen Nationaltrainer Helmut Schön wurde der damals 20-jährige Beckenbauer im defensiven Mittelfeld aufgestellt. Der Münchner wusste aber schon in seinem ersten WM-Spiel offensive Akzente zu setzen und traf beim 5:0-Erfolg gegen die Schweiz zweimal. Beckenbauer verzückte die Fans bei seinem ersten Auftritt auf der internationalen Bühne mit Spielwitz, Technik, Eleganz und Leichtigkeit. Zwar wurde er erst drei Jahre später erstmals als «Kaiser» bezeichnet, seine Spielweise war jedoch schon in den englischen WM-Stadien majestätisch.

Im mit 2:4 nach Verlängerung verloren gegangenen Final gegen England wurde Beckenbauer von Schön mit der rein defensiven Aufgabe als «Wachhund» für Bobby Charlton betraut. Der Deutsche wurde so seiner offensiven Qualitäten beraubt, was hinterher von manchem Experten als mitentscheidender Fehler angesehen wurde.

Dass Beckenbauer im Final im Wembley aber überhaupt auflaufen durfte, war einem glücklichen Umstand geschuldet. Im Halbfinal gegen die UdSSR erhielt er die zweite Verwarnung und wäre demnach gegen England gesperrt gewesen. Von der FIFA wurde diese Verwarnung jedoch nicht bestätigt. Die Disziplinarkommission entschied vor dem Final, dass die zweite Verwarnung unberechtigt war – und so für Beckenbauer folgenlos.

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