Schande, Schande: Zwei Millionen Tonnen Food-Waste sind zu viel

Zwei Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jährlich im Müll. Das ist masslos, findet auch die Stadt Basel. Deshalb informiert sie diese Woche an zwei Infoständen über «Food-Waste». Ein paar Tipps und Tricks lesen Sie hier.

Das muss man sich erst einmal leisten können: Schweizer geben sieben Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus, von dem sie dann die Hälfte in den Müll schmeissen.

Zwei Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jährlich im Müll. Das ist masslos, findet auch die Stadt Basel. Deshalb informiert sie diese Woche an zwei Infoständen über «Food-Waste». Ein paar Tipps und Tricks lesen Sie hier.

Wenn ein Land so reich ist, dass ein Drittel aller produzierten Lebensmittel unverbraucht im Müll landet, nennt man das: Food-Waste. In der Schweiz werden pro Jahr 2’460’000’000 Kilogramm Lebensmittel verschwendet. Würde man diese Menge in Lastwagenladungen verfrachten, reichte die LKW-Kolonne von Zürich nach Madrid. Wer ist der grösste Verschwender in der Lebensmittelkette? Wir Konsumenten! Fast die Hälfte der 2 Millionen Tonnen Essensverlust findet sich in den Müllsäcken der Haushalte. 

Food-Waste hat viele Ursachen. Zu viel, zu mass- oder planlos eingekauft, falsch gelagert, oder das verflixte Ablaufdatum verpasst, welches wiederum oft mehr Vertrauen geniesst als die eigene Nase: Viele haben es offenbar verlernt, mit Esswaren angemessen umzugehen. Bereits zum zweiten Mal hat die Stadt Basel deshalb eine Infokampagne gestartet, die Nachhilfe gibt. An den Infoständen am Claraplatz und am Tellplatz kann man in den nächsten zwei Wochen mit Tipps und Tricks gegen Lebensmittelverschwendung kennenlernen und private Initiativen wie «fair-teiler» oder das «Backwaren Outlet».

Vorab servieren wir Ihnen schon einmal sechs Tipps für mehr Sorgfalt im Umgang mit dem lieben Essen:

Das Einkaufsverhalten:

Eine grosse Food-Waste-Quelle: Hungrig in den Laden, keine Ahnung, was noch im Kühlschrank rumsteht, und schon hat man zu viel eingekauft und der Verwertungsstress beginnt. Wer weniger einkauft, weniger grosse Portionen kocht und geschickt lagert, verschwendet weniger Lebensmittel. Kleine Tipps mit grosser Wirkung: durch Food-Waste entstehen in der Schweiz Mehrkosten in Milliardenhöhe, 30 Prozent aller Umweltbelastungen gehen auf das Konto der Lebensmittelverschwendung, und die Produktion von Lebensmitteln für den Müll verschwendet eine Fläche in der Grösse des Kantons Zürich. Muss nicht sein!

Der Salat:

Sieht er furchtbar schlapp aus, weil er schon ein bisschen zu lange auf Verwertung wartet? Wegwerfen muss man den Salatkopf trotzdem nicht. Eine Stunde in kaltem Wasser einlegen, und die Blätter sind revitalisiert. Eingeschlagen in ein angefeuchtetes Küchentuch hält sich so ein Salatkopf generell länger.

Das Brot:

Über die Hälfte aller gebackenen Brote landen im Abfall. Altes Brot und Zopf im Beinahe-Zwieback-Zustand dezent anfeuchten und im Ofen nochmals aufbacken: schmeckt köstlich. Auch weich gewordene Gutzi werden im Ofen wieder knusprig. Brot kann auch eingefroren werden, am besten in Scheiben geschnitten – und dann wie Toastbrot verwenden.

Das Joghurt:

Ja, es kann auch nach dem Ablaufdatum noch gegessen werden – solange sich das Deckeli nicht wölbt und es einigermassen geniessbar aussieht, ist alles im grünen Bereich – beziehungsweise im essbaren. Und falls die unwiderstehliche Sechserpack-Mokkajoghurt-Aktion zuhause im Kühlschrank doch plötzlich ihren Reiz verliert: einfach einfrieren und später als Glacé geniessen.

Les Fruits:

Kleiner Aufbewahrungstipp: Wenn Früchte neben Äpfeln oder Bananen lagern (auch das sind Früchte, klar), gehen sie schneller ihrem (über)reifen Ende entgegen. Wer das nicht will, der trenne sein Obst. Überreife Bananen kleingeschnitten oder zermanscht einfrieren. Für den nächsten Smoothie, Kuchen oder Milchshake können sie so allemal noch verwendet werden.

Reste lieben lernen:

Ein wöchentliches Reste-Znacht einführen. Sieht zwar nicht aus wie vom Food-Blog, aber wen kümmert’s, solange es schmeckt. Wir wollen jetzt nicht mit der kreativen Rezeptekiste auffahren. Es sei nur so viel verraten: Aus dem Risotto von vorgestern ist zusammen mit Tomatenpüree auch schon mal Hamburger-Plätzchen geworden… Bon App!

_
Für mehr Informationen:

  • Infostand Claraplatz, 7. Juni bis 10. Juni von 12 bis 18 Uhr, Samstag, 11. Juni, von 10 bis 17 Uhr
  • Infostand Tellplatz, 14. Juni bis 17. Juni von 12 bis 18 Uhr, Samstag, 18. Juni, von 8 bis 15 Uhr

www.foodwaste.ch



 

 

 

Konversation

  1. Ein riesiger Konsumberg formt sich gigantisch – Menschen befinden, es ist zu wenig frisch – ein grosser Teil kommt nicht auf den Tisch – doch noch bekömmlich: pflanzlich, tierisch oder Fisch – Wann hören wir auf dem Überkonsum nachzulaufen – einfach gezielt und weniger zu kaufen – so verkleinert sich der unsägliche Abfallhaufen – und – Verkäufer können sich um andere Märkte raufen.

    Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel