Schnellfahrer sollen generell härter bestraft werden

Seit dem 1. Januar 2013 werden Raser härter angefasst. Nun empfiehlt der Vorstand der Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz, auch jene Schnellfahrer härter zu bestrafen, die nicht unter die neue Rasergesetzgebung fallen.

Nicht nur Raser, sondern auch andere Schnellfahrer sollen härter bestraft werden (Symbolbild) (Bild: sda)

Seit dem 1. Januar 2013 werden Raser härter angefasst. Nun empfiehlt der Vorstand der Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz, auch jene Schnellfahrer härter zu bestrafen, die nicht unter die neue Rasergesetzgebung fallen.

Diese gilt seit Anfang Jahr unter anderem für Lenker, die in Tempo-30-Zonen über 70 Stundenkilometer fahren oder innerorts mit über 100 km/h, ausserorts mit über 140 km/h und auf der Autobahn mit über 200 km/h unterwegs sind. Diese Raser müssen mit einer Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren, einem Fahrausweisentzug von zwei Jahren oder länger sowie der Beschlagnahme des Fahrzeugs rechnen.

Der Vorstand der Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz (KSBS) empfiehlt nun, auch jene Temposünder härter anzufassen, die nicht unter die neue Gesetzgebung fallen. Bei einfachen Verletzungen von Verkehrsregeln sieht er keine Verschärfungen vor. Neu festgelegt werden sollen hingegen die Strafmasse für grobe Verletzungen im unteren und mittleren Bereich, wie der KSBS-Website zu entnehmen ist.

Wer innerorts zwischen 25 und 50 Stundenkilometer zu schnell fährt, soll neu mindestens mit einer Geldstrafe zwischen 20 und 120 Tagessätzen belegt werden; bisher lagen die Geldstrafen bei 10 bis 30 Tagessätzen. Die Höhe des Tagessatzes ist abhängig vom Einkommen.

Konversation

  1. Strafen sollten generell den Lebensumständen angepasst werden – eben weil die eine Strafe dem einen nicht weh tut, dem anderen aber schon. Da ist die Anpassung der Strafzahlungen an das Einkommen nur gerecht. Die Strafe soll ja wehtun, sonst wäre es keine Strafe. 1000 Franken für jemanden mit einer halben Million Einkommen ist lächerlich, einem Arbeitslosen umgekehrt tut das wirklich weh.

    Ganz generell: Viele werden jetzt wieder mit der Abzocke vom Staat kommen. Das finde ich nicht – von mir aus kann der Staat alle 500m eine Radarfalle aufstellen (so wie dies mit sehr viel Erfolg auf der Autobahn zwischen Lausanne und Genf erfolgt ist) oder Blackboxen mit monatlicher Auswertung zur Pflicht machen. Wer sich an die Regeln hält, hat davon nichts zu befürchten und wer zu schnell fährt und erwischt wird, darf sich an die eigene Nase fassen, weil er weiss, dass er die Regeln übertreten hat und damit zu Recht bestraft wird (wie dann auch immer die Höhe dieser Strafe ist).

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  2. Es ist ja gut, dass die Raser bestraft werden.
    Doch man kann auch alles übertreiben. Gefängnis wegen Schnellfahren?
    Und es ist auch unangebracht, dass die, die mehr verdienen, höhere Tagessätze zahlen müssen. Ob jemand mit Jahreseinkommen 50’000.- 100km/h zu schnell fährt oder jemand mit 500’000.- Jahreseinkommen 100km/h zu schnell fährt, ist so ziemlich das Gleiche.

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  3. Schnellfahren ist kein Kavaliersdelikt, wer zu schnell fährt, gefährdet andere. Wer andere gefährdet, ist rücksichtslos, und das geht im Strassenverkehr uns alle etwas an, weil jeder von uns dort unterwegs ist. Auch hier möchte ich mich darauf verlassen können, dass Regeln ihre Gültigkeit haben. Wer sie verletzt, darf nicht ungestraft davonkommen. Das jeweils richtige Strafmass zu finden, halte ich eher für ein Problem. Also: weg mit denen von der Strasse, Führerscheinentzug für eine bestimmte Zeit, garniert mit Geldbussen oder Haftstrafen, je nach Schwere der Übertretung.

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  4. In der NZZ am Sonntag war ein interessanter Artikel über einen Temposünder zu lesen. Er fuhr 19 km zu schnell und hätte 350 CHF bezahlen sollen. Da er keine Luste hatte, den Betrag zu bezahlen, musste er 2 Tage in den Knast. Für ihn war das eine regelrechte Bereicherung. Erstens kann man alles buchen, sogar einen Tripp in den Weltraum, aber ein paar Tage Ferien im Knast bietet kein Reisebüro an. Der Luxus, das Essen, und die Freiheiten bei Leichtknackies ist aber änlich wie in einem 2 Stern Hotel irgendwo auf der Welt. Man kann sogar Kannibis bekommen, nicht ganz auf legale Weise natürlich. Ich bezahle lieber, ich fahre nämlich nur Fahrrad, und wenn man als Radler mal eine Busse bekommt, ist die meistens nur so viel Wert wie ein- und auschecken im Knast.

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