Russland schliesst neue Waffenruhe in Aleppo vorerst aus

Russland plant nach dem Ende der Waffenruhe in Aleppo vorerst keine weitere humanitäre Feuerpause in der geteilten syrischen Stadt.

Nach Luftangriffen auf Aleppo reparieren syrische Arbeiter Elektrizitätskabel. (Archiv) (Bild: sda)

Russland plant nach dem Ende der Waffenruhe in Aleppo vorerst keine weitere humanitäre Feuerpause in der geteilten syrischen Stadt.

Die Frage nach einer neuen Feuerpause stelle sich derzeit nicht, sagte Vize-Aussenminister Sergej Rjabkow am Montag der Nachrichtenagentur Interfax. Vorher müssten die «Gegner» Russlands erst einmal für ein «angemessenes Verhalten» der bewaffneten Regierungsgegner sorgen.

Rjabkow gab den Aufständischen die Hauptschuld am Scheitern der während der Feuerpause geplanten «medizinischen Evakuierungen». Vor der US-Präsidentenwahl im November sehe er zudem keine Chance für ein neues Ministertreffen zur Lage in Syrien. «Die Frage ist, ob die bestehenden Vereinbarungen umgesetzt werden», sagte Rjabkow. Russland und die syrische Regierung hielten sich daran, meinte er. Der Westen wirft ihnen indes Angriffe auf Zivilisten vor. Die UNO untersuchen mögliche Kriegsverbrechen.

Kämpfe wieder aufgeflammt

Aleppo ist seit Jahren in einen von den Aufständischen gehaltenen Osten und einen von Regierungstruppen kontrollierten Westen geteilt und schwer umkämpft. Eine von Russland ausgerufene humanitäre Feuerpause war am Samstagabend nach drei Tagen zu Ende gegangen. Die Kämpfe waren daraufhin erbarmungslos wieder aufgeflammt.

Den Vereinten Nationen (UNO) war es während der Feuerpause nicht gelungen, Verletzte und Kranke aus den Rebellenvierteln in Sicherheit zu bringen. Die UNO sah die geplante Rettung von Zivilisten über Fluchtkorridore als zu gefährlich an.

Nach UNO-Angaben verliessen letztlich nur einige wenige Zivilisten und verletzte Kämpfer den Ostteil der Stadt. Moskau und Damaskus warfen den Aufständischen vor, die Menschen am Verlassen von Aleppo gehindert und Zivilisten als Schutzschilde missbraucht zu haben.

NGO: Waffenruhe hat nichts gebracht

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen brachte die Waffenruhe keine nachhaltige Entlastung für die eingeschlossene Bevölkerung. «Nach unseren Informationen ist weder Hilfe in die Stadt gelangt, noch sind Menschen aus der Stadt rausgekommen, um woanders Hilfe zu finden», sagte der Präsident der deutschen Sektion, Volker Westerbarkey, am Montag im Sender hr-iNFO.

Zur Versorgung der Verletzten fehlten grundlegende Materialien. Die Lage sei unmenschlich, sagte Westerbarkey. «Ein Arzt erzählte uns, dass er in einer Notsituation entscheiden muss, wer von zwei Patienten das Beatmungsgerät bekommt oder behält – weil nicht beide Menschen zu retten sind.» Man könne zudem nicht in den Spitälern arbeiten, ohne befürchten zu müssen, bombardiert zu werden.

Konversation

  1. Hallo zusammen und gleich mal alles Schöne zum Geburi
    Zunächst einmal möchte ich kurz auf das Thema „Journalismus steht in der Krise…“ und „Facebook frisst die Medienwelt“ eingehen. Der Journalismus in den Hauptmedien steck auch meiner Meinung nach in der Krise. Dies hat der Journalismus in den Hauptmedien aber selber zu verantworten, da Sie weder Mut, noch Meinungsvielfalt, noch unterschiedliche Sichtweisen (multiperspektive) auf irgend ein Thema bringt. Was dazu führt, dass die neuen Medien benützt werden wie z.b. Facebook, wo die Leserschaft schnell sich verschiedene Positionen zu einen Thema in kurzester Zeit aneignen kann. (Facebook ist aber nicht mein Informationswerkzeug und ich würde ihn auch nicht empfehlen) Somit ist die Krise des Journalismus lediglich die Krise der Hauptmedien und nicht allgemein der Medien. Diese Krise haben die Hauptmedien mit ihrer einseitigen (zum Teil copy and paste vorgehen) Berichterstattung selber zu verantworten. Dies gilt auch für euch, wie es der obige Artikel aufzeigt. Hierbei geht es z.B. um die Deutungshoheit von Begriffen, welche einfach übernohmen wird, was grundsätzlich ok wäre, auch eine andere mögliche Deutung ebenfalls aufgezeigt werden würde. Im Artikel wird die Deutunghoheit der Hauptprintmedien einfach übernohmen, was insofern legitim ist als es die Deutung der US-Nato-Koalition ist. Diese darf jedoch sicherlich hinterfragt werden. Beispiel: Im Artikel wird von „bewaffneten Regierungsgegnern“, „Aufständischen“ und „Kämpfer“ geschrieben. Bedeutet dies nun, dass die Tageswoche die sogennanten IS-Terroristen als bewaffnete Regierungsgegner, Aufständische und Kämpfer betrachtet? Diese sind nämlich auch in Ost-Aleppo und kämpfen ebenfalls gegen die syrische Regierung. Wäre es nicht angebracht dies zu erwähnen, so dass die Wahrnehmung der Leserschaft nicht manipuliert wird? Es wird der Leserschaft glauben gemacht all diese Aufständischen usw seien die Guten und die syrische Regierung und die Russen die Bösen. Informativ wäre es auch, wenn ihr Mal darauf eingehen würdet in wie weit der bewaffnete Widerstand gegen eine Regierung legitim ist. So stellt sich die Frage wie wir, der Westen, mit bewaffneten Widerstand bei uns umgehen und ob dies den Legitim war und ist. Aber natürlich ist das bei uns anders, denn wir sind ja Demokratien und Assad ist ja ein Teufel von Diktator. Oder tausche ich mich da und Syrien war vor der US-Nato-Eu Intervention ebenfalls eine Demokratie mit einer allgm. Religionsfreiheit? Was wird mir hier eigentlich mit diesen Artikel eingegeben?
    Ganz manipulativ sind die Sätze „Der Westen wirft ihnen indes Angriffe auf Zivilisten vor. Die UNO untersuchen mögliche Kriegsverbrechen.“ Ja es stimmt sicherlich, dass egal wer bomt er auch Zivilisten tötet. Wäre es aber nicht angebracht festzuhalten, dass gemäss Völkerrecht die US-Nato-EU-Koalition-Intervention in Syrien ein Kriegsverbrechen darstellt, da Sie ohne Einwilligung der syrischen Regierung geschieht? Wäre es nicht angebracht da gleich noch einen Artikel anzuhängen, welcher darauf eingeht, dass heute trotz erwissenen Tatbestand des Kriegsverbrechen gegen den Irak noch kein westlicher Regierungverantwortlicher verurteilt worden ist? Was wird mit diesen undifferenzierten und einseitigen Formulierungen der Leserschaft eingegeben? Vielleicht: Wir sind die Guten und die anderen die Bösen? Klickt man auf den Knopf „Hintergrund zum Artikel* erfährt die Leserschaft, dass der Text von der sda stammt. Copy and Paste???
    Vielleicht ist es ja arrogant von mir euch darauf aufmerksam zu machen, dass wir aktuell eine Medienrevolution erleben, welche damit aufräumt, dass nur noch der Sieger (was für ein Sieg das ist sei dahingestellt) die Geschichte schreibt, sondern auch die Verlierer sich heute in kürzester Zeit ausdrücken kann. Dieser Artikel zeugt nicht vom Bewusstsein darüber. Es zeugt auch nicht vom Bewusstsein, dass die Leserschaft langsam ein neues Medien verhalten entwickelt aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung.
    Ich wünsche euch für die Zukunft viel Mut und Risikobereitschaft differenziert und aus unterschiedlichen Sichten (auch die für uns unangenehmen (Nestbeschmutzenden) Sichten) eure Themen zu bearbeiten. Ein anderes aber doch interessantes Konzept verfolgt free21.
    Frieden
    burro

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    1. @bur ro

      Schön zu lesen, dass andere das auch so sehen.

      Die Aussenpolitik war noch die die Stärke der TaWo, das erwartet wohl auch niemand.
      Aber seit die Führung der Redaktion gewechselt hat, werden im Ressort „International“ fast ausschliesslich die Ansichten und Standpunkte der NATO-Führungsmacht herunter geleiert.

      Ich plädiere nicht zum ersten Mal dafür, dass die TaWo das Ressort „International“ aufgeben sollte. Dieser Mist (äxgüsi) trübt mir die Freude an der TaWo immer mehr.

      Schön ist, dass man derartige Kritik hier noch offen äussern kann.
      Weniger schön ist, dass die Redaktion noch nie darauf reagiert hat. Das scheint denen am A…h vorbei zu gehen.

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